Heute sind wir bei Plougrescant an die Küste gefahren. Dort gibt es imposante rote Granitfelsen zu bewundern. Ein besonders schönes Motiv bietet das von zwei riesigen Granitfelsen eingefasste Maison du Gouffre Plougrescant.
Maison du Gouffre Plougrescant
Gleich daneben befindet sich ein weiterer Touristenmagnet der Le gouffre (Schlucht) de Plougrescant,ist eine Klippe mit einem tiefen Einschnitt. Die Bucht wird auch als Höllenbucht bezeichnet. Als wir dort waren, war Niedrigwasser und schönster Sonnenschein. Angeblich sollen bei stürmischen Wetter Wind und Wellen durch den Spalt brechen, was die Kraft und Urgewalt des Ozeans deutlich demonstriert.
Le gouffre de Plougrescant
Aber es gibt in der Bucht noch viele weitere interessante Felsen bzw. Klippen und die Wellen, die sich tosend und spritzend an den Klippen brechen geben dem Ort einen zusätzlichen Reiz. Ich hätte stundenlang zuschauen können.
Dann sind wir weiter nach Ploumanac’h gefahren. Dort haben wir einen Spaziergang am Phare Ploumanac’h vorbei durch die Felsen und Klippen gemacht. Obwohl ich erst vor kurzem da war, haben die riesigen rosa Granitfelsen mich wieder in ihren Bann geschlagen. Aber zu zweit macht es noch viel mehr Spaß, Tiere, Fantasiewesen und sonstige Formen in ihnen zu entdecken.
Dieses Mal bin ich auch noch das letzte Stück bis zum Leuchtturm gegangen.
Aber nicht nur die Felsen, sondern auch das Spiel der Wellen, die sich bei der mittlerweile einsetzenden Flut mit Macht gegen die Klippen warfen, war faszinierend zu beobachten. Ich konnte meinen Blick kaum mehr abwenden.
Obwohl es nur rund 22°C hatte, fühlte es sich bei strahlendem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel sehr warm an. Daher waren wir sehr froh eine Bank im Schatten mit Blick über die Bucht auf Perros-Guirec zu finden und uns bei einem kleinen Picknick zu stärken.
Blick auf Perros-Guirec
Auf dem Heimweg haben wir uns in Lamballe mit frischem Brot, Obst, Gemüse und Wasser eingedeckt, bevor wir müde, aber glücklich wieder in unsere Ferienwohnung kamen.
Dort erwartete uns eine Überraschung. Vor der Tür stand eine Kiste mit frischen Austern, die uns vermutlich unser Vermieter gebracht hatte. Schade, dass wir ihn verpasst haben.
Die beschauliche Rosa Granitküste mit ihrem großen Naturschutzgebiet um Ploumanac’h und die umliegenden Orte lädt dazu ein, es etwas ruhiger angehen zu lassen. Heute morgen beim Frühstück hat mir meine Nachbarin noch ein paar Tips gegeben. Jetzt steht der Yoggi auf einem kostenlosen Parkplatz nahe des Forums in Trégastel und ich mache einen Rundgang über/ um die Halbinsel Île Renote. Puffins sind – glaube ich – das einzige, was mir jetzt noch fehlt. Aber auch hier kann ich keine finden. Vermutlich sind die alle schon in Schottland zum brüten, denn dort habe ich vor einem Jahr um diese Zeit einige gesehen. Dabei fällt mir etwas ein, was ich glaube ich bei meinem Eintrag zur Iroise-See vergessen hatte. Und falls nicht, doppelt hält besser. Die Robben, die ich dort bei meiner Bootstour gesehen habe, sind tatsächlich dieselben wie in Schottland. Die werden getracked und dabei hat man herausgefunden dass es dieselbe Kolonie ist, die man auch in Schottland beobachten kann. Ein weiterer Fakt zur Iroisesee, den ich vielleicht vergessen habe. Dort gibt es die höchste Leuchtturmdichte der Welt.
Doch zurück zur Île Renote. Zu Beginn meines Spaziergangs bin ich abseits des eigentlichen Weges am Strand entlang durchs Wasser gewatet und habe meine Füße von Wasser, Sand und feinen roten Kieseln umspülen lassen, das war eine Mischung aus angenehm kühl, Fußpflege und Akkupressur. Und das ganz kostenlos.
Die rosa Granitfelsen sind faszinierend. Leider ist es sehr bewölkt, so dass man ihre Farbe auf Bildern nicht richtig einfangen kann. Ihre Formen verführen dazu, die verschiedensten Tiere und Formen un ihnen zu sehen. So sind mir heute schon einige „gestrandet, versteinerte“ Wale, Schweine, Schildkröten und ein Ufo begegnet.
Ufo?Umkleidekabinen am Strand in Trégastel, wie im FilmWasserspaziergang am Strand der Île Renote Rosa Granit mit Phare des Sept Îles im HintergrundZurückhaltend bettelnde Möwe mit Phare de Mean Ruz (Ploumanac’h) im HintergrudFelslabyrinth mit altem Kiefernbestand auf der windabgewandten Seite der Insel
Am Nachmittag habe ich einen Spaziergang um die Landspitze von Ploumanac’h gemacht. Dabei hat mich die Sonne dermaßen überrascht, dass mir erst nach der Hälfte des Weges einfiel, dass es gut wäre, sich einzucremen. Da war es schon ein bißchen spät dafür. Aber das schlimmste konnte ich noch verhindern. Do viel Sonne war ich gar nicht mehr gewohnt. Außerdem war mir viel zu warm. Und das bei 19°. Wie soll ich das nur zuhause in unserer „Toskana des Nordens“ aushalten? Durch die Sonne kam auch die Farbe des Granits besser zur Geltung… und ich bin nach wie vor fasziniert von den Formen der Felsen. Die Farbenspiele waren wieder herrlich.
Hier waren aber auch schon wieder so viele Menschen unterwegs (Nebensaison, Wochentag), dass ich mir gar nicht vorstellen mag, wie es dort in 4 Wochen zugehen wird. So war trotz Naturschutzgebiet nichts mit Vogelbeobachtung oder -Fotografie. Lediglich ein paar Kaulquappen konnte ich in einem Miniteich auf einem der Felsen in der Nähe des Leuchtturms entdecken. Außer mir haben die aber niemanden interessiert. Hoffentlich wird es nicht so heiß, dass dieses winzige Gewässer austrocknet.
Rote Granitfelsen in überwiegend grüner Heidelandschaft und tiefblaues Meer So grün und bunt… kaum zu glauben, dass hier vor knapp 30 Jahren alles eine wüste Einöde war. Erst durch das Unterschutzstellen, entstand diese üppige Vegetation Hübsche Häuser auf der Landspitze Teufelskapelle und Phare de Mean Ruz, dieses Mal aus der Nähe
Am Abend wollte ich mir noch „schnell“ Tréguier anschauen. Aber mit schnell war da nichts. Es gab so viel zu sehen und zu bestaunen. Beinahe hätte ich Tréguier ausgelassen. Ich bin so froh, dass ich es nicht getan und stattdessen Perros-Guirec übersprungen habe. Tréguier hat nicht nur eine großartige Basilika, sondern ein wunderschönes historisches Zentrum mit schönen Gassen und alten Häusern. Leider konnte ich mich auf die Schnelle nicht mehr zu allen Gebäuden informieren. Vieles stammt aus dem 16. Jahrhundert, aber ich vermute, dass die Fachwerkhäuser älter sind.
MuseumHôtel de la Tour, vom ehemaligen Bischofssitz ist nur noch der Torbogen erhalten, der Rest des Gebäudes wurde im 17. Jahrhundert erbaut. Der ursprüngliche Bischofssitz fiel 1594 dem Krieg zum OpferHaus des Herzogs Johann V, genannt „der Weise“. Er verweilte hier, während seiner Zeit in Tréguier und war ein treuer Anhänger des Hl. Yves
Und natürlich die Basilika St-Tugdual. Sie ist so riesig, dass sie nie ganz aufs Bild passte ;-). Sie stammt überwiegend aus dem 16. Jahrhundert. Ihre Geschichte geht auf eine Klostergründung im 6. Jahrhundert durch den Hl. Tugdual zurück. Es war das erste Kloster in dieser noch heidnischen Region nachdem die Bretonen hier gelandet waren. Vom ersten steinernen Kathedralenbau aus dem 11. und 12. Jahrhundert steht nur noch der quadratische Turm des nördlichen Querhauses (romanisch). Ab 1339 bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts entstand die heutige Kathedrale (gotisch).
Da ich erst nach 18 Uhr in Tréguier ankam, ging ich davon aus, dass sie schon geschlossen sein würde und ich sie nur von außen besichtigen konnte. Aber sie war noch offen. Ich habe mich sehr beeilt, alles schnell anzuschauen, damit ich nicht schon wieder in einer Kirche eingeschlossen werde. Es gibt 3 Portalvorhallen, durch die man die Kathedrale betreten kann. Im Innern beeindruckt das Kreuzrippengewölbe, das auf ca. 2m dicken Säulen ruht, ebenso wie die vielen Kunstwerke. Es gibt Statuen, Gemälde, Holzschnitzereien, und Steinmetzarbeiten zu bewundern. Mehrere Altäre im Hauptschiff und einigen Nebenkapellen und ein wunderbar gearbeitetes Chorgestühl runden das Bild ab
Einen guten Schlafplatz habe ich heute beim ersten Versuch nur 10 Minuten von Tréguier entfernt gefunden. Das war auch gut so, denn auch wenn es mir heute einen Tick besser ging (ich bin auch ohne Stöcke kein einziges Mal gestolpert und hatte kaum Schmerzen), war ich sehr erschöpft. Es ist ein kleiner Parkplatz in einem hübschen Dorf, den ich mir mit einem jungen Paar im Van teile. Er liegt direkt am Wasset, hat 2 Picmocktische und mehrere einzelne Bänke auf der Wiese am Ufer. Ich betrachtete beim Abendessen die untergehende Sonne und hatte nette Begegnungen mit Einheimischen und Hunden. Nur Netz gibt es hier kaum, weshalb es einige Bilder noch nicht hochlädt. Die kommen dann sobald ich wieder Netz habe.