Gestern haben wir nach den anstrengenden Anreisen einen Entspannungstag eingelegt. Sommer, Sonne, Strand, Baden im Meer und die Ruhe auf unserer Terrasse genießen.

Mit der neu gesammelten Energie konnten wir heute dann wieder richtig aktiv werden. Wir haben Fort La Latte, eine Burg und Festungsanlage aus der Zeit um 1350. Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr die Burg einige baulichen Veränderungen. Ursprünglich hieß sie Château de Goyon, nach den Besitzern. Seit die Besitzer 1415 in die Normandie umgezogen, diente die Anlage nur noch rein militärischen Zwecken.

1690-1715 wurde sie dann zum Fort (Festungsanlage) umgebaut und diente von da an dem Schutz der Bucht von Saint-Malo vor Korsaren. Der Name anderte sich zu Fort la Latte. Die militärische Nutzung dauerte bis 1892 an. Seither befindet sich die Anlage n Privatbesitz. Nachdem die ersten Besitzer sich wenig darum gekümmert hatten und viele Teile des Forts ziemlich verfallen waren, erwarben 1931 Herr und Frau Frédéric JOÜON DES LONGRAIS die Burg. Sie bauten die meisten Teile wieder auf, wobei es wieder zu Veränderungen kam, z. B. Ein weiteres Stockwerk für das Herrenhaus.


Bis heute ist Fort la Latte im Besitz der Familie Joüon des Longrais, die es liebevoll pflegen und große Teile davon der Öffentlichkeit zugänglich machen. So konnte dieses Zeugnis der Geschichte gerettet werden und interessierte können sich über die Geschichte des Forts bzw. allgemein über die Geschichte der Region informieren.




Aber nicht nur unter historischen Gesichtspunkten wird die Anlage präsentiert, sondern auf humorvolle Weise erhält man auch einen Einblick in die lokalen Mythen und Legenden. Man lernt die Meerjungfrau von La Roche Goyon, Einhörner, Korrigans und den Riesen Gargantua kennen. Wenn man den Geschichten glauben schenkt, dann ist der Menhir, den man auf dem Gelände sehen kann ein Zshn oder ein Finger von Gargantua und der Fels auf dem das Château erbaut wurde, der Kopf Gargantuas.

Außerdem war das Fort Schauplatz vieler Filme und TV-Serien seit 1957. Von Wikings mit Tony Curtis bis zur Neuverfilmung der Drei Musketiere im Jahr 2023.
Nach so viel Historie ging es in die Natur. Bei einer Wanderung über das Cap Fréhel zum Leuchtturm von Fréhel, konnten wir die traumhafte Küstenlandschaft der Bucht von Saint-Malo mit ihrem blau-grünen Wasser und der farbenfrohen Heide genießen.




Das Cap Fréhel ist dafür bekannt, dass hier viele Meeresvögel nisten und brüten. Und tatsächlich konnten auch wie einige Möwenkücken bei ihren tapsigen ersten Schritten beobachten. In der Nähe des Leuchtturms gibt es 2 große Felsen direkt vor der Küste, auf denen zahlreiche Möwen und Kormorane brüten. Das war ein Schauspiel!



Vor dem Rückweg haben wir uns mit einem leckeren Bauernhof-Eis gestärkt und erfrischt. Uns war schon aufgefallen, dass es hier sehr viele Schmetterlinge gibt und die Gemeinden auch einiges dafür tun, ihnen gute Lebensbedingungen zu schaffen. Trotzdem waren wir überrascht, wieviele Schmetterlinge uns auf dem Rückweg begegneten und mit ihrer Farbenpracht fast die Anstrengungen des Weges vergessen ließen.
