Schlagwort: sonnenschein

Etwas ruhiger

Die beschauliche Rosa Granitküste mit ihrem großen Naturschutzgebiet um Ploumanac’h und die umliegenden Orte lädt dazu ein, es etwas ruhiger angehen zu lassen. Heute morgen beim Frühstück hat mir meine Nachbarin noch ein paar Tips gegeben. Jetzt steht der Yoggi auf einem kostenlosen Parkplatz nahe des Forums in Trégastel und ich mache einen Rundgang über/ um die Halbinsel Île Renote. Puffins sind – glaube ich – das einzige, was mir jetzt noch fehlt. Aber auch hier kann ich keine finden. Vermutlich sind die alle schon in Schottland zum brüten,  denn dort habe ich vor einem Jahr um diese Zeit einige gesehen. Dabei fällt mir etwas ein, was ich glaube ich bei meinem Eintrag zur Iroise-See vergessen hatte. Und falls nicht, doppelt hält besser. Die Robben, die ich dort bei meiner Bootstour gesehen habe,  sind tatsächlich dieselben  wie in Schottland. Die werden getracked und dabei hat man herausgefunden dass es dieselbe Kolonie ist,  die man auch in Schottland beobachten kann. Ein weiterer Fakt zur Iroisesee, den ich vielleicht vergessen habe. Dort gibt es die höchste Leuchtturmdichte der Welt.

Doch zurück zur Île Renote. Zu Beginn meines Spaziergangs bin ich abseits des eigentlichen Weges am Strand entlang durchs Wasser gewatet und habe meine Füße von Wasser, Sand und feinen roten Kieseln umspülen lassen, das war eine Mischung aus angenehm kühl, Fußpflege und Akkupressur. Und das ganz kostenlos.

Die rosa Granitfelsen sind faszinierend. Leider ist es sehr bewölkt,  so dass man ihre Farbe auf Bildern nicht richtig einfangen kann. Ihre Formen verführen dazu, die verschiedensten Tiere und Formen un ihnen zu sehen. So sind mir heute schon einige „gestrandet, versteinerte“ Wale, Schweine,  Schildkröten und ein Ufo begegnet.

Ufo?
Umkleidekabinen am Strand in Trégastel, wie im Film
Wasserspaziergang am Strand der Île Renote
Rosa Granit mit Phare des Sept Îles im Hintergrund
Zurückhaltend bettelnde Möwe mit Phare de Mean Ruz (Ploumanac’h) im Hintergrud
Felslabyrinth mit altem Kiefernbestand auf der windabgewandten Seite der Insel

Am Nachmittag habe ich einen Spaziergang um die Landspitze von Ploumanac’h gemacht. Dabei hat mich die Sonne dermaßen überrascht,  dass mir erst nach der Hälfte des Weges einfiel,  dass es gut wäre,  sich einzucremen. Da war es schon ein bißchen spät dafür.  Aber das schlimmste konnte ich noch verhindern. Do viel Sonne war ich gar nicht mehr gewohnt. Außerdem war mir viel zu warm. Und das bei 19°. Wie soll ich das nur zuhause in unserer „Toskana des Nordens“ aushalten? Durch die Sonne kam auch die Farbe des Granits besser zur Geltung… und ich bin nach wie vor fasziniert von den Formen der Felsen. Die Farbenspiele waren wieder herrlich.

Hier waren aber auch schon wieder so viele Menschen unterwegs (Nebensaison, Wochentag), dass ich mir gar nicht vorstellen mag, wie es dort in 4 Wochen zugehen wird. So war trotz Naturschutzgebiet nichts mit Vogelbeobachtung oder -Fotografie. Lediglich ein paar Kaulquappen konnte ich in einem Miniteich auf einem der Felsen in der Nähe des Leuchtturms entdecken. Außer mir haben die aber niemanden interessiert. Hoffentlich wird es nicht so heiß,  dass dieses winzige Gewässer austrocknet.

Rote Granitfelsen in überwiegend grüner Heidelandschaft und tiefblaues Meer
So grün und bunt… kaum zu glauben,  dass hier vor knapp 30 Jahren alles eine wüste Einöde war. Erst durch das Unterschutzstellen, entstand diese üppige Vegetation
Hübsche Häuser auf der Landspitze
Teufelskapelle und Phare de Mean Ruz, dieses Mal aus der Nähe

Am Abend wollte ich mir noch „schnell“ Tréguier anschauen. Aber mit schnell war da nichts. Es gab so viel zu sehen und zu bestaunen. Beinahe hätte ich Tréguier ausgelassen.  Ich bin so froh, dass ich es nicht getan und stattdessen Perros-Guirec übersprungen habe. Tréguier hat nicht nur eine großartige Basilika,  sondern ein wunderschönes historisches Zentrum mit schönen Gassen und alten Häusern. Leider konnte ich mich auf die Schnelle nicht mehr zu allen Gebäuden informieren. Vieles stammt aus dem 16. Jahrhundert,  aber ich vermute,  dass die Fachwerkhäuser älter sind.

Museum
Hôtel de la Tour, vom ehemaligen Bischofssitz ist nur noch der Torbogen erhalten, der Rest des Gebäudes wurde im 17. Jahrhundert erbaut. Der ursprüngliche Bischofssitz fiel 1594 dem Krieg zum Opfer
Haus des Herzogs Johann V, genannt „der Weise“. Er verweilte hier, während seiner Zeit in Tréguier und war ein treuer Anhänger des Hl. Yves

Und natürlich die Basilika St-Tugdual. Sie ist so riesig,  dass sie nie ganz aufs Bild passte ;-). Sie stammt überwiegend aus dem 16. Jahrhundert. Ihre Geschichte geht auf eine Klostergründung im 6. Jahrhundert durch den Hl. Tugdual zurück. Es war das erste Kloster in dieser noch heidnischen Region nachdem die Bretonen hier gelandet waren. Vom ersten steinernen Kathedralenbau aus dem 11. und 12. Jahrhundert steht nur noch der quadratische Turm des nördlichen Querhauses (romanisch). Ab 1339 bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts entstand die heutige Kathedrale (gotisch).

Da ich erst nach 18 Uhr in Tréguier ankam, ging ich davon aus, dass sie schon geschlossen sein würde und ich sie nur von außen besichtigen konnte. Aber sie war noch offen. Ich habe mich sehr beeilt, alles schnell anzuschauen,  damit ich nicht schon wieder in einer Kirche eingeschlossen werde. Es gibt 3 Portalvorhallen, durch die man die Kathedrale betreten kann. Im Innern beeindruckt das Kreuzrippengewölbe, das auf ca. 2m dicken Säulen ruht, ebenso wie die vielen Kunstwerke. Es gibt Statuen, Gemälde,  Holzschnitzereien, und Steinmetzarbeiten zu bewundern. Mehrere Altäre im Hauptschiff und einigen Nebenkapellen und ein wunderbar gearbeitetes Chorgestühl runden das Bild ab

Einen guten Schlafplatz habe ich heute beim ersten Versuch nur 10 Minuten von Tréguier entfernt gefunden.  Das war auch gut so, denn auch wenn es mir heute einen Tick besser ging (ich bin auch ohne Stöcke kein einziges Mal gestolpert und hatte kaum Schmerzen), war ich sehr erschöpft. Es ist ein kleiner Parkplatz in einem hübschen Dorf, den ich mir mit einem jungen Paar im Van teile. Er liegt direkt am Wasset, hat 2 Picmocktische und mehrere einzelne Bänke auf der Wiese am Ufer. Ich betrachtete beim Abendessen die untergehende Sonne und hatte nette Begegnungen mit Einheimischen und Hunden. Nur Netz gibt es hier kaum, weshalb es einige Bilder noch nicht hochlädt. Die kommen dann sobald ich wieder Netz habe.

Sommerhitze in Lanvoy und Regen an der Pointe Saint-Matthieu

Nachdem es gestern oder vielmehr heute bereits 0:30 Uhr war, bis ich endlich ins Bett kam und mein Körper bereits signalisiert hat, dass ihn der Tag sehr angestrengt hat, bin ich um 9:15 Uhr ziemlich ausgedörrt in einem 29° warmen Auto erwacht. Ich war zwar im Laufe der Nacht mehrmals kurz wach, aber ab 6 Uhr habe ich ganz gut geschlafen. Hätte ich geahnt, dass die Sonne am Morgen so auf das Auto brutzelt, hätte ich gestern Abend noch das Solarpanel aufgestellt. So konnte ich die Sonne erst ab 9:30 Uhr nutzen.

Mir war gestern schon im Dunkeln aufgefallen,  dass es hier recht schön zu sein scheint,  aber erst im Tageslicht kommt der Zauber des Ortes so richtig zur Geltung. Der Parkplatz liegt zwischen der Ruine einer alten Kapelle (Kapelle von Lanvoy), einem Spielplatz und dem Wasser.

Blick übers Wasser bei Ankunft in Lanvoy

Nachdem mich die argwöhnisch Blicke (so kam es mir zumindest vor) der Anwohner, anfangs irritiert hatten, beschloss ich doch, hier zu frühstücken. Es sprach einiges dafür: die Toilette war offen, wenn auch kein Wasser am Waschbecken kam, es gab schöne Picknicktische am Wasser, ich war erschöpft,  die Powerstation leer, die Sonne schien die meiste Zeit und die Kapelle lud zu einem Besuch ein.

Herzrasen, Erschöpfung, Nervenkribbeln und dass mir dauernd etwas aus den Händen fällt, zeigen darüberhinaus an, dass dringend Ruhe und Regeneration angesagt sind. Und wer weiß, ob und wann ich heute nochmal ausreichend Sonnenenergie für die Powerstation bekomme.

Aussicht beim Frühstück

Nach dem Frühstück mit grandioser Sicht aufs Wasser und glückliche Kinder auf dem Spielplatz und noch mehr komischen Blicken von deren Vätern und Großeltern (es war nie eine Mutter dabei), habe ich mir die Ruine angeschaut. Einige Bereiche sind seit einem Orkan in der Nacht 1./2. November 2023 abgesperrt. Dennoch kann man alles sehen.  Auf einer verwitterten Hinweistafel steht zwar „gesperrt bis zum Abschluss der Widerinstandsetzung“, aber es macht nicht den Eindruck, dass hier aktiv etwas getan wird. Schade, aber vermutlich wäre das ein sehr teures Unterfangen.

Chapelle de Lanvoy

Ich hatte gehofft, in der Kühle der nebenstehenden kleineren Kapelle Zuflucht zu finden, da alle Sitzmöglichkeiten am Parkplatz in der Sonne stehen und ich Wärme gerade nicht vertrage, aber sie ist wohl nur bei Gottesdiensten zugänglich. Daher sitze ich jetzt an einer schattigen Stelle am Fuß der Ruine auf einem am Boden liegenden Stein und werde die Gelegenheit nutzen, meinen Bericht für gestern zu schreiben. Um mich herum zwitschern die Vögel und sunnen die Hummeln.

Um die Powerstation fast voll zu laden,  blieb ich noch bis 16 Uhr in Lanvoy. Den in den nächsten Tagen wird es keine Sonne geben. Außer Blog schreiben und schauen,  was ich als nächstes machen könnte, habe ich nicht viel geschafft. Es war heiß und ich erschöpft. Zum Glück habe ich noch herausgefunden,  wie ich das Wasser am Waschbecken in der Toilette anbekomme, so dass ich mir ab und zu Unterarme und Gesicht abkühlen konnte. Bei meiner Fahrt Richtung Westen wurde es zunehmend bewölkt und schwül. In Brest war es kaum auszuhalten,  zumal ich in Feierabendverkehr kam. Eine riesige, turbulente Stadt. Die große 🏰 hätte mich schon gereizt, aber Brest hätte mich aktuell hoffnungslos überfordert und so war ich froh, als ich aus der Stadt raus war.

Gegen 17:30 Uhr kam ich an der Pointe Saint-Matthieu an. Der Legende nach sind die Seeleute mit dem Leichnam von Matthäus hier gelandet und im 6. Jahrhundert soll hier das erste Kloster gegründet worden sein. Dieses hatte angeblich den Schädel von Matthäus als Reliquie.

Hier kann man den Leuchtturm und eine Kapelle innerhalb der Ruinen einer alten Abtei besichtigen. Die Abtei ist im Laufe der Jahrhunderte immer wieder umgebaut worden, so dass sich dort romanischer und gotischer Baustil vermischen. Die Abtei wurde im 11. Jahrhundert gegründet und während der französischen Revolution aufgegeben. Der hohe Kirchturm wurde von den Mönchen lange Zeit als Leuchtturm benutzt, bevor das Recht einen Leuchtturm zu betreiben an die Marine ging. Die 163 Stufen auf den Leuchtturm sind im Moment zuviel für mich und es war ja auch schon spät. Daher bin ich noch ein wenig auf der Landspitze spazieren gegangen. Natürlich habe ich auch einen kleinen Abstecher zur Gedenkstätte für die vermissten französischen Seeleute gemacht. Auf dem Gelände verteilt sind immer wieder Tafeln mit Namen von vermissten Schiffen. Vor der Küste gibt es sehr viele Felsen und nur eine sehr enge Passage Richtung Brest. In früheren Zeiten,  mussten Schiffe oft tagelang warten,  bis sie nach Brest weitersegeln konnten,  weil die Bedingungen nicht geeignet waren. Es kam zu regelrechten Staus vor der engen Passage.

Gedenkstätte für vermisste Seeleute
An der Küste entlang ist auf fast jeder Landspitze ein Leuchtturm

Als der mittlerweile eingesetzte Regen zu stark wurde, habe ich mich auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz gemacht. Zwischen Strand und Campingplatz  Les Blancs Sablons fand ich einen geeigneten Parkplatz mit einer sauberen Toilette direkt auf der anderen Straßenseite. Nach einem kurzen Spaziergang zum Strand habe ich in einer Regenpause eine Kleinigkeit gekocht.

Am Strand les Blancs Sablons
Am Strand les Blancs Sablons

Das war auch dringend nötig nach ein paar Tagen nur Brot, Gebäck, Obst, Nüsse und Gemüse. Da es hier von Mücken nur so wimmelt, wollte ich nicht wie üblich unter der offenen Heckklappe kochen. Mücken im Schlafzimmer sind übel,  aber im Auto kann man ihnen noch weniger entkommen. Daher musste ich improvisieren.

Meine improvisierte Küche

Ich habe es dann gerade rechtzeitig zum nächsten heftigen Regenguss geschafft mit kochen fertig zu werden. Als es zu Gewittern anfing fürchtete ich schon, dass ich das Kochen abbrechen müsste.

Da ich nicht so fit bin und nicht soviel besichtigen kann,  wie ich gerne würde, nutze ich die Angebote für Touristen  (Petit Trains, Bootsfahrten), um möglichst viel vom Land (und Meer) mitzubekommen. So kann ich Pacing und Besichtigungen vereinen. Daher habe ich für morgen eine Exkursion mit einem Boot zur Entdeckung von Flora und Fauna gebucht. Die beiden Guides werden in den Bewertungen sehr gelobt und der Veranstalter arbeitet eng mit lokalen Naturschutzorganisationen zusammen.  Sie hätte am Nachmittag stattfinden sollen, wurde nun aber wegen widrigen Wetterbedingungen (Sturm) auf den Vormittag verlegt. Ich bin sehr gespannt. Ob ich endlich meine ersten Delphine in freier Wildbahn zu sehen bekomme. Mit etwas Glück erwischen wir ja ein regenfreies Zeitfenster.

Locronan und Quimper

Die Sonne hat mich heute schon früh geweckt und so bin ich nach meiner morgendlichen Meditation bei angenehmen 12 Grad und Sonnenschein mit wenig Wind vom Plage de Kervel begrüßt worden.

Plage de Kervel am frühen Morgen

Da auch die Luftfeuchtigkeit deutlich abgenommen hat, habe ich den morgen genutzt um das Auto ordentlich durchzulüften und die klammen Decken, Handtücher und Klamotten in Wind und Sonne zu trocknen. Da ich am späten Abend doch noch entdeckt habe, dass es an diesem Parkplatz nicht nur eine richtige Toilette, sondern auch ein geradezu luxuriöses Waschbecken gibt, konnte ich mich heute wieder mit fließend Wasser waschen und mein Geschirr ordentlich spülen.  Das ist beim Freistehen auf Parkplätze nicht immer möglich. Es sei denn man will das Spülwasser in die Natur Kippen, was für mich nicht in Frage kommt. Daher bin ich sehr dankbar für den Tipp einer Youtuberin, immer eine Sprühflasche mit Spülmittel-Wassergemisch dabeizuhaben. Damit kann man zwischendurch Tassen, Teller und Besteck wenigstens rudimentär reinigen. 

Mein „Badezimmer“

Nach einer ausgiebigen Knuddelrunde mit dem Hund einer Foodtruckbesitzerin, die am Morgen ihren Truck neben mir aufgebaut hat, bin ich ins wenige Kilometer entfernte Dorf Locronan gefahren. Im Internet streiten sich die Geister darüber,  ob es gerechtfertigt ist, 5€ fürs Parken pro Tag zu verlangen. Ich bin mir noch nicht sicher. Das Dorf ist in jedem Fall sehr hübsch und gepflegt, die Toilette in der Nähe des Rathauses war es weniger. Das lief schon eher unter Zumutung.

Chapelle Notre-Dame-de-Bonne-Nouvelle und ihr Brunnen

Etwas abseits des Kirchplatzes geht es über ein kleines Sträßchen bergab zu einer Kapelle aus dem 15. JH mit einem schönen Kalvarienberg und Brunnen. Urkundlich ist sie  erstmals in einem Testament im Jahr 1439 erwähnt.

Etwas hinter dem Rathaus geht es rechts ca. 500m steil bergauf zum Manoir de Kerguénolé, einem alten Herrenhaus im Besitz der Gemeinde Locronan. Angesichts der vielen schönen alten Häuser in Locronan finde ich es nicht besonders bemerkenswert. Allerdings hat man von einzelnen Stellen durch das dichte Grün eine schöne Aussicht.

Manoir de Kerguénolé und Aussicht

Wenn man über die Zufahrt des Herrenhauses auf der wenig befahrenen Fahrstraße wieder nach Locronan geht, hat man einen schönen Blick auf die Kirche und die daneben liegende Kapelle mit ihren Wasserspeiern, dem filigranen Glockenturm der Kapelle und dem mächtigen Kirchturm. Im Inneren der Kirche findet man im Seitenshiff eine kleine Ausstellung zur Geschichte, insbesondere zur Baugeschichte, der Kirche, deren Anfänge auf das Jahr 1424 zurückgehen. Davor gab es hier schon eine keltische Kultstätte, denn Locronan war ursprünglich Teil eines keltischen Kultweges mit 12 Stationen, bevor es christianisiert wurde.

Kirche St. Ronan

Das Bild von Locronan ist ansonsten geprägt von vielen kleinen touristisch orientierten, liebevoll gestalteten Geschäften und Gastronomien.

Und Hobbits haben hier vermutlich auch gelebt. Bei Dieser Tür müsste sogar ich mich ducken

Der keltische Buchladen hatte leider gerade wegen Essenspause geschlossen,  als ich ihn endlich gefunden habe.

Und während alle anderen heute morgen um die Schattenplätze gekämpft haben,  habe ich für die 5€  Parkgebühr meine Powerstation fast voll geladen 🙂

Am Nachmittag ging es nach Quimper, der Stadt der Kunst und der Geschichte.  Nach einer Ruhepause im Yoggi habe ich mich auf den Weg in die historische Altstadt gemacht und kam gerade zur rechten Zeit um in den Petit Train einzusteigen. Der Fahrer war supernett und hat mir ein deutschsprachiges Transkript der französischen Führung gegeben,  das ich während der Fahrt lesen konnte. Die ca. 40-minütige Rundfahrt gab einen interessanten Überblick über die Geschichte und Sehenswürdigkeiten,  die ich mir im Anschluss noch teilweise zu Fuß näher angeschaut habe.

Kathedrale St. Corentin

Die Kathedrale von St. Corentin mit deren Bau 1240 begonnen wurde und der 300 Jahre dauerte, beeindruckt sowohl von außen mit ihren 80m hohen Türmen als auch von innen mit ihren Buntglasfenstern, den vielen Kapellen,  Fresken,  Statuen,  Reliquien und Sarkophagen. Ich war ganz überwältigt und konnte die ganze Fülle gar nicht erfassen.

Auf dem Platz um die Kahedrale gibt es neben dem berühmten Kaufhaus Erodiff einige schöne alte Fachwerkhäuser, das Rathaus,  das Kunstmuseum und eine Statue von René Theophille Hyazinthe Laennec, dem berühmten Quimperer Arzt, der das Stethoskop erfunden hat.

Die ältesten Häuser stehen in der Rue Kéréon (bretonisch: Schuhmacher). Sie entgingen zum Glück dem Großbrand,  der 1762 Quimper verwüstete.  Ein nettes Detail sind kleine Figuren an einigen Fassaden,  die sich über die Köpfe der Passanten hinweg zu unterhalten scheinen. Auch die umliegenden Straßen sind nach den Berufen der damaligen Bewohner benannt, z. B. Rue des Boucherien, Rue de Sallé, Place au Beurre, …

Die Häuser um den Place Terre au Duc (Herzogenplatz), auf dem sich früher die Tagelöhner auf der Suche nach Arbeit versammelten, stammen aus dem 17. Jahrhundert.

Quimper bedeutet auf bretonisch „Zusammenfluss“. Hier treffen 3 Flüsse aufeinander. Das hat Quimper nicht nur Reichtum,  sondern auch mehrere verheerende Hochwasser beschert.

Zusammenfluss von 2 der 3 Flüsse

Über einen der Flüsse gibt es viele kleine Stege für Fußgänger

Musée Departmal und Kathedrale hinter einem der Fußgängerstege.

Quimper war einst von einer 1500m langen Stadtmauer mit 10 Wehrtürmen umgeben,  von der auch heute noch Teile und Türme stehen.

Auf meinem anstrengenden Weg bergauf zurück zum Parkplatz Tourbie konnte ich im exotischen Garten der Ruhe (Jardin de la Retraite) etwas Abkühlung und Ruhe finden. Es gibt in Quimper mehrere solcher grünen Oasen.

Die Suche nach einem Schlafplatz gestaltete sich heute etwas schwierig.  Die Parkplätze und Sanitäranlagen sind auf meiner weiteren Strecke Richtung Crozon-Halbinsel eher rar gesät und waren alle in sehr unappetitlichem Zustand.  Nachdem ich mehrere angefahren habe, bei denen ich kein gutes Gefühl hatte, bin ich nach Telgruc-sur-mer gefahren und habe mich auf einen Parkplatz der Gemeinde gestellt. Nicht ideal, aber auch das gehört zu einem Roadtrip.  Man kann nicht immer auf einem Premium-Stellplatz direkt am Strand sein. Bisher hatte ich da ja großes Glück.