Tag: 1. Juni 2025

Pointe Sainte-Gildas, Guérande und Märchenwald

Trotz 22 weiterer „Camper“ auf dem Parkplatz und Betrieb bis nach Mitternacht,  habe ich so gut und lange wie seit 2 Wochen nicht mehr geschlafen und bin heute morgen gut gelaunt und etwas planlos aufgebrochen,  weil ich dort am Strand kein Internet hatte und daher auch nicht so recht wusste, wohin als nächstes. Ganz oldscool habe ich meine Landkarte ausgepackt und beim Frühstück geschaut, wo es nett sein könnte. So bin ich erstmal an der Pointe Sainte-Gildas an der Jadeküste gelandet.

 

Da meine Powerstation dank Wackelkontakt am Ladekabel irgendwann in der Nacht leer wurde, teste ich hier, ob mein Vertrauen in die Menschheit gerechtfertigt ist.

Wenn man sich über die Bretagne und Normandie informiert, stolpert man zwangsläufig über die Rolle der Region im 2. Weltkrieg. Überall an den Küsten findet man „häßliche“ alte Betonbauwerke, die ich mir eigentlich nicht ansehen wollte. Nun bin ich ungeplant gleich am 2. Tag an so einem Fleck gelandet. In der Nähe von Préfailles gibt es die Semaphore de la Pointe Saint-Gildas, ein kleines Museum in und um einen Semaphore mitten im Naturschutzgebiet. Als ich am Morgen ankam,  war noch niemand hier.

Semaphore de la Pointe Saint-Gildas

Hier zu stehen,  mir vorzustellen, wieviel Blut völlig sinnlos in dieser Erde versickert ist, wieviel tausende Menschen auf der Flucht bzw. bei der Evakuierung (z. B. allein beim Untergang der „Lancastria“ mehr als 3 mal so viele wie beim Untergang der „Titanic“) gestorben sind… das treibt mir die Tränen in die Augen.

 

Auch wenn die Natur sich dieses traurige Stück Geschichte langsam zurückerobert, dürfen wir so etwas nie wieder zulassen!

Aber abgesehen davon ist es hier wunderschön und die Flora und Fauna entschädigen für die Menschen 😉

Nachmittags habe ich einen Spaziergang durch das mittelalterliche Guérande gemacht.

Da mich dort plötzlich wieder die Erschöpfung zu übermannen drohte, habe ich die Flucht von der überfüllten Küste weg in ein kleines Dorf ca. 45Min entfernt angetreten. Dort gibt es einen befestigen Parkplatz mit Toilette direkt am Rand eines Wäldchens. Da es bei meiner Ankunft noch recht früh war, habe ich eine Miniwanderung durch den Märchenwald und auf den Spuren der Templer unternommen.

Ob hier Hobbits leben…
… und hier mitten im Wald ihr Gemüse anbauen?
Dieser „Trailerpark“ ist wohl selbst für französische Standards etwas heruntergekommen:-)

Pornic

Nach einer recht anstrengenden Fahrt, hatte ich es gegen 17 Uhr geschafft. Ich war am Atlantik – genauer in Pornic – angekommen. Dort hätte ich am liebsten wieder umgekehrt. Die halbe Stadt gesperrt… Unmengen Menschen… scheinbar fand dort heute am Vieux Port irgendeine wahnsinnig attraktive Veranstaltung statt.

Daher bin ich auch nur kurz am Vieux Port geblieben und habe mich zu Fuß auf den Weg Richtung Leuchtturm gemacht.

Abgesehen vom Trubel,  war es aber ein sehr malerisches Städtchen mit einem Schloss direkt am Hafen.

Dann bin ich weitergefahren zu einem Parkplatz direkt am Strand…. alles andere als ein Geheimtipp musste ich feststellen.  Aber zumindest braucht man bei so vielen Vanlifern nicht fürchten, nachts verjagt zu werden.

Nach einem ausgiebigen Abendspaziergang und ein wenig am Strand den Wellen lauschen und zusehen,  habe ich den Abend mit leckerem Käse und Oliven ausklingen lassen.

Und mit diesem tollen Ausblick,  darf ich schlafen gehen