Nach einer etwas unruhigen Nacht, war ich früh wach. So konnte ich, nachdem die Sonne endlich über Bäume und Hügel kam, wenigstens 1/2h Solarstrom für meine Powerstation tanken, bevor ich mich auf den Weg Richtung Vannes machte. Die Powerstation war mittlerweile nämlich komplett leer. Und dazu hatte ich beide Powerbanks für Handy und Kameraakkus aufgebraucht. Somit war heute morgen sowohl ich als auch die Technik etwas powerless.
In Vannes gab es kurz etwas Aufregung, weil keine der Parkplatz-Apps mir heute Tickets für die Parkplätze in der Nähe der Kais verkaufen wollte. Nachdem ich von einem Parkplatz zum anderen gegurkt bin und versucht habe Tickets zu kaufen (ging nur online, bzw. ging eben nicht), wurde die Zeit langsam knapp, denn ich hatte am Morgen kurzfristig eine Kreuzfahrt im Golf von Morbihan gebucht und das Boot hätte wohl nicht ausgerechnet auf mich gewartet.
Zumindest hat das die Powerstation auf satte 7% gebracht, bevor ich auf einem etwas entfernteren, aber kostenlosen Parkplatz den Yoggi in der Sonne schmoren lassen habe, während ich bei angenehmen 16 Grad im Stechschritt zum Kai geeilt bin. Die Kreuzfahrt war wirklich schön, aber weil der Handyakku mittlerweile auch schon ziemlich leer wurde, habe ich das Handy während der Kreuzfahrt ausgeschaltet und nur mit der Kamera fotografiert. Bilder folgen, wenn ich sie von der Kamera aufs Handy gezogen habe.


So leben die Reichen auf den Inseln im Golf von Morbihan. Oft stehen auf einer Insel nur 1 oder 2 Häuser.
Die ersten Spuren derSteinzeit.
Ein Hügelgrab und die ersten Megalithen. Am Fuß des großen (an Land) stehen im Wasser etliche kleinere. Man kann nur einen Bruchteil davon aus dem Wasser ragen sehen. Die ganze Formation der im Wasser stehenden Steine bildet eine große „8“.

Auf dem Golf von Morbihan kann man viele schöne alte Segelboote.

Und natürlich darf auch ein Foto eines der beliebtesten Postkartenmotive der Bretagne und Wahrzeichender Seefahrt nicht fehlen, das Maison rose. 1879 für einen Austernbauern und Muschelhändler erbaut, dient es noch heute dank seiner unverwechselbaren Farbe als Sichtmarke für die Seeleute. Der Kai von 1880 ist noch immer in sehr gutem Zustand
Im Anschluss bin ich Richtung Altstadt gefahren und habe bereits bei der 2. Runde auf einem kostenlosen Parkplatz, eine knappe Viertelstunde vom Zentrum entfernt, eine Parklücke ergattert. Mit dem Petit Train habe ich eine Stadtrundfahrt (40 Minuten) gemacht und anschließend noch einen Spaziergang durch den alten Stadtkern. Vannes wäre mit ausreichend Zeit und zu einem anderen Zeitpunkt sicher schön zu besichtigen. Im Moment sind sehr viele der Sehenswürdigkeiten in Restauration und daher eingerüstet und/oder gar nicht zugänglich. Aber es gibt auch viele häßliche 60er-Jahre/Nachkriegsbauten.

Da mein Nervensystem mittlerweile Samba getanzt hat (Kreislaufdysregulation, Herzklopfen, Atemprobleme, Sehstörungen, Orientierungsverlust, Konzentrationsprobleme,…), dachte ich, die Basilika Sainte-Anne d’Auray wäre ein guter Ort, um etwas zu meditieren und runterzukommen. Unter anderen Umständen hätte das sicher geklappt. Aber da ich scheinbar ein unschlagbares Talent für „zur falschen Zeit am falschen Ort“ entwickelt habe, wurde da heute nachmittag mit hämmern und klopfen vorm Altar eine Bühne aufgebaut, weil am Wochenende ein großes Event im Rahmen der 500-Jahrfeier stattfindet. Dennoch ein beeindruckendes Bauwerk und Gelände.


Ich bin dann ca. 20 Minuten zu meinem heutigen Übernachtungsplatz gefahren. Zeitlich hätte ich wohl noch ein wenig was unternehmen können, aber ich wollte keinen Crash riskieren. Außerdem brauchte ich Sonne für die Powerstation. Die Kühlbox ist seit mittags aus, denn da hatte sie das bisschen was die Powerstation am Morgen geladen hatte schon verbraucht. Ich bin wirklich froh, dass ich mir eine gute Kühlbox gegönnt habe, die auch bei diesen Temperaturen die Kälte halbwegs hält.

So stehen mein Yoggi und ich seit ca. 2h auf einem Parkplatz bei einer Bouleanlage mit Toilette und ruhen uns aus. Anfangs konnte ich noch ein paar Einheimischen auf mehreren Bahnen beim Spielen zusehen, aber irgendwann hat die wohl der Hunger nach Hause getrieben. Ich habe noch etwas Pläne für morgen geschmiedet und lasse den Abend nun gemütlich auf einer Bank in der Abendsonne ausklingen. Zwischenzeitlich hat sich noch ein Camper dazu gesellt, aber die bleiben wohl lieber unter sich. Man soll sich ja auch ruhig und möglichst unsichtbar verhalten beim Freistehen.
Erkenntnis des Tages: auch wenn ich manchmal denke, ich benehme mich im französischen Straßenverkehr wie ein Fahranfänger… Es gibt immer wieder einen Franzosen, der so schlimm fährt, wie ich es mir in meinen schlimmsten Phantasien nicht ausmalen könnte;-)