Schlagwort: Regenwetter

Sommerhitze in Lanvoy und Regen an der Pointe Saint-Matthieu

Nachdem es gestern oder vielmehr heute bereits 0:30 Uhr war, bis ich endlich ins Bett kam und mein Körper bereits signalisiert hat, dass ihn der Tag sehr angestrengt hat, bin ich um 9:15 Uhr ziemlich ausgedörrt in einem 29° warmen Auto erwacht. Ich war zwar im Laufe der Nacht mehrmals kurz wach, aber ab 6 Uhr habe ich ganz gut geschlafen. Hätte ich geahnt, dass die Sonne am Morgen so auf das Auto brutzelt, hätte ich gestern Abend noch das Solarpanel aufgestellt. So konnte ich die Sonne erst ab 9:30 Uhr nutzen.

Mir war gestern schon im Dunkeln aufgefallen,  dass es hier recht schön zu sein scheint,  aber erst im Tageslicht kommt der Zauber des Ortes so richtig zur Geltung. Der Parkplatz liegt zwischen der Ruine einer alten Kapelle (Kapelle von Lanvoy), einem Spielplatz und dem Wasser.

Blick übers Wasser bei Ankunft in Lanvoy

Nachdem mich die argwöhnisch Blicke (so kam es mir zumindest vor) der Anwohner, anfangs irritiert hatten, beschloss ich doch, hier zu frühstücken. Es sprach einiges dafür: die Toilette war offen, wenn auch kein Wasser am Waschbecken kam, es gab schöne Picknicktische am Wasser, ich war erschöpft,  die Powerstation leer, die Sonne schien die meiste Zeit und die Kapelle lud zu einem Besuch ein.

Herzrasen, Erschöpfung, Nervenkribbeln und dass mir dauernd etwas aus den Händen fällt, zeigen darüberhinaus an, dass dringend Ruhe und Regeneration angesagt sind. Und wer weiß, ob und wann ich heute nochmal ausreichend Sonnenenergie für die Powerstation bekomme.

Aussicht beim Frühstück

Nach dem Frühstück mit grandioser Sicht aufs Wasser und glückliche Kinder auf dem Spielplatz und noch mehr komischen Blicken von deren Vätern und Großeltern (es war nie eine Mutter dabei), habe ich mir die Ruine angeschaut. Einige Bereiche sind seit einem Orkan in der Nacht 1./2. November 2023 abgesperrt. Dennoch kann man alles sehen.  Auf einer verwitterten Hinweistafel steht zwar „gesperrt bis zum Abschluss der Widerinstandsetzung“, aber es macht nicht den Eindruck, dass hier aktiv etwas getan wird. Schade, aber vermutlich wäre das ein sehr teures Unterfangen.

Chapelle de Lanvoy

Ich hatte gehofft, in der Kühle der nebenstehenden kleineren Kapelle Zuflucht zu finden, da alle Sitzmöglichkeiten am Parkplatz in der Sonne stehen und ich Wärme gerade nicht vertrage, aber sie ist wohl nur bei Gottesdiensten zugänglich. Daher sitze ich jetzt an einer schattigen Stelle am Fuß der Ruine auf einem am Boden liegenden Stein und werde die Gelegenheit nutzen, meinen Bericht für gestern zu schreiben. Um mich herum zwitschern die Vögel und sunnen die Hummeln.

Um die Powerstation fast voll zu laden,  blieb ich noch bis 16 Uhr in Lanvoy. Den in den nächsten Tagen wird es keine Sonne geben. Außer Blog schreiben und schauen,  was ich als nächstes machen könnte, habe ich nicht viel geschafft. Es war heiß und ich erschöpft. Zum Glück habe ich noch herausgefunden,  wie ich das Wasser am Waschbecken in der Toilette anbekomme, so dass ich mir ab und zu Unterarme und Gesicht abkühlen konnte. Bei meiner Fahrt Richtung Westen wurde es zunehmend bewölkt und schwül. In Brest war es kaum auszuhalten,  zumal ich in Feierabendverkehr kam. Eine riesige, turbulente Stadt. Die große 🏰 hätte mich schon gereizt, aber Brest hätte mich aktuell hoffnungslos überfordert und so war ich froh, als ich aus der Stadt raus war.

Gegen 17:30 Uhr kam ich an der Pointe Saint-Matthieu an. Der Legende nach sind die Seeleute mit dem Leichnam von Matthäus hier gelandet und im 6. Jahrhundert soll hier das erste Kloster gegründet worden sein. Dieses hatte angeblich den Schädel von Matthäus als Reliquie.

Hier kann man den Leuchtturm und eine Kapelle innerhalb der Ruinen einer alten Abtei besichtigen. Die Abtei ist im Laufe der Jahrhunderte immer wieder umgebaut worden, so dass sich dort romanischer und gotischer Baustil vermischen. Die Abtei wurde im 11. Jahrhundert gegründet und während der französischen Revolution aufgegeben. Der hohe Kirchturm wurde von den Mönchen lange Zeit als Leuchtturm benutzt, bevor das Recht einen Leuchtturm zu betreiben an die Marine ging. Die 163 Stufen auf den Leuchtturm sind im Moment zuviel für mich und es war ja auch schon spät. Daher bin ich noch ein wenig auf der Landspitze spazieren gegangen. Natürlich habe ich auch einen kleinen Abstecher zur Gedenkstätte für die vermissten französischen Seeleute gemacht. Auf dem Gelände verteilt sind immer wieder Tafeln mit Namen von vermissten Schiffen. Vor der Küste gibt es sehr viele Felsen und nur eine sehr enge Passage Richtung Brest. In früheren Zeiten,  mussten Schiffe oft tagelang warten,  bis sie nach Brest weitersegeln konnten,  weil die Bedingungen nicht geeignet waren. Es kam zu regelrechten Staus vor der engen Passage.

Gedenkstätte für vermisste Seeleute
An der Küste entlang ist auf fast jeder Landspitze ein Leuchtturm

Als der mittlerweile eingesetzte Regen zu stark wurde, habe ich mich auf die Suche nach einem Übernachtungsplatz gemacht. Zwischen Strand und Campingplatz  Les Blancs Sablons fand ich einen geeigneten Parkplatz mit einer sauberen Toilette direkt auf der anderen Straßenseite. Nach einem kurzen Spaziergang zum Strand habe ich in einer Regenpause eine Kleinigkeit gekocht.

Am Strand les Blancs Sablons
Am Strand les Blancs Sablons

Das war auch dringend nötig nach ein paar Tagen nur Brot, Gebäck, Obst, Nüsse und Gemüse. Da es hier von Mücken nur so wimmelt, wollte ich nicht wie üblich unter der offenen Heckklappe kochen. Mücken im Schlafzimmer sind übel,  aber im Auto kann man ihnen noch weniger entkommen. Daher musste ich improvisieren.

Meine improvisierte Küche

Ich habe es dann gerade rechtzeitig zum nächsten heftigen Regenguss geschafft mit kochen fertig zu werden. Als es zu Gewittern anfing fürchtete ich schon, dass ich das Kochen abbrechen müsste.

Da ich nicht so fit bin und nicht soviel besichtigen kann,  wie ich gerne würde, nutze ich die Angebote für Touristen  (Petit Trains, Bootsfahrten), um möglichst viel vom Land (und Meer) mitzubekommen. So kann ich Pacing und Besichtigungen vereinen. Daher habe ich für morgen eine Exkursion mit einem Boot zur Entdeckung von Flora und Fauna gebucht. Die beiden Guides werden in den Bewertungen sehr gelobt und der Veranstalter arbeitet eng mit lokalen Naturschutzorganisationen zusammen.  Sie hätte am Nachmittag stattfinden sollen, wurde nun aber wegen widrigen Wetterbedingungen (Sturm) auf den Vormittag verlegt. Ich bin sehr gespannt. Ob ich endlich meine ersten Delphine in freier Wildbahn zu sehen bekomme. Mit etwas Glück erwischen wir ja ein regenfreies Zeitfenster.

Ein neuer Tag mit lohnenswerten Planabweichungen

Nach fast 11h Schlaf bin ich heute erst recht spät aus dem Yoggi gekrabbelt. Ich habe Kopfschmerzen,  fühle mich ansonsten aber ganz gut. Ab und zu hat man hier mal ein Auto gehört,  aber meist nur das Rauschen des Windes, die Meeresbrandung und den Regen. Ich war gegen 6 Uhr mal wach und habe überlegt aufzustehen,  aber da es wieder geschüttet hat wie aus Eimern, dachte ich, ich kann auch versuchen nochmal zu schlafen und meinem Körper Gelegenheit zur Regeneration zu geben. Und scheinbar war das die richtige Entscheidung. Es scheint zwar keine Sonne, aber es ist trocken von oben und so werde ich mir jetzt erstmal ein gemütliches Frühstück gönnen. Der Parkplatz hier hat nämlich auch wieder Picknicktische.

Frühstück am Plage de Gored

Und keine Sorge,  das habe ich nicht alles verputzt, sondern auch gleich was zu essen für später gerichtet. Denn wie eine nette Dame beim letzten Roadtrip in Schottland sagte „it’s good to be prepared“. Den Blog dazu, zumindest dem ersten Teil der Reise, findet  ihr unter scotland-ride.de

Ich fahre jetzt weiter Richtung Norden,  aber nicht weit.auf der Suche nach einem Parkplatz für die Nacht bin ich gestern über eine weitere sensationell klingende frühgeschichtliche Fundstätte gestolpert, die ich mir ansehen will.

War mit über 18h länger als geplant hier, aber es ist ja auch schön. Danke an die Gemeinde,  dass sie das möglich macht, sogar eine Toilette zur Verfügung stellt und alles so gepflegt hält.

Die Sites archéologiques de Menez Dregan ist schön gemacht. Auf einem kurzen Spaziergang oberhalb der Klippen wird an mehreren Stellen anschaulich erklärt,  wie die Menschen in der Altsteinzeit gelebt haben und anhand welcher Funde man das nachvollziehen kann. Das Zentrum öffnet zwar erst am 23. Juni, aber die Ausgrabungsstätte auf dem Gelände ist jederzeit zugänglich und sehr gut beschrieben.

Mehr noch als die archäologische Seite dieses Ortes gefällt mir die Landschaft und Natur.  Vor lauter Begeisterung habe ich gar nicht bemerkt,  dass der schneidende Wind mich ziemlich ausgekühlt hat. Da zahlt es sich sicher aus, dass im Auto ein Heißgetränk und für später heißes Wasser für einen Tee warten.  It’s good to be prepared…

Es war überall schön,  wo ich bisher war, aber das hier kommt meinen Vorstellungen und Erwartungen an Bretagne und Atlantikküste bisher am nächsten. Ich vermisse nicht mal sommerliches Wetter, denn auch der Wind und die Bewölkung entsprechen genau dem was ich mir hier erwartet habe. Auch wenn Seeleute die See heute vermutlich als ruhig bezeichnen würden, freue ich mich über die schäumenden Wellen, die sich tosend und spritzend an den Klippen brechen. Endlich ein paar schöne Bilder von Wellen,  Klippen und Möwen im Flug, wenn auch überwiegend mit der Kamera und daher noch nicht im Blog zu sehen.

Die Sites archéologiques de Menez war ja schon eine Planabweichung und so ging es weiter. An der Pointe du Raz habe ich festgestellt,  dass die 8€ „Eintritt“ nicht für das Besucherzentrum sondern bereits fürs Parken und den Zugang fällig sind. Da der Rundweg vom Parkplatz über die Landspitze mindestens 3km gewesen wären und ich mir zu dem Zeitpunkt nicht sicher war,  ob ich das schaffe, die Pointe du Raz darüberhinaus völlig überlaufen ist, war es mir das nicht wert. Ich bin dann kurzerhand in eine benachbarte Bucht gefahren. Von dort hat man bei einem kleinen Spaziergang einen herrlichen Blick auf die Pointe du Raz und die vorgelagerten Inselchen mit den Leuchttürmen und die Besucherströme zur Pointe du Raz ;-). Außerdem konnte ich ein paar Wellenreiter mit dem Teleobjektiv beobachten und ein paar ganz gute Bilder schießen.  Was Flora und Fauna angeht, gab es bestimmt auch keinen Unterschied zu der Klippe, auf der ich gewandert bin. Von daher war die Planänderung ein Glücksfall.

Besucherkarawane auf dem Weg zur Pointe du Raz
Moulins de Trouguer auf dem aweg nach Douarnenez

Durch den späten Start in den Tag und den Besuch der Sites archéologiques de Menez war es schon relativ spät als ich in Douarnenez ankam. Daher habe ich die 4 Schiffe im Museumshafen nicht mehr besichtigt, sondern nur von außen beguckt.

Die Pontonbrücke habe ich auch nicht überquert, sondern bin nur ein Stück gegangen,  um zu fotografieren.

Statt dessen habe ich mir auf dieser Seite des Hafens die Kirche Sacre Coeur und die Kapelle Saint Michel angeschaut. Auf die Ile Tristan, auf der man angeblich neben der Ruine einer alten Burg auch einen vergrabenen Schatz finden soll, konnte ich nicht. Sie ist nur bei Ebbe mit einem Führer zu besuchen.

Sacre Coeur
Kapelle Saint Michel

Auf meiner direkten Route gab es leider keine geeigneten  Schlafplätze, daher habe ich einen kleinen Umweg gemacht und bin an einem schönen Strand mit Blick auf Douarnenez gelandet.  Ein idealer Ort für einen Sonnenuntergang,  leider entpuppte sich die Toilette als typisch französisches (und versifftes) Stehklo. Außerdem war es irre windig, so dass ich kochen schon abgeschrieben habe.

Aber mal ehrlich,  die Lage ist genial

Bei einem Strandspaziergang entdeckte ich, dass ein gutes Stück weiter den Strand runter auch ein Parkplatz ist, der von weitem noch besser aussah. Also bin ich hingelaufen und habe ihn mir angesehen. Der Blick war fast noch besser und der Wind schien günstiger. Also bin ich umgezogen, auch wenn die Toilettensituation dieselbe ist.  Zum Glück habe ich für solche Notfälle geeignete Ausrüstung an Bord.

Blick vom Auto zum Sonnenuntergang über dem Meer 🌅

Ich konnte das Auto so platzieren,  dass ich relativ windgeschützt kochen konnte und dabei aufs Wasser und den Sonnenuntergang schauen. Irgendwann kam noch ein Kitesurfer und hat mir ziemlich lange eine gute Show geboten.

Aussicht beim kochen und essen

Danach habe ich mir meine tolle wind- und regenfeste Jacke angezogen, meinen Tee und meine gefütterte,  ebenfalls wind- und regenfeste Campingdecke geschnappt und mich auf eine Bank am Strand gesetzt. Hier schreibe ich nun und beobachte den Sonnenuntergang über dem Meer.

Trotz 14 Grad Celsius, die sich bei 20 km/h Wind kälter anfühlen,  ist es so relativ gemütlich. Wobei sich die weit über 80% Luftfeuchte unter meiner Decke langsam tropisch und darüber feucht-kalt anfühlen. Kein Wunder dass im Auto   heute morgen auch alles feucht und klamm war. Meine Brillengläser auch schon ganz beschlagen.

Was für ein ereignisreicher, eindrucksvoller Tag!

Der Morgen hat tierisch angefangen mit einer vermissten 19 jährigen katze und einem großen schwarzen Hund,  der nach einer ausgiebigen Begrüßung neben meinem Yoggi lag, als gehörte er zu uns. Der Tag sollte im Zeichen der Megalithkultur stehen, dabei aber möglichst reizarm sein. Also direkt nach Carnac zu fahren schied aus. Ich habe mich erstmal auf den Weg gemacht,  um bei einer kleinen Wanderung die Dolmen von Kerdaniel zu suchen. Was soll ich sagen? Ich habe nicht nur die drei relativ hut zugänglichen Dolmenvon Kerdaniel,  sondern noch 2 weitere, etwas unzugänglichere gefunden,  von denen ich noch nicht gehört hatte.  Den Weg musste ich mir in vielerlei Hinsicht erkämpfen. Nicht nur gegen Brombeerranken, sondern auch einen Bauern, über dessen Land ich meine Tour unwissentlich geplant hatte. Nach einem kurzen Gespräch,  das mit „sie können hier nicht langgehen, das ist Privatbesitz“ begann und der Erlaubnis meinen Weg fortzusetzen und noch ein paar Tips zur Unwegsamkeit und möglichen Alternativrouten endete, konnte ich meine Suche beginnen. Spätestens als ich 5 Minuten später unter einem Elektrozaun durchkrabbeln musste, wäre mir wohl klar geworden,  dass das kein offizieller Weg ist.  Die Strecke hatte dadurch aber den Vorteil,  dass ich lange keine Menschen traf. Nur Frösche, Vögel,  Schmetterlinge, Spinnen und Insekten haben mir Gesellschaft geleistet. Am Ende der Runde gab es noch einen relativ großen Menhir und den ersten eingezäunten Dolmen. Ich war schwer beeindruckt. Da habe ich auch noch nicht geahnt, was mich heute noch alles erwartet.

Offizielle Dolmen von Kerdaniel: 1 großer (ich kann darunter fast aufrecht stehen) und 2 kleine
Die riesigen, schweren Steinbrocken sind ehrfuchtgebietend.  Was sie den damaligen Menschen wohl bedeutet haben, dass sie sich die unglaubliche Mühe gemacht haben, sie so anzuordnen? Es muss ihnen jedenfalls sehr wichtig gewesen sein.

Nach einem kurzen Zwischenstopp im Supermarkt,  un meine Trinkwasservorräte aufzustocken und etwas frische Lebensmittel zu besorgen,  ging es ein paar Kilometer weiter. Die Kassiererin war übrigens auch sehr nett. Mein Französisch ist mittlerweile wirklich fast nicht mehr vorhanden,  habe ich heute festgestellt. Ich kann zwar einem Reiseführer, der sehr sauberes Französisch spricht, relativ gut folgen,  aber im Gespräch wird es doch schwierig. Zumal dann auch noch Dialekt dazukommt. Umso dankbarer bin ich den Menschen hier, dass sie so viel Geduld und Verständnis aufbringen. Die Kassiererin hat sich sehr gefreut, dass ich Französisch lernen will. Sie wollte mir entgegenkommen und hat es auf englisch versucht,  aber nachdem wir festgestellt haben,  dass ihr Englisch so schlecht ist, wie mein Französisch,  blieben wir bei Französisch und haben gut gelacht dabei.

Mein nächstes Ziel war der Tumulus von Kerkado. Und weil es auf der Karte so aussah,  als wären einige andere Megalithen relativ dicht dabei, habe ich nochmal eine kleine Wanderung gemacht. Bereits auf dem Weg dahin, kam ich aus dem Staunen nicht mehr raus. Plötzlich kam ein Steinfeld nach dem anderen direkt entlangder Fahrstraße.  100te oder 1000e in Reihen aufgestellte Menhire, teilweise mehrere Meter hoch. Wieder Gedanken dazu wie und warum die Menschen das gemacht haben. Es gibt hier in der Region um Carnac ungefähr 3000 Menhire, deren Formationen um 7000 Jahre alt sind.

Ich musste dann einfach kurz anhalten und mir das ansehen… unglaublich.  Und das war nur das kleine Feld.

Meine Wanderung führte mich auf teils einsamen,  verwilderten Pfaden zum Tumulus. Dieser ist nicht ganz so bekannt und daher nicht so frequentiert, aber sehr beeindruckend. Man kann auch hineingehen. Ich hatte richtig Herzklopfen als ich drinnen stand und das lag mal nicht am Nervensystem.

Wer hätte erkannt, dass dieser unscheinbare Erdhügel,  etwas so besonderes ist? Ich nicht, wenn es nicht ausgeschildert und freigelegt gewesen wäre.

Der weitere Weg führte mich vorbei an Steinfeldern zum Géant du Manion und zurück zum Auto. Nach kurzer Fahrt, habe ich mir noch die Dolmen von Mané Kerioned angesehen. Ich hätte am liebsten noch x andere Stellen mit Zeugnissen der Megalithkultur besichtigt, aber dann wäre ich in einer Woche vermutlich noch da und es gibt noch soviel zu erkunden.

Auf dem Weg an die Spitze der Quiberonhalbinsel habe ich spontan an einer Benediktinerabtei Halt gemacht und mich dort etwas ausgeruht. Dieses Mal war mir in der Kirche Ruhe vergönnt 🙂

Am Kap du Conguel habe ich einen Spaziergang gemacht, Vögel und Algentaucher beobachtet und viele schöne Bilder gemacht. Zumindest fanden andere Touristen,  dass diese „très magnifique“, „grandios“ und „formidable“ wären. Der Wind dort hat mir so um die Nase geweht, dass mein Körper jetzt eigentlich mit Sauerstoff geflutet sein müsste. Hoffentlich kam er auch in die Zellen. Besonders lustig fand ich die tausenden kleinen Schnecken,  die dort an allem hängen.

Leuchtturm
Schnecken überall

Nach 1,5h Fahrt bin ich an meinen heutigen Übernachtungsplatz angekommen. Ich habe einen riesigen Parkplatz mit Picknickbänken direkt am Steand nur für mich.

Nur das WC ist etwas weiter weg

Die Aussicht wäre atemberaubend,  wenn nicht kurz nach meiner Ankunft innerhalb von Minuten erst Nebel/Gischt und dann Regen über mich heteingebrochen wären.  Da nützen die schönsten picknicktische nichts. In Windeseile habe ich alles mögliche, was ich die nächsten Stunden brauchen könnte (z. B. Essen, Geschirr, was um die sandigen Füße zu reinigen) aus der Box unter dem Bett und anderen unzugänglicheren Stellen auf das Bett geworfen. Totales Chaos. Dennoch wurde es im Yoggi und auch ich naß und Dand habe ich beim reinklettern auch noch hereingeschleppt.

Danach musste ich erstmal alles herumsortieren um dann halb liegend im Bett zu Abend zu essen und den  Blog zu schreiben. Bei Regen ist das Leben im Mikrocamper schon herausfordernd. Aber ich wollte es ja so. Und wer in die Bretagne fährt,  muss mit solchem Wetter rechnen.

Jetzt werde ich versuchen noch etwas Ordnung hier hereinzubekommen,  die Fenster zu verhängen und dann schnell unter die Decke kriechen,  den langsam wird mir kühl.