Monat: Juni 2025 (Seite 2 von 3)

Etwas ruhiger

Die beschauliche Rosa Granitküste mit ihrem großen Naturschutzgebiet um Ploumanac’h und die umliegenden Orte lädt dazu ein, es etwas ruhiger angehen zu lassen. Heute morgen beim Frühstück hat mir meine Nachbarin noch ein paar Tips gegeben. Jetzt steht der Yoggi auf einem kostenlosen Parkplatz nahe des Forums in Trégastel und ich mache einen Rundgang über/ um die Halbinsel Île Renote. Puffins sind – glaube ich – das einzige, was mir jetzt noch fehlt. Aber auch hier kann ich keine finden. Vermutlich sind die alle schon in Schottland zum brüten,  denn dort habe ich vor einem Jahr um diese Zeit einige gesehen. Dabei fällt mir etwas ein, was ich glaube ich bei meinem Eintrag zur Iroise-See vergessen hatte. Und falls nicht, doppelt hält besser. Die Robben, die ich dort bei meiner Bootstour gesehen habe,  sind tatsächlich dieselben  wie in Schottland. Die werden getracked und dabei hat man herausgefunden dass es dieselbe Kolonie ist,  die man auch in Schottland beobachten kann. Ein weiterer Fakt zur Iroisesee, den ich vielleicht vergessen habe. Dort gibt es die höchste Leuchtturmdichte der Welt.

Doch zurück zur Île Renote. Zu Beginn meines Spaziergangs bin ich abseits des eigentlichen Weges am Strand entlang durchs Wasser gewatet und habe meine Füße von Wasser, Sand und feinen roten Kieseln umspülen lassen, das war eine Mischung aus angenehm kühl, Fußpflege und Akkupressur. Und das ganz kostenlos.

Die rosa Granitfelsen sind faszinierend. Leider ist es sehr bewölkt,  so dass man ihre Farbe auf Bildern nicht richtig einfangen kann. Ihre Formen verführen dazu, die verschiedensten Tiere und Formen un ihnen zu sehen. So sind mir heute schon einige „gestrandet, versteinerte“ Wale, Schweine,  Schildkröten und ein Ufo begegnet.

Ufo?
Umkleidekabinen am Strand in Trégastel, wie im Film
Wasserspaziergang am Strand der Île Renote
Rosa Granit mit Phare des Sept Îles im Hintergrund
Zurückhaltend bettelnde Möwe mit Phare de Mean Ruz (Ploumanac’h) im Hintergrud
Felslabyrinth mit altem Kiefernbestand auf der windabgewandten Seite der Insel

Am Nachmittag habe ich einen Spaziergang um die Landspitze von Ploumanac’h gemacht. Dabei hat mich die Sonne dermaßen überrascht,  dass mir erst nach der Hälfte des Weges einfiel,  dass es gut wäre,  sich einzucremen. Da war es schon ein bißchen spät dafür.  Aber das schlimmste konnte ich noch verhindern. Do viel Sonne war ich gar nicht mehr gewohnt. Außerdem war mir viel zu warm. Und das bei 19°. Wie soll ich das nur zuhause in unserer „Toskana des Nordens“ aushalten? Durch die Sonne kam auch die Farbe des Granits besser zur Geltung… und ich bin nach wie vor fasziniert von den Formen der Felsen. Die Farbenspiele waren wieder herrlich.

Hier waren aber auch schon wieder so viele Menschen unterwegs (Nebensaison, Wochentag), dass ich mir gar nicht vorstellen mag, wie es dort in 4 Wochen zugehen wird. So war trotz Naturschutzgebiet nichts mit Vogelbeobachtung oder -Fotografie. Lediglich ein paar Kaulquappen konnte ich in einem Miniteich auf einem der Felsen in der Nähe des Leuchtturms entdecken. Außer mir haben die aber niemanden interessiert. Hoffentlich wird es nicht so heiß,  dass dieses winzige Gewässer austrocknet.

Rote Granitfelsen in überwiegend grüner Heidelandschaft und tiefblaues Meer
So grün und bunt… kaum zu glauben,  dass hier vor knapp 30 Jahren alles eine wüste Einöde war. Erst durch das Unterschutzstellen, entstand diese üppige Vegetation
Hübsche Häuser auf der Landspitze
Teufelskapelle und Phare de Mean Ruz, dieses Mal aus der Nähe

Am Abend wollte ich mir noch „schnell“ Tréguier anschauen. Aber mit schnell war da nichts. Es gab so viel zu sehen und zu bestaunen. Beinahe hätte ich Tréguier ausgelassen.  Ich bin so froh, dass ich es nicht getan und stattdessen Perros-Guirec übersprungen habe. Tréguier hat nicht nur eine großartige Basilika,  sondern ein wunderschönes historisches Zentrum mit schönen Gassen und alten Häusern. Leider konnte ich mich auf die Schnelle nicht mehr zu allen Gebäuden informieren. Vieles stammt aus dem 16. Jahrhundert,  aber ich vermute,  dass die Fachwerkhäuser älter sind.

Museum
Hôtel de la Tour, vom ehemaligen Bischofssitz ist nur noch der Torbogen erhalten, der Rest des Gebäudes wurde im 17. Jahrhundert erbaut. Der ursprüngliche Bischofssitz fiel 1594 dem Krieg zum Opfer
Haus des Herzogs Johann V, genannt „der Weise“. Er verweilte hier, während seiner Zeit in Tréguier und war ein treuer Anhänger des Hl. Yves

Und natürlich die Basilika St-Tugdual. Sie ist so riesig,  dass sie nie ganz aufs Bild passte ;-). Sie stammt überwiegend aus dem 16. Jahrhundert. Ihre Geschichte geht auf eine Klostergründung im 6. Jahrhundert durch den Hl. Tugdual zurück. Es war das erste Kloster in dieser noch heidnischen Region nachdem die Bretonen hier gelandet waren. Vom ersten steinernen Kathedralenbau aus dem 11. und 12. Jahrhundert steht nur noch der quadratische Turm des nördlichen Querhauses (romanisch). Ab 1339 bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts entstand die heutige Kathedrale (gotisch).

Da ich erst nach 18 Uhr in Tréguier ankam, ging ich davon aus, dass sie schon geschlossen sein würde und ich sie nur von außen besichtigen konnte. Aber sie war noch offen. Ich habe mich sehr beeilt, alles schnell anzuschauen,  damit ich nicht schon wieder in einer Kirche eingeschlossen werde. Es gibt 3 Portalvorhallen, durch die man die Kathedrale betreten kann. Im Innern beeindruckt das Kreuzrippengewölbe, das auf ca. 2m dicken Säulen ruht, ebenso wie die vielen Kunstwerke. Es gibt Statuen, Gemälde,  Holzschnitzereien, und Steinmetzarbeiten zu bewundern. Mehrere Altäre im Hauptschiff und einigen Nebenkapellen und ein wunderbar gearbeitetes Chorgestühl runden das Bild ab

Einen guten Schlafplatz habe ich heute beim ersten Versuch nur 10 Minuten von Tréguier entfernt gefunden.  Das war auch gut so, denn auch wenn es mir heute einen Tick besser ging (ich bin auch ohne Stöcke kein einziges Mal gestolpert und hatte kaum Schmerzen), war ich sehr erschöpft. Es ist ein kleiner Parkplatz in einem hübschen Dorf, den ich mir mit einem jungen Paar im Van teile. Er liegt direkt am Wasset, hat 2 Picmocktische und mehrere einzelne Bänke auf der Wiese am Ufer. Ich betrachtete beim Abendessen die untergehende Sonne und hatte nette Begegnungen mit Einheimischen und Hunden. Nur Netz gibt es hier kaum, weshalb es einige Bilder noch nicht hochlädt. Die kommen dann sobald ich wieder Netz habe.

Wanderung im sagenhaft, mystischen Wald von Huelgoat

Heute habe ich eine Wanderung im Wald von Huelgoat gemacht. Hier sollen sich früher Riesen, Feen, König Artus, Wildschweine und natürlich die sagenhaften, für diese Gegend typischen Korrigans getummelt haben. Mir sind heute nur ganz gewöhnliche Menschen, Libellen,  Wasserläufer, Vögel und Drachen begegnet. Aber damit war es auch schon eine schöne Wanderung.

Gleich nachdem man von einem der vielen Parkplätze um den Wald herum, in den Wald eintaucht, zieht einen die mystische Atmosphäre in ihren Bann. Überall von Moos überwucherte Granitblöcke und Baumstämme.  Man hat den Eindruck, dass Riesenkinder hier Murmeln gespielt und diese dann kreuz und quer im Wald verteilt liegen lassen haben.

Die Einheimischen haben verschiedenen markanten Felsformationen oder Orten hier im Wald Namen gegeben. Und zu einigen gibt es (meist dramatische) Legenden.

Le Champignon
La Roche tremblante, der zitternden Fels. Angeblich soll man diesen 7m langen, 137 Tonnen schweren Felsbrocken zum zittern bringen können,  wenn man an der richtigen Stelle drückt.  Ich habe noch von keinem gehört,  der es geschafft hat.
Ménage de la vierge, manche sehen in diesen Felsbrocken Küchenutensilien, die die Jungfrau in ihrem Spülbecken  durcheinandergeworfen hat. Eine andere Darstellung besagt, es sei das erste Haus der Jungfrau Maria mit Bett, Kessel, Kochutensilien und der Wiege Jesu.
Ich habe wohl so lange staunend dagestanden, dass dieser nette Kerl mich für einen Baum gehalten hat, denn er kam ganz nahe heran und hat mich dabei nur neugierig beäugt
Hier soll Artus mit seinen Rittern eine Nacht verbrachthaben. An Artus Heerlager hat meine Wanderung mich leider nicht mehr vorbeigeführt
Zwischen der Höhle Arturs und der Badestelle der Wildschweine wird ein hübscher Ort von 16 Drachen bewacht. Da der Mensch die Drachen aus ihrem Lebensraum vertrieben hat, weil sie zu groß,  zu gefährlich, zu gefräßig,… waren, leben hier heute nur noch ganz kleine Drachen (https://www.dragonshuelgoat.com/)
Mare aux Sangliers (Wildschweinbadestelle mit Miniwasserfall)
Le Gouffre (Der Abrund) hier soll die lasterhafte Prinzessin Dahut ihre Liebhaber in die Schlucht gestürzt haben, um sich ihrer zu entledigen. Zur Strafe wurde sie in eine Meerjungfrau verwandelt und in stürmischen Nächten hört man sie laut jammern. Über eine Treppe kommt man vorbei an einem ca. 10m hohen Wasserfall zu einer Art Grotte.
Hier sollen die Feen nachts herkommen,  um sich ihre goldenen Haare zu waschen/kämmen. Tags sollen sie sich als Hexen in Huelgoat verstecken.  Wehe dem, der ihnen über den Weg läuft. Den verfluchen sie.
Sainte-Yves in Huelgoat, als ich da war alles andere als ein Ort der Stille. Eine Wagenladung NRWler war in Huelgoat angekommen und hat mich von da an lautstark „verfolgt“
Am schönen See von Huelgoat habe ich mir meinen ersten Crêpes mit blé noir, Käse und Ei (traditionelles bretonisches Gericht) gegönnt
Moulin de Chaos, Mühle mit bewegter Geschichte und daneben das Felsenchaos

Ursprünglich fürstlicher Besitz, hat zwischenzeitlich einer Minengesellschafft gehört,  war eine Konservenfabrik, Stromerzeuger, Touristinfo, Wohnung und beherbergt seit 2018 Kunstwerke. Früher hatte sie zwei Mühlräder, die jeweils einen Mahlstein antrieben. Heute hat sie nur noch eins.

Auch zum Felsenchaos neben der Mühle gibt es eine Legende. Ein Riese soll aus Wut darüber, dass man ihm hier nur Buchweizengrütze zum Essen angeboten hat, in einem anderen Ort gegangen sein und alle Felsen, die er unterwegs gefunden hat, hierher geworfen haben.

Grotte des Teufels

Der Fluss fließt nicht nur um das Felschaos herum, sondern teilweise auch durch Hohlräume unter den Felsen. Zu einem dieser Hohlräume kann man über steile Stufen und schlüpfrige Felsen hinunterklettern, nachdem man sich zuvor durch einige enge Felsspalten gezwängt hat. Unten in der Grotte ist es feucht, dunkel und vor allem laut! Mit einem Höllengetöse stürzt der Fluss über einem die Felsen hinab.

Auch wenn dieser mystische Ort wunderschön ist,  war ich doch sehr froh, wieder am Auto zu sein und mich hinlegen zu können. Zwischendurch hatte ich das Gefühl, ich schaffe den Weg nicht. Aber aufgeben mitten im Wald war keine Option. Selbst wenn ich gewollt hätte. Wie bzw. wohin hätte ich denn ein Taxi bestellen sollen ;-). Ich habe dann viele Mikropausen gemacht und wieder einmal die Zeitlupentechnik angewandt. Das sieht zwar offensichtlich komisch aus, so wie die anderen schauen, aber es hilft. Ich muss dabei wohl so lost ausgesehen haben,  dass ein älterer Herr mich angesprochen hat, ob ich mich verlaufen hätte.

Ich merke,  wie im Verlauf der Reise trotz aller Begeisterung,  die Kraft und Energie immer mehr schwindet und sich die Symptome etwas verstärken.  Insbesondere Konzentrations- und Koordinationsstörungen haben in den letzten Tagen häufiger zu Missgeschicken und kleineren Blessuren geführt. Zwischendurch „lähmen“ mich auch immer wieder diese „Corona-Kopfschmerzen“, wie ich sie nenne. Daher werde ich es in den nächsten Tagen versuchen ruhiger anzugehen. Obwohl ich eigentlich noch so viel sehen will.

Heute Abend wollte ich eigentlich gerne wieder am Meer, genaugenommen an der Rosa Granitküste sein. Insbesondere im Abendlicht, hätte ich mir das schön vorgestellt. Aber es gibt da nicht wirklich geeignete Parkplätze. Der erste, den ich angefahren habe, war dann auch tatsächlich für Campingfahrzeuge jeglicher Art,  inkl. PKW nachts untersagt. Ein Anwohner hat mich auch gewarnt. Da ich bei meinen Reisevorbereitungen gelesen habe, dass das Verbot zum Campen/Übernachten an der Küste zunimmt und auch kontrolliert und mit teils hohen Bußgeldern geahndet wird, wollte ich kein Risiko eingehen. Ich bin dann wieder ein Stück ins Landesinnere gefahren,  wo ich einen Wohnmobilstellplatz gefunden hatte, an dem man offiziell eine Nacht bleiben darf. Hier stehe ich nun mit meinem Yoggi zwischen knapp 20 mehr oder weniger großen Campingfahrzeugen. Ein paar der anderen Camper haben mich bei der Ankunft etwas missbilligend angeschaut, aber ich habe ganz schnell campermäßig  das Solarpanel und den Campingstuhl aufgebaut. Dann habe ich meinen Körper mit einem schönen gemischten Salat und leckerem Maisbrot für seine Leistung belohnt und den Rest des Abends mit Blogschreiben verbracht. Gegen 21 Uhr bin ich ins Auto geflüchtet,  denn sobald die Sonne langsam verschwindet, wird es nicht nur kühler, sondern dank der hohen Luftfeuchte auch klamm. Und jetzt ist es auch schon langsam wieder Zeit fürs Bett.

Prachtvolle Sakralbauten im Nordfinistière

Nach gemütlichem Frühstück mit schöner Aussicht, Auto ausräumen, etwas putzen und ausgiebigen spielen mit dem Nachbarshund, ging es heute erstmal Vorräte aufstocken.

Frühstücksaussicht

Nachdem Gas, Benzin,  Brot,  Obst und Gemüse wieder aufgefüllt waren, kam ich am frühen Nachmittag endlich in Morlaix an. Die Stadt hat mich mit ihren wunderschönen Plätzen und alten Häusern aus verschiedenen Jahrhunderten positiv überrascht. Schade nur, dass dort überall große Fahrstraßen durchgehen bzw. die Flächen als Parkplätze genutzt werden. Andererseits hätte ich dann ja auch keinen zentrumsnahen Parkplatz bekommen. Zwei Seiten derselben Medaille.

Pénanault Haus aus dem 16. Und frühen 17. Jahrhundert,  gebaut aus Granit der nahegelegenen Île Callot und Île Grande
Blick vom Viadukt auf Morlaix
Kirche St-Melaine, gegründet zwischen 1149 und 1157, errichtet Ende 15. Jahrhundert, schöne Inneneinrichtung und Sternenhimmel
Gassen in Morlaix
Place Allende
Grand’Rue mit Häusern aus dem 15. Jahrhundert, Heiligenstatuen an den Fassaden
Grand’Rue 9 (Maison à Pondalez) und 14 (Maison Pouligen)

Das Haus Hausnummer 9 stammt aus dem 16. Jahrhundert und hat einen monumentalen Kamin und eine hölzerne Wendeltreppe und kann besichtigt werden.

Hausnummer 14 wird in vielen Büchern zu bretonischen Geschichte erwähnt.

Place des Otages

Am Place des Otages findet man Häuser aus dem 16. Jahrhundert. Traurige Berühmtheit erlangte der Platz, weil hier am 26. Dezember 1943 16 Morlaiser zwischen 15 und 46 Jahren  zusammengetrieben wurden, um in KZs wie Buchenwald deportiert zu werden. Daher kommt auch der Name des Platzes.

Hier habe ich heute ein sehr leckeres Eis von der Teestube Martin gegessen. Es war meine erste Bestellung auf französisch ohne Stottern und komisch angeschaut werden 🙂

„Garten“am Place des Otages

Dort befindet sich mitten im Stadtgettümmel zwischen 2 großen Straßen auch ein Garten zur Erholung mit vielen unterschiedlichen Sitzgelegenheiten, Spielen wie Garten-Dame oder Tic-Tac-Toe und ein Pavillon, den die Stadt kostenlos für Musiker zur Verfügung stellt.

Am nächste Sightseeingziel ist auch mein heutiger Übernachtungsplatz

Heute  stand noch die Besichtigung eines sogenannten umfriedeten Pfarrbezirks auf dem Programm.  Davon gibt es einige in der Bretagne. Einer der schönsten soll der in Saint-Thégonnec sein. Und ich muss zugeben,  dass ich selten eine prachtvollere Kirche gesehen habe. Ich war so in die Besichtigung vertieft, dass ich nicht bemerkt habe, dass es schon 18 Uhr war und ich eingeschlossen wurde. Zum Glück hat der Herr nochmal eine runde gedreht und dabei mich und ein älteres Paar in einer Seitenkapelle, in der es einiges zu diesem Enclos Paroissial zu lesen gab, aufgestöbert.

Dieser monumentale heilige Ort, Symbol für die Vorrangstellung des Glaubens in jener Zeit, spiegelt den wirtschaftlichen Wohlstand der Region im 16. und 17. Jahrhundert wider. Diesen verdankte sie der Herstellung,  Verarbeitung und dem Handel mit Flachs/Leinen.

Eine umfriedete Pfarrei ist  ein architektonischer Komplex, der aus mehreren Elementen besteht: einer Kirche, einer Umfassungsmauer, einem monumentalen Eingang (Triumphbogen), einem Kalvarienberg, einem Beinhaus sowie einer Vorhalle und einer Sakristei. Eine umfriedete Pfarrei bildet einen heiligen Ort, an dem Denkmäler und Dekorationen die Gläubigen an den allgegenwärtigen Tod und den Weg zur Erlösung erinnern. Die Präsenz jedes einzelnen Objekts ist gerechtfertigt: Hinter jeder Anlage verbirgt sich die gesamte theologische Konzeption der katholischen Kirche ihrer Zeit. Die Gläubigen betreten den heiligen Ort, passieren das Beinhaus, das sie an ihren eigenen Tod erinnert, und wenden sich dann dem Kalvarienberg zu, wo ihnen das Bild der Passion Christi Hoffnung auf die Auferstehung gibt. Schließlich betreten sie durch die Vorhalle die Kirche, um Vergebung für ihre Sünden zu erlangen.

Der Bau der Anlage in Saint-Thégonnec dauerte fast 2 Jahrhunderte. Einige Teile sind im Laufe der Zeit verschwunden. Sie wirkte früher monumentaler als heute. Doch den größten Schaden erlitt sie bei einem Brand 1998. Dabei wurden große Teile verwüstet und einige Kostbarkeiten im Inneren vernichtet. Während des Brandes bildeten die Menschen von Saint-Thégonnec eine Menschenkette,  um zu retten, was zu retten war. So konnten sie einiges an Inneneinrichtung aus der brennenden Kirche holen.

Nach dem Brand schlossen sich Freiwillige, die Stadt und die Gemeinde  zum Verein „Restaurer l’enclos de Saint-Thégonnec“ (Restaurierung der Einfriedung von Saint-Thégonnec) zusammen und sammelten Spenden von Einzelpersonen und mehreren französischen Städten. Die Restaurierung kostet >5 Mio Euro und ist aktuell in vollem Gänge. Hier hatte ich wieder Glück,  denn ab 23. Juni, wird die Kirche einige Zeit wegen der Arbeiten geschlossen sein. So haben nur Baugerüste und Planen einen Teil verdeckt, als ich heute hier war.

Wieder powerless….

Nachdem sich gestern schon abgezeichnet hat, dass  die Powerstation nicht mehr länger als einen Tag durchhalten würde und das Wetter weiter schlecht bleibt,  habe ich mir für heute doch wieder einen Campingplatz gesucht. Da ich dieses Mal nur eine Nacht bleiben will, um die Powerstation zu laden und was sonst noch an Geräten Strom benötigt, sollte es aber nicht zu teuer sein. Nachdem das mit dem Freistehen in Frankreich so gut geht und die Versorgung mit öffentlichen Toiletten in der Regel auch ziemlich gut ist, sind mir 25-30 € nur für einen Schlafplatz mit Strom und Dusche auf Dauer etwas zu teuer und ich wollte ja auch möglichst einfach und ungeplant reisen. Daher habe ich mir einen Bauernhof mit Campingplatz ausgesucht. Tatsächlich hat es mich heute dann schon etwas gestresst bis spätestens 18:30 Uhr einchecken zu müssen.  Vor Ort hat sich dann herausgestellt,  dass das völlig unnötig war. Ich weiß nicht,  warum dieses knappe Zeitfenster (2,5h) angegeben wurde. Der Campingplatz ist „selbstorganisiert“. Der Empfang war gar nicht besetzt. Die Bezahlung erfolgt per Reisescheck oder Bargeld in den Briefkasten. Man kann mal schauen,  ob man den Bauern auf seinen Feldern findet, um Bescheid zu geben,  dass man da ist. Aber wenn man ihn nicht trifft, stört das wohl auch keinen. Meine Einweisung habe ich von anderen Campern bekommen,  die ich zufällig angetroffen habe. Lustiges Konzept.  Ansonsten ist es nicht viel anders als beim Freistehen. Ich bekomme eben zusätzlich Strom, eine Möglichkeit zu duschen und habe heute mal meine beiden Trekking-Hosen auswaschen können. Ich hoffe, die trocknen bis morgen. Die Einrichtungen sind offen und sehr rustikal. Die Dusche hat keinen Temperaturregler, die sogenannte Gemeinschaftsküche ist ein Raum mit zwei selbstgezimmerten Arbeitsplatten ein paar Regalen und einem Kühlschrank, in den ich aber nicht geschaut habe. Es gibt einen einfachen Aufenthaltsraum mit Spielen und Büchern, so dass Mikrocamper, Wanderer und Radfahrer auch bei Dauerregen eine Möglichkeit hätten sich aufzuhalten. Außerdem wenig überraschend auf einem Bauernhof: Unmengen Fliegen.

Alles ein wenig rustikal

Die Plätze sind durch Hecken oder hohes Gras abgetrennte Parzellen in einer großen Wiese. Man stellt sich einfach hin, wo es einem gefällt. Sie sind leider alles andere als eben und ich habe den Eindruck,  die mit Strom sind schiefer als die ohne. Aber ich habe den Yoggi dennoch gut positionieren können. Nach einem kurzen Schauer,  konnte ich heute auch wieder draußen  kochen. Aber die Luftfeuchte, v. a. am Abend ist immens hoch. Die Sachen, die ich zum trocknen rausgehängt habe, waren innerhalb kürzester Zeit feuchter als davor. Jetzt hoffe ich auf Wind und Sonne am Morgen.

Aber friedlich in der Natur
Auch aus der Ferne ist das Meer (Bucht von Morlaix) schön

Doch nun zum heutigen Tag…

Da ich wieder erst gegen morgen eingeschlafen bin und der heutige Tag mit schlechtem Wetter angekündigt war, habe ich lange ausgeschlafen, bis ich mit Lüften,  frühstücken und Co. fertig war, war es bereits kurz nach zwölf, als ich mich auf den Weg Richtung Roscoff machte. Unterwegs wollte ich beim Leuchtturm Pontusval etwas nordwestlich von Menez Ham, bei der Allée Couvert von Guirnivit (eine steinzeitl. Grabstätte) und beim Menhir de Cam-Louis – beides in der Umgbung von Plouescat – Zwischenstopps einlegen.

Leuchtturm Pontusval eingebettet in Granitfelsblöcke
Neben diesen riesigen Geanitfelsen wirkt der Yoggi winzig

Die Allée Couvert von Guirnivit trotzt schon seit tausenden von Jahren den Gezeiten. Bei Ebbe ist sie komplett zugänglich. Ich hatte Glück zur richtigen Zeit da zu sein. Aber vorsichtig, der nasse Sand ist stellenweise sehr glitschig. Als die Menschen diese Grabstätte errichteten, war die Küste noch viel weiter weg und das Wasser hat sie natürlich nicht jeden Tag übererspült. Heutzutage ist sie bei Flut teilweise mit Wasser bedeckt.

Allée Couvert von Guirnivit

Oberhalb der Allée Couvert von Guirnivit gibt es auf einem Hügelchen wieder tolle Granitfelsen. Man sollte sich aber auf den Wegen halten, um sie sich anzusehen. Ich habe es nicht getan und bin deshalb wie Alice im Wunderland in einen Kaninchenbau gestürzt. Zum Glück habe ich mich nicht verletzt,  aber ordentlich schmutzig bin ich geworden,  als ich bis zum Oberschenkel in dem Loch steckte

Allée Couvert von Guirnivit
Wieder ein vergessen wirkendes Boot

Nur wenige Kilometer entfernt, direkt am Strand steht der Menhir de Cam-Louis. Ein sehr schönes Exemplar. Er ist mindestens 4-5 Mann hoch. Um ihn herum liegen in einem Kreis kleinere Steine. Ich weiß allerdings nicht, ob die da schon immer so angeordnet lagen oder aus  neuerer Zeit stammen. Unweit davon liegen aber noch einige etwas größere Brocken fast geradlinig in einer Reihe im hohengras versteckt. Es ist ein sehr friedlicher Ort,  der auf mich sehr beruhigend wirkte.

Menhir de Cam-Louis

Und auch der Strand dort ist sehr schön. Mich haben neben  den Wellen und Felsen heute v. a. die Farben fasziniert.

Man möchte in dieses Häuschen auf den Klippen glatt einziehen
Auf einem Hügel über dem alten Hafen thront die Kapelle Sainte-Barbe.

Als ich in Roscoff ankam,  war ich schon ziemlich erschöpft. Vom Parkplatz an der Kapelle Sainte-Barbe, bin ich daher nur zur Kapelle und am Hafen vorbei kurz durch die Altstadt gelaufen. Die Kapelle dient noch heute mit ihrem leuchtenden Weiß den Seeleuten als Landmarke. Von der Kapelle aus hat man in die eine Richtung einen herrlichen Blick auf den alten Hafen und die sich daran anschließende Altstadt von Roscoff, die vom schönen Renaissance-Turm der Kirche „Notre-Dame-de-Kroaz-Baz“ überragt wird und in die andere auf eine kleinevorgelagerte Insel mit den Resten eines Forts. Auch hier hatte Vauban wieder seine Finger im Spiel,  allerdings stand das Fort schon vor seiner Zeit. Er hat die Befestigung von Roscoff, das immer wieder von den Briten angegriffen wurde mit Kanonen bestücken lassen.

Blick auf alten Hafen und Altstadt von Roscoff
Fort von Roscoff
Altstadt von Roscoff mit der Kirche Notre-Dame-de-Kroaz-Baz und ihren Gassen
Älteste Straße von Roscoff

Die Keller waren früher zur Straße offen. Die Händler nutzten die Keller als Lager und es war wichtig für sie, jederzeit schnell an ihre Waren zu kommen.  Deshalb hat jedes Haus hier so einen Keller.  Da es öfter zu Unfällen kam, weil Menschen in die Keller stürzten,  gab es irgendwann eine Verordnung,  dass die Kellereingänge verschlossen/bedeckt werden müssen. Die Fassaden/Giebel sind oft reich verziert.  Ein Anzeichen dafür,  dass hier früher reiche Händler und Kaufleute gelebt haben.

Une expérience extraordinaire und viel bon Chance…

Ich bin heute Nacht erst gegen 2 Uhr eingeschlafen. Zum einen scheine ich gerade wieder einmal in der tired-but-wired-Phase zu sein, zum anderen war wider erwarten trotz des schlechten Wetters so lange immer noch ein kommen und gehen auf dem Parkplatz (wer weiß,  was ich mir da für einen Parkplatz ausgesucht habe…).

In Le Conquet habe ich auf Anhieb einen Parkplatz gefunden und auch den Weg zum Hafen hat Google Maps mir zuverlässig gewiesen. Sogar der heftige Regen hat pünktlich aufgehört. Kurz vorm Hafen, fiel mir auf, dass ich zwar den englischsprachigen Audioguide aufs Handy geladen,  die Kopfhörer aber im Auto liegen lassen habe. Der Kapitän unseres Schlauchboots hat mich auch prompt darauf angesprochen. Ein Kunststück bei 3 Passagieren,  rauszufinden, welches die ist, die nichts versteht. Er hat mir angeboten, mir im Nachgang alles auf Englisch zu übersetzen,  aber das war gar nicht nötig. Meine Zunge hat sich zwar noch nicht daran gewöhnt,  aber meine Ohren verstehen mittlerweile wieder etwas mehr Französisch. Da ich mir im Vorfeld ein wenig Wissen angelesen und gestern am Phare Saint-Matthieu einiges über die Gegend und ihre Geschichte erfahren habe, habe ich tatsächlich so ziemlich alles verstanden.  Ich kann zwar nicht die Namen, der einzelnen Vogelarten wiedergeben,  aber ich habe verstanden,  was über die jeweiligen Tiere erzählt wurde. Der Kapitän hatte wohl mehr Erfahrung als der Guide und hat ihn ab und zu ergänzt oder auf etwas hingewiesen was dieser vergessen hatte. Man hat richtig gemerkt, dass er dafür brennt und ein breites Wissen zur Natur und Geschichte des Ortes hat. Auch über das hinaus, was man üblicherweise in Reiseführern oder auf Schildern liest. Und dass er dieses Wissen gerne teilt. Außerdem hat er supergute Augen und hat so jeden interessanten Vogel, die kleinsten,  best getarntesten Robben und die beiden Delfine in der großen Iroise-See ausgemacht und uns sicher hinnavigiert.

Das war wirklich ein außerordentliches Erlebnis. Die beiden Delfine (große Tümmler)  sind teilweise richtig nah ans Boot herangeschwommen. Man hätte fast die Hand nach ihnen ausstrecken können. Vor Staunen habe ich in dem Moment ganz vergessen zu fotografieren.  Allerdings sind die beiden auch immer so schnell wieder abgetaucht,  dass ich – glaube ich –  überwiegend Flossen und ab und zu mal einen Rücken fotografiert habe. Und auch wenn der Kapitän die Tiere gut kennt, sieht er sie doch auch nicht jeden Tag und meinte wir hätten Glück.

Unser Kapitän bereitet unser Boot vor
Blick auf Le Conquet
Bon Chance! Tatsächlich 2 Delphine!
Und wie dicht sie kamen
Phare des Pierres Noires
Phare de Kermorvan

Da die Tour um 3 Stunden vorverlegt worden ist, waren wir nicht zur Ebbe unterwegs. Das ist der Zeitpunkt, an dem die Robben sich normalerweise am Strand einer bestimmten Insel zum ausruhen aufhalten. Dennoch hatten wir auch da Glück. Ab und zu hat der Kapitän einen Kopf aus dem Wasser ragen sehen und uns vorsichtig,  ohne die Tiere zu stören,  näher herangebracht. Und auf dem Rückweg hat er auf einem  Felsen tatsächlich auch noch eine Robbenfamilie ausgemacht, die sich dort gesonnt hat. So waren auch noch ein paar gute Schnappschüsse von Robben möglich.  Das Wetter hat es wirklich gut gemeint, die See war relativ ruhig, der Wind gut auszuhalten und am Ende kam sogar die Sonne raus.

Auf dem Rückweg zum Auto fand ich noch eine kleine Kirche, die einem für seine Zeit sehr fortschrittlichen Priester und Missionar gewidmet ist. Dieser „verrückte“ Dom Michel de Nobletz (1577-1652) hat es doch tatsächlich gewagt, Frauen seine Texte rezitiert zu lassen….

Da ich sicherheitshalber nur ein kleines Frühstück zu mir genommen hatte,  habe ich mir auf dem Weg zurück zum Parkplatz in einer Patisserie eine kleine französische Sünde geholt. Denn Seeluft macht hungrig. Damit bin ich auf einen Picknickplatz außerhalb der Stadt gefahren,  habe mir eine Kaffee dazu gekocht und die Leckerei verspeist.

Un Chou

Da ich schon den Kocher draußen hatte und es überraschend trocken von oben ist,  habe ich gleich noch mehr heißes Wasser gemacht und das Kochgeschirr von gestern Abend abgewaschen. Dazu war bei dem Regen noch keine Gelegenheit gewesen.

Der Tag ist zu Ende und es ist wieder spät geworden.  Daher lasse ich heute erstmal nur noch Bilder sprechen. Morgen wieder mehr.

Eines der bekanntesten Fotomotive – das Corps du Garde in Menez Ham
„Wie kann ein Tag der so verregnet begonnen hat, schöner enden“ dachte ich, bevor ich kurz darauf doch noch klatschnass wurde 🙂

Sommerhitze in Lanvoy und Regen an der Pointe Saint-Matthieu

Nachdem es gestern oder vielmehr heute bereits 0:30 Uhr war, bis ich endlich ins Bett kam und mein Körper bereits signalisiert hat, dass ihn der Tag sehr angestrengt hat, bin ich um 9:15 Uhr ziemlich ausgedörrt in einem 29° warmen Auto erwacht. Ich war zwar im Laufe der Nacht mehrmals kurz wach, aber ab 6 Uhr habe ich ganz gut geschlafen. Hätte ich geahnt, dass die Sonne am Morgen so auf das Auto brutzelt, hätte ich gestern Abend noch das Solarpanel aufgestellt. So konnte ich die Sonne erst ab 9:30 Uhr nutzen.

Mir war gestern schon im Dunkeln aufgefallen,  dass es hier recht schön zu sein scheint,  aber erst im Tageslicht kommt der Zauber des Ortes so richtig zur Geltung. Der Parkplatz liegt zwischen der Ruine einer alten Kapelle (Kapelle von Lanvoy), einem Spielplatz und dem Wasser.

Blick übers Wasser bei Ankunft in Lanvoy

Nachdem mich die argwöhnisch Blicke (so kam es mir zumindest vor) der Anwohner, anfangs irritiert hatten, beschloss ich doch, hier zu frühstücken. Es sprach einiges dafür: die Toilette war offen, wenn auch kein Wasser am Waschbecken kam, es gab schöne Picknicktische am Wasser, ich war erschöpft,  die Powerstation leer, die Sonne schien die meiste Zeit und die Kapelle lud zu einem Besuch ein.

Herzrasen, Erschöpfung, Nervenkribbeln und dass mir dauernd etwas aus den Händen fällt, zeigen darüberhinaus an, dass dringend Ruhe und Regeneration angesagt sind. Und wer weiß, ob und wann ich heute nochmal ausreichend Sonnenenergie für die Powerstation bekomme.

Aussicht beim Frühstück

Nach dem Frühstück mit grandioser Sicht aufs Wasser und glückliche Kinder auf dem Spielplatz und noch mehr komischen Blicken von deren Vätern und Großeltern (es war nie eine Mutter dabei), habe ich mir die Ruine angeschaut. Einige Bereiche sind seit einem Orkan in der Nacht 1./2. November 2023 abgesperrt. Dennoch kann man alles sehen.  Auf einer verwitterten Hinweistafel steht zwar „gesperrt bis zum Abschluss der Widerinstandsetzung“, aber es macht nicht den Eindruck, dass hier aktiv etwas getan wird. Schade, aber vermutlich wäre das ein sehr teures Unterfangen.

Chapelle de Lanvoy

Ich hatte gehofft, in der Kühle der nebenstehenden kleineren Kapelle Zuflucht zu finden, da alle Sitzmöglichkeiten am Parkplatz in der Sonne stehen und ich Wärme gerade nicht vertrage, aber sie ist wohl nur bei Gottesdiensten zugänglich. Daher sitze ich jetzt an einer schattigen Stelle am Fuß der Ruine auf einem am Boden liegenden Stein und werde die Gelegenheit nutzen, meinen Bericht für gestern zu schreiben. Um mich herum zwitschern die Vögel und sunnen die Hummeln.

Um die Powerstation fast voll zu laden,  blieb ich noch bis 16 Uhr in Lanvoy. Den in den nächsten Tagen wird es keine Sonne geben. Außer Blog schreiben und schauen,  was ich als nächstes machen könnte, habe ich nicht viel geschafft. Es war heiß und ich erschöpft. Zum Glück habe ich noch herausgefunden,  wie ich das Wasser am Waschbecken in der Toilette anbekomme, so dass ich mir ab und zu Unterarme und Gesicht abkühlen konnte. Bei meiner Fahrt Richtung Westen wurde es zunehmend bewölkt und schwül. In Brest war es kaum auszuhalten,  zumal ich in Feierabendverkehr kam. Eine riesige, turbulente Stadt. Die große 🏰 hätte mich schon gereizt, aber Brest hätte mich aktuell hoffnungslos überfordert und so war ich froh, als ich aus der Stadt raus war.

Gegen 17:30 Uhr kam ich an der Pointe Saint-Matthieu an. Der Legende nach sind die Seeleute mit dem Leichnam von Matthäus hier gelandet und im 6. Jahrhundert soll hier das erste Kloster gegründet worden sein. Dieses hatte angeblich den Schädel von Matthäus als Reliquie.

Hier kann man den Leuchtturm und eine Kapelle innerhalb der Ruinen einer alten Abtei besichtigen. Die Abtei ist im Laufe der Jahrhunderte immer wieder umgebaut worden, so dass sich dort romanischer und gotischer Baustil vermischen. Die Abtei wurde im 11. Jahrhundert gegründet und während der französischen Revolution aufgegeben. Der hohe Kirchturm wurde von den Mönchen lange Zeit als Leuchtturm benutzt, bevor das Recht einen Leuchtturm zu betreiben an die Marine ging. Die 163 Stufen auf den Leuchtturm sind im Moment zuviel für mich und es war ja auch schon spät. Daher bin ich noch ein wenig auf der Landspitze spazieren gegangen. Natürlich habe ich auch einen kleinen Abstecher zur Gedenkstätte für die vermissten französischen Seeleute gemacht. Auf dem Gelände verteilt sind immer wieder Tafeln mit Namen von vermissten Schiffen. Vor der Küste gibt es sehr viele Felsen und nur eine sehr enge Passage Richtung Brest. In früheren Zeiten,  mussten Schiffe oft tagelang warten,  bis sie nach Brest weitersegeln konnten,  weil die Bedingungen nicht geeignet waren. Es kam zu regelrechten Staus vor der engen Passage.

Gedenkstätte für vermisste Seeleute
An der Küste entlang ist auf fast jeder Landspitze ein Leuchtturm

Als der mittlerweile eingesetzte Regen zu stark wurde, habe ich mich auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz gemacht. Zwischen Strand und Campingplatz  Les Blancs Sablons fand ich einen geeigneten Parkplatz mit einer sauberen Toilette direkt auf der anderen Straßenseite. Nach einem kurzen Spaziergang zum Strand habe ich in einer Regenpause eine Kleinigkeit gekocht.

Am Strand les Blancs Sablons
Am Strand les Blancs Sablons

Das war auch dringend nötig nach ein paar Tagen nur Brot, Gebäck, Obst, Nüsse und Gemüse. Da es hier von Mücken nur so wimmelt, wollte ich nicht wie üblich unter der offenen Heckklappe kochen. Mücken im Schlafzimmer sind übel,  aber im Auto kann man ihnen noch weniger entkommen. Daher musste ich improvisieren.

Meine improvisierte Küche

Ich habe es dann gerade rechtzeitig zum nächsten heftigen Regenguss geschafft mit kochen fertig zu werden. Als es zu Gewittern anfing fürchtete ich schon, dass ich das Kochen abbrechen müsste.

Da ich nicht so fit bin und nicht soviel besichtigen kann,  wie ich gerne würde, nutze ich die Angebote für Touristen  (Petit Trains, Bootsfahrten), um möglichst viel vom Land (und Meer) mitzubekommen. So kann ich Pacing und Besichtigungen vereinen. Daher habe ich für morgen eine Exkursion mit einem Boot zur Entdeckung von Flora und Fauna gebucht. Die beiden Guides werden in den Bewertungen sehr gelobt und der Veranstalter arbeitet eng mit lokalen Naturschutzorganisationen zusammen.  Sie hätte am Nachmittag stattfinden sollen, wurde nun aber wegen widrigen Wetterbedingungen (Sturm) auf den Vormittag verlegt. Ich bin sehr gespannt. Ob ich endlich meine ersten Delphine in freier Wildbahn zu sehen bekomme. Mit etwas Glück erwischen wir ja ein regenfreies Zeitfenster.

Ein langer Tag

Heute habe ich nach einem langen Tag mit vielen Eindrücken erst um 23:00 Uhr ein Plätzchen zum Schlafen gefunden.  Da ich noch etwas essen muss und das Auto für die Nacht herrichten,  werde ich heute nicht mehr schreiben.

Nach einer warmen Nacht im Auto hole ich nun den Bericht nach.

Auf dem Parkplatz am Pointe de Chèvre war am Morgen schon viel los. Fast minütlich kamen Autos, die Wanderer ausspuckten. Eine Sitzgelegenheit gab es auch nicht und campieren war verboten,  was bei 24h-Parkerlaubnis bedeutet, dass man zwar übernachten, aber nichts (Stühle,  Tische, Markisen etc.) Auspacken darf. Daher bin ich nach einer kurzen Morgentoilette aufgebrochen. Ich wollte eine Wanderung von einem nahegelegenen Dorf zur Pointe de Dinan machen. Das zu finden war gar nicht so leicht. Ich weiß nicht,  ob es an den vielen Militäreinrichtungen in der Umgebung oder daran liegt, dass es am Ende der Welt (die Region heißt nicht umsonst Finistière) ist, aber beide Navis waren wieder völlig überfordert. Ich sollte mehrmals in Wiesen oder auf Privatgrundstücke abbiegen oder stand plötzlich am Ende einer Straße. Ich habe es dann mit Karte und gelegentlichen Stopps geschafft nach über einer halben Stunde für eigentlich nur etwas mehr als 5km, an meinem Startpunkt anzukommen. Nicht von einem der offiziellen Parkplätze nahe der Pointe zu starten hatte auch den Vorteil,  wenig Menschen zu begegnen. Abgesehen von der wunderbaren, relativ unberührten Natur wurde ich mit großartigen Ausblicken belohnt.

Kleine versteckte Bucht auf dem Weg zur Pointe de Dinan
Schroffe, zerklüftete Klippen
Nicht authentisch,  aber trotzdem hübsch, Fund an einem der Kiesstrände
Blick Richtung Pointe de Dinan und Pen Hir
Mein erster „Bogen“ in der Bretagne,  Pointe Dinan

Auch hier sind die Klippen durchzogen von Hohlräumen.

Weitere Höhlen und Bögen an der Pointe de Dinan
Wenn man ganz still ist, kommen einem die Möwen nahe, auch wenn man nichts zu essen hat
Blick Richtung Pen Hir
Weiterer Bogen an der Pointe Dinan

Auf dem Rückweg habe ich in einer der versteckten Buchten mein mitgebrachtes „Frühstück“ (nach 13 Uhr) verzehrt, bevor ich mich an den letzten steilen Anstieg gemachthabe. In dieser Umgebung schmeckt das einfachste Essen und altbackenste Brot noch köstlich. So schön die Klippen und versteckten Buchten auch sind, wenn man an ihnen entlangwandert, geht es immer wieder steil bergauf und -ab. Außerdem ist gutes Schuhwerk unverzichtbar und auch ohne Wanderstöcke hätte ich es wohl kaum geschafft. Der Küstenwanderweg, der sich auf rund 2000km an der bretonischen Küste entlangschlängelt ist auf jeden Fall sehr schön.  Vielleicht kann ich irgendwann mehr als 3-4 km davon gehen. Es erinnert mich an ein sehr gutes Buch, das ich vor ein paar Jahren gelesen habe und sehr empfehlen kann: der Salzpfad von Raynor Winn. Ein Biographischer Bericht einer Frau, die aus einer Notssituation (unverschuldete Obdachlosigkeit) heraus mit ihrem schwerkranken Mann den South West Coast Path in England wandert. Eigentlich ist das Buch sogar ein gutes Beispiel dafür,  dass man vieles schaffen und überleben kann, wenn man muss und will, auch wenn einem der Körper sagt, dass er das eigentlich nicht kann.

Nach einem Zwischenstopp in Crozon, um Brot und frisches Obst und Gemüse zu besorgen, fuhr ich weiter nach Camaret-sur-Mer. Den geplanten Ausflug zum Pen Hir habe ich ausgelassen, weil die kleine Wanderung am Morgen, mich mehr angestrengt hatte als erwartet. Da wollte ich mir keine weitere Wanderung inmitten von Touristenströmen zumuten. Von der Pointe Dinan aus hatte ich gesehen,  wieviele Menschen dort waren. Entgegen meiner Erwartungen hat mich Camartet dann auch mit einigen interessanten Entdeckungen überrascht. Auch hier wieder karibisches Feeling. Schneeweißer Sandstrand mit türkisfarbenem Waser, mittlerweile brannte auch die Sonne bei rund 23°. Ein paar Mutige waren sogar im Wasser. Ich war sehr in Versuchung, die Schuhe auszuziehen und durch die Wellen zu laufen, aber der Gedanke, dann am Abend mit sandigen Füßen ins Bett zu müssen,  hat mich abgehalten. Hätte ich da schon gewusst,  dass ich noch in Camaret-sur-Mer die Möglichkeit finden würde,  sowohl die Füße als auch den Rest gründlich zu waschen,  hätte ich es getan. Sandige Füße habe ich bei der Spurensuche am Fossilienstrand von Camaret-sur-Mer nämlich trotz Socken und Schuhen ohnehin bekommen.

Strand von Camaret-sur-Mer
Leuchtturm von Camaret-sur-Mer

Geplant war, mir „schnell“ den Vauban Turm anzusehen. Quasi Pflichtprogramm, wenn man in einer Stadt lebt, die diesem Man einen ganzen Stadtteil gewidmet hat.  Für die, denn der Name genausowenig sagt wie mir bevor ich nach Freiburg zog: Vauban war ein französischer General, Festungsbaumeister Ludwigs XIV. und Marschall von Frankreich.

Er hat zahlreiche Festungen gebaut und erfolgreiche Schlachten für Frankreich geschlagen. Unter anderem hat er in Camaret-sur-Mer einen britischen Angriff erfolgreich verhindert. Auf dem Weg zum Turm entdeckte ich einen kleinen Schiffsfriedhof. Er ist direkt bei der Chapelle Notre Dame de Rocamadour und dem Vauban Turm. Die Dichte an Sehenswürdigkeiten lockt auch viele Künstler an, wodurch auch als ich da war überall dazwischen Menschen mit Blöcken und Stiften saßen und malen. Ein Anblick, den man in der Bretagne häufig findet.

Schiffsfriedhof in Camaret-sur-Mer

Die Kapelle wurde zwischen 1610 und 1648 gebaut. Woher der Name stammt ist nicht ganz klar. Eine mögliche Erklärung ist eine Ableitung aus dem keltischen von  Roc’h = Fels und Dour =Wasser. Der Glockenturm wurde am 30. Juni 1694 bei einem Angriff durch britische Soldaten, die Brest einnehmen wollten, beschädigt und seither nicht wieder instandgesetzt.

Vauban-Turm und an der gegenüberliegenden Landzunge modernere Festungsanlagen / Bunker

Nach nur 3-minütiger Fahrt kam ich zu den Menhiren von Lagartjar. Ich war überrascht,  dass dieses Menhirfeld quasi noch mitten im Ort ist. Es ist ein beeindruckender Ort mit toller Atmosphäre. Man kann hier auch wundebar meditatieren, wenn man sich nicht an den anderen Touristen stört. Aber ich habe auch den ein oder anderen entdeckt, der die Steine in gespannter Erwartung angefasst hat. Soweit ich es gesehen habe, ist aber keiner durch ein magisches Portal (Outlander-Fans wissen wovon ich rede) verschwunden ;-). Ursprünglich waren hier bei einer Erfassung im Jahr  1776 600 Menhire gestanden. Als der Ort zu Beginn des 19. Jahrhunderts unter Denkmalschutz gestellt wurde, waren es nur noch 100. Sie werden auf die Zeit um 2500 v. Chr. datiert.

Menhirfeld von Lagartjar

Direkt daneben findet man die Ruine des Herrenhauses von von Pierre Paul Roux de Magnifique, einem französischen Dichter, der das majestätische Herrenhaus 1905 auf der Klippe von Pen Hat baute. Von seinen 4 Rundtürmen aus, hatte er einen großartigen Ausblick in alle 4 Himmelsrichtungen.

1940 wurde das Haus von der Wehrmacht besetzt, viele der Schriften des Dichters vernichtet, die Gouvernante ermordet und der Dichter und seine Tochter verletzt. Weil die Wehrmacht das Haus besetzt hatte, wurde es mehrfach bombardiert und brannte schließlich aus. Ein trauriges, wenn auch pitoresques Mahnmal. Der Dichter soll sich von den Ereignissen um die Besetzung seines Hauses nicht mehr erholt haben und bald darauf gestorben sein.

Von Camaret-sur-Mer ging es nach einer weiteren abenteuerlichen Fahrt zum Schiffsfriedhof von Rostellec. Dort liegen zahlreiche (über 20) Schiffe in unterschiedlichem Verfallsstadium, die dort gestrandet sind. Darunter grosse Schiffe bis zu 20 m Länge. Der Ort ist eng verbunden mit dem Schiffsbauer Auguste Tertu, der hier in den 70er Jahren über 1000 Schiffe entworfen hat. Das Gelände gehört noch heute seinen Nachfahren. Darüber hinaus ist es ein Ort der Erinnerung für viele Seefahrer. Ich war am Abend gegen 20 Uhr dort und  da mittlerweile die Sonne schien, war ideales Licht zum Fotografieren und ich war über 1 Stunde da und bin zwischen den Skeletten der ehemals majestätischen Boote und noch jüngerer Wracks herumspaziert. Hin- und hergerissen zwischen „ist das Kunst oder kann das weg?“ Auch wenn es ein faszinierender Ort ist, liegt da doch jede Menge „Müll“ in der Natur. Da gerade Ebbe, wenn auch nicht Niedrigwasser war, kam ich überall gut ran. Allerdings war es auch ziemlich modderig und neben dem typischen Schlickgeruch gab es auch unendlich viele Mücken. Vor lauter Begeisterung habe ich das gar nicht so bemerkt, aber später im Bett, konnte ich kaum einschlafen,  weil die vielen Stiche so juckten. Leider konnte ich von den beiden großen Schiffen Averse und  Ondée, zwei Wassertankern, die in den 1980er Jahren zur Versorgung der Inseln des Iroise-Meeres (Molène, Sein) und der Île Longue dienten, keine Spur finden. Nur ein weiteres Militärgelände. Wäre ich Flacherdler würde ich einen Zusammenhang zur Unzuverlässigkeit meiner Navis sehen, oder Rosellec ist so etwas wie Bielefeld in Deutschland 😉

Unterwegs kam ich später noch an dem kleineren Schiffsfriedhof in le Fret vorbei.

Ich hatte eigentlich geplant, die Nacht auf dem Parkplatz bei der Touristeninformationen in Landévennec zu verbringen, aber der Parkplatz war mir dann doch zu schräg und hat sich irgendwie nicht so gut angefühlt. So bin ich nach einer weiteren halben Stunde Fahrt gegen 23 Uhr auf einem Parkplatz bei der Chapelle de Lanvoy gelandet. Unterwegs hatte ich einen prächtigen Sonnenuntergang und hier spiegelte sich der große,  rötliche Mond traumhaft im Wasser. Das erschienen mir gute Zeichen und ich hätte zu der Zeit auch einfach nicht mehr weiterfahren können.

Ich glaube, ich habe heute so ziemlich alle möglichen Aspekte der Crozon-Halbinsel in einen Tag gepackt erlebt.

Die Welt ist klein,  aber schön

Die ungemütliche Übernachtungssituation hat mir eine kurze Nacht beschert. Daher habe ich ziemlich früh fluchtartig die Location verlassen und bin an die Abermündug gefahren. Hier wollte ich heute eine kleine Wanderung zu einer Insel mit einer alten Feste machen, die man bei Ebbe angeblich zu Fuß erreichen soll. Bis zur Ebbe bzw. Tiefwasser waren es noch einige Stunden,  aber ich wurde mit einem schönen Sonnenaufgang belohnt.

Sonnenaufgang über dem Aberdelta

Außerdem konnte ich so früh morgens ganz ungestört Fische und Vögel beobachten und dank meinem Tele ein paar gute Bilder schießen.

Die Wanderung war dann etwas abenteuerlich, weil es teilweise über glitschige, mit Algen bewachsene Felsen ging und man sich immer mal wieder einen Weg suchen musste, bei dem die Füße trocken bleiben. Man läuft eben durch ein gerade abgelaufenes Flussbett und dessen Übergang in den Atlantik.

Aber nach einiger Kletterei war es geschafft und ich konnte die Insel ersteigen und die Aussicht genießen.

Aussichten von der Ile d’Aber

Die Festung wurde wie viele Befestigungsanlagen seinerzeit und auch ein paar zivile Bauwerke (auch im Breisgau) von Vauban erbaut.

Fort de l’Aber

Auf dem Rückweg hat das Universum mir noch einen Streich gespielt. Ich habe mir eingebildet, dass man am Ende des Prils trockenen Fußes zurück auf meinen Weg kommt. Da das nicht so war und das Wasser an dieser Stelle  gut 20-30 cm tief, habe ich die Hosen hochgekrempelt, die Schuhe ausgezogen und bin hinübergewatet. Ich wusste, dass ein kleines Stück weiter ein Parkplatz kommt, an dem ich die Füße trocknen und wieder in die Schuhe steigen könnte.

Während ich die Füße in die Sonne hielt, kam ein Auto und ich dachte noch „ach, ein Freiburger“. Der Fahrer und ich haben nicht schlecht gestaunt, als wir uns gesehen haben. Es war ein Arbeitskollege aus meiner Abteilung. Verrückter Zufall oder das Universum hat mich gezwungen,  mir die Füße nass zu machen,  damit wir uns treffen konnten….

Danach ging es weiter Richtung Crozon bzw. Morgat, wo ich heute eine Bootstour zu den Wasserhöhlen von Morgat gebucht habe. Ich wäre gerne mit einer geführten Kajaktour mit einem Guide in die Höhlen gefahren, aber das wird nur im Juli und August  angeboten. Die große Bootstour ist auch auf Tage hin ausverkauft. Ich bin gespannt,  wie es  wird.

Heute bin übrigens scheinbar nicht nur ich müde, sondern auch das Navi. Es hat heute ein paarmal einfach abgebrochen oder mich woanders als geplant hinnavigiert, so dass ich mehr auf der Straße war als ich wollte, obwohl ich mich nur in einem Radius von rund 20 km bewegt habe.

Einige Stunden später…

Das Navi hat auch auf dem Weg nach Morgat wieder seltsame Dinge gemacht. Wenn ich wieder zuhause bin,  muss ich mal schauen,  ob es dafür ein Update gibt. Nachdem ich es endlich nach Morgat geschafft und auch irgendwann einen Parkplatz ergattert habe, habe ich ein wenig „Haushalt“ gemacht (aufgeräumt,  Geschirr gereinigt,…) und das Solarpanel rausgehängt. Viel Strom gab es nicht (bewölkt) aber besser als nichts. Hier an meinem heutigen Schlafplatz scheint gerade die Sonne, da kann die Powerstation noch auftanken. 

Morgat war voller Touristen und das ist auch die Haupteinnahmequelle seit die Sardinen alle weg sind (und damit auch die Fabriken). Herr Peugeot hatte das damals ganz gut erkannt,  dass Tourismus die Zukunft des Ortes sein könnte. Die prächtigen Villen, die etwas abseits der einfacheren Fischerhäuschen stehen,  zeugen davon, dass das einmal ein sehr mondänes Städtchen war.

Die Bootstour zu den Höhlen war sehr interessant und hat Lust auf mehr gemacht. Am liebsten hätte ich mir direkt ein Kajak geholt und wäre überall  reingepaddelt. Da ich aber 0 Erfahrung habe, wäre das alleine etwas fahrlässig. Leider hatte ich mich im Boot ganz nach hinten hingesetzt. Dadurch konnte ich die Führerin nicht gut hören und auch in den Höhlen in die wir reingefahren sind nicht so viel sehen, weil sie zu eng waren, um darin mit dem Boot zu wenden. Das nächste Mal also vorne sitzen.

In manchen Höhlen zaubern chemische Reaktionen an denen Mineralien,  Algen und das Meerwasser beteiligt sind, wunderbare Farbmuster in die Felsen, die sich im türkisfarbenen Wasser spiegeln.

Man kann hier sehr gut die verschiedenen Sedimentschichten erkennen, die im Laufe der Jahrmillionen am Meeresgrund entstanden sind und durch tektonische Ereignisse aufgeworfen wurden. An manchen Stellen wurden dann durch Erosion Fossilien freigelegt, die man in einigen Höhlen an den Wänden erkennen kann.

Auf der Crozon-Halbinsel gibt es über 500 solcher maritimen Höhlen.  Die einzelnen Höhlen haben jede ganz eigene Charakteristika, die Ihnen im Lauf der Zeit ihre Namen gaben, wie z. B. die Wohnungen des Teufels.  Das sind drei natürliche Trichter mit einem Durchmesser von 6 bis 10 Metern, die die Klippe durchbohren. Diese klaffenden Schornsteine, die mit unterirdischen Höhlen und vertikalen Kanälen verbunden sind, haben die Vorstellungskraft der Menschen beflügelt und eine faszinierende Legende inspiriert. Bei Stürmen rast der Wind herein, der Schaum steigt in Wirbeln über die Klippen auf und erzeugt ein gespenstisches Schauspiel, das Rauch ähnelt. Zusammen mit dem Heulen des Windes und dem Krachen der gegen den Felsen geschleuderten Kieselsteine ließ dieses Schauspiel die Menschen an Teufelswerk glauben.

Durch Auswaschungen, Erosion und Abbrüche entstanden die interessanten Formationen,  die unter anderem den Reiz dieser Region ausmachen.

Ich bin dann noch weitergefahren zum Cap de la Chèvre. Hier gibt es einen noch aktiven Semaphoren, alte Bunkeranlagen und Denkmäler für die Marineflieger, die seit Gründung der  Marinefliegerei im Nordatlantik vermisst werden und  für das 15. Kavallerieregiment der US-Armee zur Erinnerung an deren Rolle bei der Befreiung der Region im Zweiten Weltkrieg.

 

Und ganz viel Natur und Aussicht, denn das Cap de la Chèvre liegt im Naturpark Amorique und ist mit seinen über 100m hohen Klippen das höchste auf der Crozon-Halbinsel. Leider war heute ziemlich diesig. Ansonsten hat man eine grandiose Sicht auf die Bucht von Douarnenez,  Pointe du Raz, das Cap Sizun und Pointe de Dinan. Aber vielleicht sieht man ja morgen früh mehr, denn hier werde ich übernachten.

Energiespeicher der Powerstation und meines Körpers auffüllen

Locronan und Quimper

Die Sonne hat mich heute schon früh geweckt und so bin ich nach meiner morgendlichen Meditation bei angenehmen 12 Grad und Sonnenschein mit wenig Wind vom Plage de Kervel begrüßt worden.

Plage de Kervel am frühen Morgen

Da auch die Luftfeuchtigkeit deutlich abgenommen hat, habe ich den morgen genutzt um das Auto ordentlich durchzulüften und die klammen Decken, Handtücher und Klamotten in Wind und Sonne zu trocknen. Da ich am späten Abend doch noch entdeckt habe, dass es an diesem Parkplatz nicht nur eine richtige Toilette, sondern auch ein geradezu luxuriöses Waschbecken gibt, konnte ich mich heute wieder mit fließend Wasser waschen und mein Geschirr ordentlich spülen.  Das ist beim Freistehen auf Parkplätze nicht immer möglich. Es sei denn man will das Spülwasser in die Natur Kippen, was für mich nicht in Frage kommt. Daher bin ich sehr dankbar für den Tipp einer Youtuberin, immer eine Sprühflasche mit Spülmittel-Wassergemisch dabeizuhaben. Damit kann man zwischendurch Tassen, Teller und Besteck wenigstens rudimentär reinigen. 

Mein „Badezimmer“

Nach einer ausgiebigen Knuddelrunde mit dem Hund einer Foodtruckbesitzerin, die am Morgen ihren Truck neben mir aufgebaut hat, bin ich ins wenige Kilometer entfernte Dorf Locronan gefahren. Im Internet streiten sich die Geister darüber,  ob es gerechtfertigt ist, 5€ fürs Parken pro Tag zu verlangen. Ich bin mir noch nicht sicher. Das Dorf ist in jedem Fall sehr hübsch und gepflegt, die Toilette in der Nähe des Rathauses war es weniger. Das lief schon eher unter Zumutung.

Chapelle Notre-Dame-de-Bonne-Nouvelle und ihr Brunnen

Etwas abseits des Kirchplatzes geht es über ein kleines Sträßchen bergab zu einer Kapelle aus dem 15. JH mit einem schönen Kalvarienberg und Brunnen. Urkundlich ist sie  erstmals in einem Testament im Jahr 1439 erwähnt.

Etwas hinter dem Rathaus geht es rechts ca. 500m steil bergauf zum Manoir de Kerguénolé, einem alten Herrenhaus im Besitz der Gemeinde Locronan. Angesichts der vielen schönen alten Häuser in Locronan finde ich es nicht besonders bemerkenswert. Allerdings hat man von einzelnen Stellen durch das dichte Grün eine schöne Aussicht.

Manoir de Kerguénolé und Aussicht

Wenn man über die Zufahrt des Herrenhauses auf der wenig befahrenen Fahrstraße wieder nach Locronan geht, hat man einen schönen Blick auf die Kirche und die daneben liegende Kapelle mit ihren Wasserspeiern, dem filigranen Glockenturm der Kapelle und dem mächtigen Kirchturm. Im Inneren der Kirche findet man im Seitenshiff eine kleine Ausstellung zur Geschichte, insbesondere zur Baugeschichte, der Kirche, deren Anfänge auf das Jahr 1424 zurückgehen. Davor gab es hier schon eine keltische Kultstätte, denn Locronan war ursprünglich Teil eines keltischen Kultweges mit 12 Stationen, bevor es christianisiert wurde.

Kirche St. Ronan

Das Bild von Locronan ist ansonsten geprägt von vielen kleinen touristisch orientierten, liebevoll gestalteten Geschäften und Gastronomien.

Und Hobbits haben hier vermutlich auch gelebt. Bei Dieser Tür müsste sogar ich mich ducken

Der keltische Buchladen hatte leider gerade wegen Essenspause geschlossen,  als ich ihn endlich gefunden habe.

Und während alle anderen heute morgen um die Schattenplätze gekämpft haben,  habe ich für die 5€  Parkgebühr meine Powerstation fast voll geladen 🙂

Am Nachmittag ging es nach Quimper, der Stadt der Kunst und der Geschichte.  Nach einer Ruhepause im Yoggi habe ich mich auf den Weg in die historische Altstadt gemacht und kam gerade zur rechten Zeit um in den Petit Train einzusteigen. Der Fahrer war supernett und hat mir ein deutschsprachiges Transkript der französischen Führung gegeben,  das ich während der Fahrt lesen konnte. Die ca. 40-minütige Rundfahrt gab einen interessanten Überblick über die Geschichte und Sehenswürdigkeiten,  die ich mir im Anschluss noch teilweise zu Fuß näher angeschaut habe.

Kathedrale St. Corentin

Die Kathedrale von St. Corentin mit deren Bau 1240 begonnen wurde und der 300 Jahre dauerte, beeindruckt sowohl von außen mit ihren 80m hohen Türmen als auch von innen mit ihren Buntglasfenstern, den vielen Kapellen,  Fresken,  Statuen,  Reliquien und Sarkophagen. Ich war ganz überwältigt und konnte die ganze Fülle gar nicht erfassen.

Auf dem Platz um die Kahedrale gibt es neben dem berühmten Kaufhaus Erodiff einige schöne alte Fachwerkhäuser, das Rathaus,  das Kunstmuseum und eine Statue von René Theophille Hyazinthe Laennec, dem berühmten Quimperer Arzt, der das Stethoskop erfunden hat.

Die ältesten Häuser stehen in der Rue Kéréon (bretonisch: Schuhmacher). Sie entgingen zum Glück dem Großbrand,  der 1762 Quimper verwüstete.  Ein nettes Detail sind kleine Figuren an einigen Fassaden,  die sich über die Köpfe der Passanten hinweg zu unterhalten scheinen. Auch die umliegenden Straßen sind nach den Berufen der damaligen Bewohner benannt, z. B. Rue des Boucherien, Rue de Sallé, Place au Beurre, …

Die Häuser um den Place Terre au Duc (Herzogenplatz), auf dem sich früher die Tagelöhner auf der Suche nach Arbeit versammelten, stammen aus dem 17. Jahrhundert.

Quimper bedeutet auf bretonisch „Zusammenfluss“. Hier treffen 3 Flüsse aufeinander. Das hat Quimper nicht nur Reichtum,  sondern auch mehrere verheerende Hochwasser beschert.

Zusammenfluss von 2 der 3 Flüsse

Über einen der Flüsse gibt es viele kleine Stege für Fußgänger

Musée Departmal und Kathedrale hinter einem der Fußgängerstege.

Quimper war einst von einer 1500m langen Stadtmauer mit 10 Wehrtürmen umgeben,  von der auch heute noch Teile und Türme stehen.

Auf meinem anstrengenden Weg bergauf zurück zum Parkplatz Tourbie konnte ich im exotischen Garten der Ruhe (Jardin de la Retraite) etwas Abkühlung und Ruhe finden. Es gibt in Quimper mehrere solcher grünen Oasen.

Die Suche nach einem Schlafplatz gestaltete sich heute etwas schwierig.  Die Parkplätze und Sanitäranlagen sind auf meiner weiteren Strecke Richtung Crozon-Halbinsel eher rar gesät und waren alle in sehr unappetitlichem Zustand.  Nachdem ich mehrere angefahren habe, bei denen ich kein gutes Gefühl hatte, bin ich nach Telgruc-sur-mer gefahren und habe mich auf einen Parkplatz der Gemeinde gestellt. Nicht ideal, aber auch das gehört zu einem Roadtrip.  Man kann nicht immer auf einem Premium-Stellplatz direkt am Strand sein. Bisher hatte ich da ja großes Glück.

Ein neuer Tag mit lohnenswerten Planabweichungen

Nach fast 11h Schlaf bin ich heute erst recht spät aus dem Yoggi gekrabbelt. Ich habe Kopfschmerzen,  fühle mich ansonsten aber ganz gut. Ab und zu hat man hier mal ein Auto gehört,  aber meist nur das Rauschen des Windes, die Meeresbrandung und den Regen. Ich war gegen 6 Uhr mal wach und habe überlegt aufzustehen,  aber da es wieder geschüttet hat wie aus Eimern, dachte ich, ich kann auch versuchen nochmal zu schlafen und meinem Körper Gelegenheit zur Regeneration zu geben. Und scheinbar war das die richtige Entscheidung. Es scheint zwar keine Sonne, aber es ist trocken von oben und so werde ich mir jetzt erstmal ein gemütliches Frühstück gönnen. Der Parkplatz hier hat nämlich auch wieder Picknicktische.

Frühstück am Plage de Gored

Und keine Sorge,  das habe ich nicht alles verputzt, sondern auch gleich was zu essen für später gerichtet. Denn wie eine nette Dame beim letzten Roadtrip in Schottland sagte „it’s good to be prepared“. Den Blog dazu, zumindest dem ersten Teil der Reise, findet  ihr unter scotland-ride.de

Ich fahre jetzt weiter Richtung Norden,  aber nicht weit.auf der Suche nach einem Parkplatz für die Nacht bin ich gestern über eine weitere sensationell klingende frühgeschichtliche Fundstätte gestolpert, die ich mir ansehen will.

War mit über 18h länger als geplant hier, aber es ist ja auch schön. Danke an die Gemeinde,  dass sie das möglich macht, sogar eine Toilette zur Verfügung stellt und alles so gepflegt hält.

Die Sites archéologiques de Menez Dregan ist schön gemacht. Auf einem kurzen Spaziergang oberhalb der Klippen wird an mehreren Stellen anschaulich erklärt,  wie die Menschen in der Altsteinzeit gelebt haben und anhand welcher Funde man das nachvollziehen kann. Das Zentrum öffnet zwar erst am 23. Juni, aber die Ausgrabungsstätte auf dem Gelände ist jederzeit zugänglich und sehr gut beschrieben.

Mehr noch als die archäologische Seite dieses Ortes gefällt mir die Landschaft und Natur.  Vor lauter Begeisterung habe ich gar nicht bemerkt,  dass der schneidende Wind mich ziemlich ausgekühlt hat. Da zahlt es sich sicher aus, dass im Auto ein Heißgetränk und für später heißes Wasser für einen Tee warten.  It’s good to be prepared…

Es war überall schön,  wo ich bisher war, aber das hier kommt meinen Vorstellungen und Erwartungen an Bretagne und Atlantikküste bisher am nächsten. Ich vermisse nicht mal sommerliches Wetter, denn auch der Wind und die Bewölkung entsprechen genau dem was ich mir hier erwartet habe. Auch wenn Seeleute die See heute vermutlich als ruhig bezeichnen würden, freue ich mich über die schäumenden Wellen, die sich tosend und spritzend an den Klippen brechen. Endlich ein paar schöne Bilder von Wellen,  Klippen und Möwen im Flug, wenn auch überwiegend mit der Kamera und daher noch nicht im Blog zu sehen.

Die Sites archéologiques de Menez war ja schon eine Planabweichung und so ging es weiter. An der Pointe du Raz habe ich festgestellt,  dass die 8€ „Eintritt“ nicht für das Besucherzentrum sondern bereits fürs Parken und den Zugang fällig sind. Da der Rundweg vom Parkplatz über die Landspitze mindestens 3km gewesen wären und ich mir zu dem Zeitpunkt nicht sicher war,  ob ich das schaffe, die Pointe du Raz darüberhinaus völlig überlaufen ist, war es mir das nicht wert. Ich bin dann kurzerhand in eine benachbarte Bucht gefahren. Von dort hat man bei einem kleinen Spaziergang einen herrlichen Blick auf die Pointe du Raz und die vorgelagerten Inselchen mit den Leuchttürmen und die Besucherströme zur Pointe du Raz ;-). Außerdem konnte ich ein paar Wellenreiter mit dem Teleobjektiv beobachten und ein paar ganz gute Bilder schießen.  Was Flora und Fauna angeht, gab es bestimmt auch keinen Unterschied zu der Klippe, auf der ich gewandert bin. Von daher war die Planänderung ein Glücksfall.

Besucherkarawane auf dem Weg zur Pointe du Raz
Moulins de Trouguer auf dem aweg nach Douarnenez

Durch den späten Start in den Tag und den Besuch der Sites archéologiques de Menez war es schon relativ spät als ich in Douarnenez ankam. Daher habe ich die 4 Schiffe im Museumshafen nicht mehr besichtigt, sondern nur von außen beguckt.

Die Pontonbrücke habe ich auch nicht überquert, sondern bin nur ein Stück gegangen,  um zu fotografieren.

Statt dessen habe ich mir auf dieser Seite des Hafens die Kirche Sacre Coeur und die Kapelle Saint Michel angeschaut. Auf die Ile Tristan, auf der man angeblich neben der Ruine einer alten Burg auch einen vergrabenen Schatz finden soll, konnte ich nicht. Sie ist nur bei Ebbe mit einem Führer zu besuchen.

Sacre Coeur
Kapelle Saint Michel

Auf meiner direkten Route gab es leider keine geeigneten  Schlafplätze, daher habe ich einen kleinen Umweg gemacht und bin an einem schönen Strand mit Blick auf Douarnenez gelandet.  Ein idealer Ort für einen Sonnenuntergang,  leider entpuppte sich die Toilette als typisch französisches (und versifftes) Stehklo. Außerdem war es irre windig, so dass ich kochen schon abgeschrieben habe.

Aber mal ehrlich,  die Lage ist genial

Bei einem Strandspaziergang entdeckte ich, dass ein gutes Stück weiter den Strand runter auch ein Parkplatz ist, der von weitem noch besser aussah. Also bin ich hingelaufen und habe ihn mir angesehen. Der Blick war fast noch besser und der Wind schien günstiger. Also bin ich umgezogen, auch wenn die Toilettensituation dieselbe ist.  Zum Glück habe ich für solche Notfälle geeignete Ausrüstung an Bord.

Blick vom Auto zum Sonnenuntergang über dem Meer 🌅

Ich konnte das Auto so platzieren,  dass ich relativ windgeschützt kochen konnte und dabei aufs Wasser und den Sonnenuntergang schauen. Irgendwann kam noch ein Kitesurfer und hat mir ziemlich lange eine gute Show geboten.

Aussicht beim kochen und essen

Danach habe ich mir meine tolle wind- und regenfeste Jacke angezogen, meinen Tee und meine gefütterte,  ebenfalls wind- und regenfeste Campingdecke geschnappt und mich auf eine Bank am Strand gesetzt. Hier schreibe ich nun und beobachte den Sonnenuntergang über dem Meer.

Trotz 14 Grad Celsius, die sich bei 20 km/h Wind kälter anfühlen,  ist es so relativ gemütlich. Wobei sich die weit über 80% Luftfeuchte unter meiner Decke langsam tropisch und darüber feucht-kalt anfühlen. Kein Wunder dass im Auto   heute morgen auch alles feucht und klamm war. Meine Brillengläser auch schon ganz beschlagen.

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