Der Parkplatz am Strand war zwar gestern Abend sehr einsam, aber heute morgen war Schluss mit Einsamkeit. Um 7 war nicht mehr an Schlaf zu denken. War bis dahin vereinzelt ein Auto vorbeigekommen oder auf den Parkplatz gefahren, herrschte ab da ein beständiges kommen und gehen. Ich bin dann auch bald aufgebrochen, nachdem alles erledigt war, was man morgens so zu tun hat. Auf dem Weg zum Cap d’Erquy kam ich durch das Dorf, in dem wir ab Samstag ein Ferienhaus haben werden. Die Gelegenheit habe ich genutzt um von außen einen Blick darauf zu werfen. Das wird sicher auch schön, zumal wir dann zu zweit sein werden und ich die tollen Erfahrungen hier life mit meinem Freund teilen kann.
Nachdem mich das Navi wieder einmal etwas in die Irre geführt hat, habe ich einen großen Aire de stationnement camping car gefunden. Hier gibt es kein bisschen Schatten, ideal um die Powerstation zu laden. Meine Wanderung um das Cap stand erst unter keinem so guten Stern. Nach ca. 1,5 km, fast am tiefsten Punkt der geplanten Tour, hat sich meine ohnehin schon lädierte Treckingsandale in Wohlgefallen aufgelöst. Ich habe versucht, sie notdürftig mit Pflastern zusammenzukleben, damit ich wenigstens wieder zurück zum Auto damit komme, aber leider ohne Erfolg. Also habe ich mir einen Weg gesucht, auf dem ich möglichst schnell wieder auf einen befestigten Weg komme, der zurück zum Parkplatz führt. Und so ging es mit einer Sandale am Fuß und einer in der Hand wieder zurück.
Trotz abdunkeln aller Scheiben und Thermoabdeckung auf der Windschutzscheibe hat sich der Yoggi ziemlich aufgeheizt. Also habe ich nur schnell die Wanderstiefel angezogen und bin auf etwas geänderter Route wieder losgezogen. Das Cap d’Erquy ist auch sehr schön. Leider war zwischenzeitlich sehr heiß und viel mehr Leute unterwegs, aber es war trotzdem schön. Auf halber Strecke habe ich ganz vorne auf der Landspitze eine kleine Pause gemacht und etwas gegessen.
















Kurz nach der Pause war dann plötzlich die Energie weg. Also habe ich mich zurück zum Parkplatz geschleppt. Der war mittlerweile rappelvoll. Da ich eine Pause und eine Toilette brauchte, bevor ich weiterfahren konnte und der Backofen Yoggi nicht sehr verlockend war, bin ich in die Crèperie gegenüber dem Parkplatz gegangen. Bei einem Cappuccino und einem leckeren hausgemachten Eis, habe ich nach möglichen Parkplätze für die Nacht geschaut. Mittlerweile ist der Yoggi etwas durchgelüftet und die Powerstation fast voll. Es kann weitergehen.
Einen Tag später: Ich habe gestern nicht mehr geschafft weiter zu schreiben. Denn kurz vor dem Ziel ist etwas passiert, das mir erstmals seit Beginn des Trips wirklich die Ruhe genommen hat. Dabei hatte ich vormittags noch gedacht, dass ich überrascht bin, wie gut ich auch in schwierigeren Situationen zurecht gekommen bin und dass ich mir nicht so leicht die Ruhe nehmen lasse. Aber an diesem Nachmittag war es vorbei mit Ruhe und Gelassenheit. Die Navis haben mich endgültig in die Bredouille gebracht. Sie hatten mich an diesem Nachmittag mehrfach in die Irre geführt und zuletzt so dolle, dass ich mit dem Auto stecken geblieben bin.
Da hing ich mit meinem Yoggi, der in der Mitte auf einem Erdhügel festhing und mit keinem Rad mehr Grip bekommen hat. Nachdem alle meine Versuche ihn da wegzubekommen nichts gebracht haben, habe ich meinen Freund angerufen. Mir war zwar klar, dass er mir auch nicht helfen könnte, aber emotionaler Beistand ist in Krisensituationen ja auch viel wert. Mittlerweile war es auch ziemlich warm denn obwohl das ganze am Rand eines Wäldchens passiert ist, hat die Sonne gnadenlos auf meine Bemühungen herabgebrannt. Nach einigen weiteren erfolglosen Versuchen, konnte ich einen vorbeifahrenden Radfahrer anhalten. Er konnte mir aber auch nicht helfen. Allerdings hat er einer älteren Dame, die zufällig von der Straße aus gesehen hat, dass da etwas passiert ist und kam um nachzusehen, erklärt,was passiert ist. Sie konnte natürlich auch nicht helfen, hat mich aber gebeten mitzukommen und ganz zuversichtlich gemeint, dass das zu lösen sei und wenn es länger dauern sollte, hat sie mir gleich ein Bett für die Nacht angeboten. Das wollte ich zwar keinesfalls, aber ihre Zuuversicht hat auch mir etwas Ruhe zurückgegeben. Wir sind dann zu ihrem Nachbarn, der wohl irgendwo einen Traktor hat. Er wollte sich das aber erstmal ansehen. Da habe ich bemerkt, dass er nur am Stock und selbst damit mehr schlecht als recht gehen kann. Sofort bekam ich zu allem Übel noch ein schlechtes Gewissen. Mein Französisch ist ja mehr als schlecht und vermutlich haben die älteren Leute auch kein lupenreines Schulfranzösisch gesprochen. Zum Glück hatte der Herr gerade Besuch von einer Dame, die auch englisch sprach. Nachdem wir uns das Malheur angeschaut haben, ist der Herr los, um seinen Traktor zu „suchen“, soweit ich es verstanden habe. Aber die Stelle war auch etwas eng, so dass er nicht sicher war, ob er mit seinem Traktor durchkäme. Zwischenzeitlich war auch noch der Sohn der älteren Dame hinzugekommen, der durch Zufall vorbeikam. Ich war mittlerweile so durch den Wind dass ich nicht mal mehr wusste, wo im Yoggi der Abschlepphaken ist. Zum Glück hat mein Freund das herausgefunden, der telefonisch auch immer mal wieder an dem Drama teilhatte. Am Ende war der Traktor des Herrn doch zu groß, aber er hat einen anderen Mann aus dem Dorf kontaktiert, der kam mit einem Traktor, der geradeso durchgepasst hat und damit hat er mir sprichwörtlich den Karren aus dem Dreck gezogen. Wir hatten während der Wartezeit den Yoggi und die Dachbox ausgeräumt, damit er leichter ist beim rausziehen. Da der Yoggi danach den Weg verperrt hat und den netten Helfer mit dem Traktor blockierte, ist erstmal alles nur wieder kreuz und quer ins Auto geflogen. Die Leute waren alle so nett und statt mich für meine Dummheit zu tadeln, waren sie sehr verständnisvoll. Während dieser ganzen Zeit sind 2 weitere ortsfremde Autos wohl aufgrund ihrer Navis ebenfalls fast da runter gefahren. Zu deren Glück hing der Yoggi da wie ein Mahnmal.
Der Sohn der Dame, die mir immer wieder Bett und Dusche nach der Aufregung angeboten hat, hat mich dann noch sicher bis zum Parkplatz gebracht und ich fand den Ort dann auch tatsächlich gut, um mal wieder richtig zu schlafen.

Aber während ich den Yoghi nochmal aus und ordentlich wieder eingeräumt habe, kam ein Mann vom nahegelegenen Strand zurück und hat lange an den Picknicktischen gesessen und immer wieder zu mir rübergeschaut. So richtig unheimlich wurde er mir, als er sich dann ins Auto gesetzt hat, aber nicht weggefahren ist. Ich habe einen kleinen Spaziergang zum Aussichtspunkt in der Nähe gemacht. Mittlerweile war nach 22:00 Uhr und die Sonne am Untergehen



Damit hätte der aufregende Tag wenigstens schön enden können. Aber als ich zurückkam saß der Mann noch im Auto und ich beschloss nur noch schnell am Waschbecken Wasser zu holen, um später irgendwo wenigstens noch zu duschen und woanders mein Glück zu versuchen. Während dieser Zeit ist er dann doch gefahren. Ich habe dann geduscht und überlegt, ob mein mittlerweile schlechtes Gefühl gerechtfertigt sei oder ob der Stress mich paranoid machte. Zwischenzeitlich sind alle Strandbesucher gegangen und ich war allein. Aber das hat das schlechte Gefühl eher bestärkt, weil ich dachte, was wenn der Mann zurück kommt, dann bin ich hier ganz allein, die Zufahrt zum Parkplatz war nur so breit, dass gerade 1 Auto durchpasste… ich beschloss mich so aufgewühlt nicht hinters Steuer zu setzen, bin nochmal zu dem Aussichtspunkt gegangen, um zu meditieren. Da bei meiner Rückkehr ein zweites Auto auf dem Parkplatz war, fühlte ich mich sicherer und entschied zu bleiben, das ist dann aber doch weggefahren, als ich mich gerade hingelegt hatte. Während ich noch überlegte, ob ich doch noch wegfahren sollte, mittlerweile war fast Mitternacht, kam wieder ein Auto, die Autotüren gingen ein paarmal, jemand ist ausgestiegen und herumgelaufen. Wieder hatte ich den Impuls auszusteigen und loszufahren, aber dann ist das Auto wieder gefahren. Dann kam noch ein Auto. Nach einigem anhalten, aussteigen, wieder einsteigen und rangieren, habe ich irgendwann gehört, dass Schiebetüren gingen. Es war also ein Van und nicht das Auto des mysteriösen Fremden. So konnte ich irgendwann nach 1:00 Uhr endlich Schlaf finden. Was für ein Tag!

















































































































































































































