Nach einer langen Nacht bin ich heute etwas erholter aufgewacht. Da es den ganzen Tag regnen soll und ich hier die Möglichkeit einer Dusche habe, bietet es sich an,  endlich einmal in den Atlantik zu hüpfen. Anscheinend hat sich heute Nacht der 12V-Anschluss der Powerstation abgeschaltet. Ich habe keine Erklärung dafür. Was mir erst später bewusst wurde, dadurch hat auch die Kühlbox wieder keinen Strom gehabt :-(.

Nachdem ich in einer Phase mit weniger Regen im Badeanzug das Ladegerät an die Autobatterie angeschlossen hatte, habe ich eine Tasche gepackt und bin erst an den Strand und dann unter die Dusche gegangen.  Zugegeben,  der Wind ist etwas frisch und lässt einen die knapp 15 Grad Lufttemperatur noch kühler wahrnehmen,  aber nachdem ich im noch etwas kühleren Atlantik war, kam es mir draußen gar nicht mehr kalt vor und ich bin noch etwas am Strand entlang gegangen,  bevor ich mich unter die heiße Dusche gestellt habe. Das tat wirklich gut. Die Tür zum Sanitärgebäude ist immer offen, weshalb  dort Vögel im Gebälk nisten. Das war fast wie in der Regenwalddusche. Von oben in sanftem Strahl warmes Wasser bei Naturgeräuschen und leichter Brise. Als ich meine Sachen wieder zusammen gepackt habe und eigentlich noch die Haare föhnen wollte, zumal es wieder angefangen hatte zu schütten, habe ich bemerkt dass das Etui für den elektrischen Autoöffner leer ist. Auch ein entleeren des kompletten Tascheninhalts hat ihn nicht zutage gefördert. Nach und nach wurde mir bewusst,  dass Ersatzschlüssel, Handy und Geld,… einfach alles im abgeschlossenen Fahrzeug lagen und ich so weder Hilfe holen,  noch wetterfeste Kleidung anziehen könnte.  Also bin ich die Wege,  die ich seit verlassen des Autos zurückgelegt habe in strömenden Regen abgegangen und habe danach gesucht. Das Adrenalin hat dabei die komplette Entspannung aufgefressen, erschöpft war ich nach der Dusche sowieso wieder gewesen.  Zum Glück habe ich den Türöffner am Strand wieder gefunden und trotz Nässe hat er auch funktioniert. Um nicht unnötig Feuchtigkeit ins Auto zu schleppen,  habe ich die nassen Klamotten und Handtücher in der Dachbox verstaut,  die sich dann nicht mehr verriegeln ließ. Die nächste Stresswelle. Dabei wollte ich heute doch nur ausruhen und Kraft tanken. Nach einigen langen Minuten und Versuchen,  konnte ich die Dachbox dann endlich wieder verriegeln. Die Aktion hat allerdings auch dafür gesorgt,  dass es mir ins Auto geregnet hat. Soviel dazu, nicht unnötig Feuchtigkeit ins Auto zu bringen 🙂

Es war mittlerweile Mittag und ich wollte nur endlich frühstücken und einen Kaffee. Normalerweise bereite ich mir Mahlzeiten auf der aufgeklappten Fläche der Sleepbox am Kofferraum zu. Darin habe ich mittlerweile auch eine gewisse Routine.  Das im Fahrzeug bei geschlossenen Türen zu machen erfordert doch einiges an Geschick. Bei einer der Kletteraktionen von hinten nach vorne, um das heiße Wasser zum Kaffeefilter zu bringen,  bin ich an die improvisierte „Frühstücksplattform“ auf dem Beifahrersitz gestoßen,  wodurch sie umgekippt ist und der Kaffeefilter durchs Auto flog und dabei das Kaffeepluver im Fahrzeug verteilt hat. So hat sich das Frühstück dann noch etwas verzögert. Außerdem musste ich feststellen, dass ein Teil meiner Lebensmittel das wiederholte ausfallen der Kühlbox nicht gut fanden und verdorben sind. Es ist mittlerweile 14 Uhr und ich hoffe, nun langsam zu der für heute eigentlich geplanten Erholung übergehen zu können.  Gerade ist auch eine kleine Regenpause. Ich verlasse mal das Auto und bringe etwas, sanfte Bewegung in meinen verkrümmten Körper 😉

Die Regenpause hat lange angehalten und ich konnte die Zeit nicht nur für einen kleinen Spaziergang am Strand entlang und um den Campingplatz samt Abstecher bei den netten Damen an der Rezeption nutzen, sondern gleich auch noch ein paar nützliche Dinge tun. Z. B. Tee und eine heiße Milch auf dem Gaskocher kochen,  denn bei Blasenentzündung soll man ja viel trinken. Durch das viele ruhen gestern haben sich Blase und Ausschlag zwar beruhigt,  aber ganz ok sind sie noch nicht wieder. Außerdem habe ich gleich noch heißes Wasser zubereitet, um mir später wenigstens eine Instant-Nudelsuppe machen zu können. Für ausreichend warmes im Bauch ist also auch gesorgt. Mein Reisewasserkocher fürs Auto hat sich nämlich als ziemlich schlecht herausgestellt. Es dauert ewig und der 12V-Stecker wird dabei sehr heiß.  Das Modell ist wohl nicht empfehlenswert.

Außerdem habe ich meinen Frischwassertank aufgefüllt und seine zwar etwas läppische, aber sehr nützliche Ausgußtülle repariert,  die mir bei einem der letzten Campingausflüge eingerissen ist. Seither hat sie nicht mehr richtig gehalten . Dank Panzertape ist sie jetzt wieder tiptop.

Und ich bin jetzt gut vorbereitet für ein paar gemütliche Stunden bis zum Schlafengehen. Camping und Roadtrip ist nicht „nur“ Freiheit und in den Tag leben, sondern erfordert auch einiges an Organisation und Planung. Insbesondere wenn es z. B. schlechtes Wetter gibt und man an manche Stellen bzw. die dort verstauten Dinge nicht rankommt, ohne Wasser im Auto zu riskieren und sich wasserfest einzupacken. Außerdem wird das Leben auf rund 3,5m² sonst ganz schnell das reinste Chaos.

Da es heute keine Bilder von tollen Landschaften u. ä. gibt, will ich euch kurz meine Mitbewohner vorstellen,  mit denen ich den Platz hier teile.

Dieser nette Geselle hüpft hier immer wieder um mich herum
Und über mir baut ein Taubenpaar sein Nest