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Die Welt ist klein,  aber schön

Die ungemütliche Übernachtungssituation hat mir eine kurze Nacht beschert. Daher habe ich ziemlich früh fluchtartig die Location verlassen und bin an die Abermündug gefahren. Hier wollte ich heute eine kleine Wanderung zu einer Insel mit einer alten Feste machen, die man bei Ebbe angeblich zu Fuß erreichen soll. Bis zur Ebbe bzw. Tiefwasser waren es noch einige Stunden,  aber ich wurde mit einem schönen Sonnenaufgang belohnt.

Sonnenaufgang über dem Aberdelta

Außerdem konnte ich so früh morgens ganz ungestört Fische und Vögel beobachten und dank meinem Tele ein paar gute Bilder schießen.

Die Wanderung war dann etwas abenteuerlich, weil es teilweise über glitschige, mit Algen bewachsene Felsen ging und man sich immer mal wieder einen Weg suchen musste, bei dem die Füße trocken bleiben. Man läuft eben durch ein gerade abgelaufenes Flussbett und dessen Übergang in den Atlantik.

Aber nach einiger Kletterei war es geschafft und ich konnte die Insel ersteigen und die Aussicht genießen.

Aussichten von der Ile d’Aber

Die Festung wurde wie viele Befestigungsanlagen seinerzeit und auch ein paar zivile Bauwerke (auch im Breisgau) von Vauban erbaut.

Fort de l’Aber

Auf dem Rückweg hat das Universum mir noch einen Streich gespielt. Ich habe mir eingebildet, dass man am Ende des Prils trockenen Fußes zurück auf meinen Weg kommt. Da das nicht so war und das Wasser an dieser Stelle  gut 20-30 cm tief, habe ich die Hosen hochgekrempelt, die Schuhe ausgezogen und bin hinübergewatet. Ich wusste, dass ein kleines Stück weiter ein Parkplatz kommt, an dem ich die Füße trocknen und wieder in die Schuhe steigen könnte.

Während ich die Füße in die Sonne hielt, kam ein Auto und ich dachte noch „ach, ein Freiburger“. Der Fahrer und ich haben nicht schlecht gestaunt, als wir uns gesehen haben. Es war ein Arbeitskollege aus meiner Abteilung. Verrückter Zufall oder das Universum hat mich gezwungen,  mir die Füße nass zu machen,  damit wir uns treffen konnten….

Danach ging es weiter Richtung Crozon bzw. Morgat, wo ich heute eine Bootstour zu den Wasserhöhlen von Morgat gebucht habe. Ich wäre gerne mit einer geführten Kajaktour mit einem Guide in die Höhlen gefahren, aber das wird nur im Juli und August  angeboten. Die große Bootstour ist auch auf Tage hin ausverkauft. Ich bin gespannt,  wie es  wird.

Heute bin übrigens scheinbar nicht nur ich müde, sondern auch das Navi. Es hat heute ein paarmal einfach abgebrochen oder mich woanders als geplant hinnavigiert, so dass ich mehr auf der Straße war als ich wollte, obwohl ich mich nur in einem Radius von rund 20 km bewegt habe.

Einige Stunden später…

Das Navi hat auch auf dem Weg nach Morgat wieder seltsame Dinge gemacht. Wenn ich wieder zuhause bin,  muss ich mal schauen,  ob es dafür ein Update gibt. Nachdem ich es endlich nach Morgat geschafft und auch irgendwann einen Parkplatz ergattert habe, habe ich ein wenig „Haushalt“ gemacht (aufgeräumt,  Geschirr gereinigt,…) und das Solarpanel rausgehängt. Viel Strom gab es nicht (bewölkt) aber besser als nichts. Hier an meinem heutigen Schlafplatz scheint gerade die Sonne, da kann die Powerstation noch auftanken. 

Morgat war voller Touristen und das ist auch die Haupteinnahmequelle seit die Sardinen alle weg sind (und damit auch die Fabriken). Herr Peugeot hatte das damals ganz gut erkannt,  dass Tourismus die Zukunft des Ortes sein könnte. Die prächtigen Villen, die etwas abseits der einfacheren Fischerhäuschen stehen,  zeugen davon, dass das einmal ein sehr mondänes Städtchen war.

Die Bootstour zu den Höhlen war sehr interessant und hat Lust auf mehr gemacht. Am liebsten hätte ich mir direkt ein Kajak geholt und wäre überall  reingepaddelt. Da ich aber 0 Erfahrung habe, wäre das alleine etwas fahrlässig. Leider hatte ich mich im Boot ganz nach hinten hingesetzt. Dadurch konnte ich die Führerin nicht gut hören und auch in den Höhlen in die wir reingefahren sind nicht so viel sehen, weil sie zu eng waren, um darin mit dem Boot zu wenden. Das nächste Mal also vorne sitzen.

In manchen Höhlen zaubern chemische Reaktionen an denen Mineralien,  Algen und das Meerwasser beteiligt sind, wunderbare Farbmuster in die Felsen, die sich im türkisfarbenen Wasser spiegeln.

Man kann hier sehr gut die verschiedenen Sedimentschichten erkennen, die im Laufe der Jahrmillionen am Meeresgrund entstanden sind und durch tektonische Ereignisse aufgeworfen wurden. An manchen Stellen wurden dann durch Erosion Fossilien freigelegt, die man in einigen Höhlen an den Wänden erkennen kann.

Auf der Crozon-Halbinsel gibt es über 500 solcher maritimen Höhlen.  Die einzelnen Höhlen haben jede ganz eigene Charakteristika, die Ihnen im Lauf der Zeit ihre Namen gaben, wie z. B. die Wohnungen des Teufels.  Das sind drei natürliche Trichter mit einem Durchmesser von 6 bis 10 Metern, die die Klippe durchbohren. Diese klaffenden Schornsteine, die mit unterirdischen Höhlen und vertikalen Kanälen verbunden sind, haben die Vorstellungskraft der Menschen beflügelt und eine faszinierende Legende inspiriert. Bei Stürmen rast der Wind herein, der Schaum steigt in Wirbeln über die Klippen auf und erzeugt ein gespenstisches Schauspiel, das Rauch ähnelt. Zusammen mit dem Heulen des Windes und dem Krachen der gegen den Felsen geschleuderten Kieselsteine ließ dieses Schauspiel die Menschen an Teufelswerk glauben.

Durch Auswaschungen, Erosion und Abbrüche entstanden die interessanten Formationen,  die unter anderem den Reiz dieser Region ausmachen.

Ich bin dann noch weitergefahren zum Cap de la Chèvre. Hier gibt es einen noch aktiven Semaphoren, alte Bunkeranlagen und Denkmäler für die Marineflieger, die seit Gründung der  Marinefliegerei im Nordatlantik vermisst werden und  für das 15. Kavallerieregiment der US-Armee zur Erinnerung an deren Rolle bei der Befreiung der Region im Zweiten Weltkrieg.

 

Und ganz viel Natur und Aussicht, denn das Cap de la Chèvre liegt im Naturpark Amorique und ist mit seinen über 100m hohen Klippen das höchste auf der Crozon-Halbinsel. Leider war heute ziemlich diesig. Ansonsten hat man eine grandiose Sicht auf die Bucht von Douarnenez,  Pointe du Raz, das Cap Sizun und Pointe de Dinan. Aber vielleicht sieht man ja morgen früh mehr, denn hier werde ich übernachten.

Energiespeicher der Powerstation und meines Körpers auffüllen

Locronan und Quimper

Die Sonne hat mich heute schon früh geweckt und so bin ich nach meiner morgendlichen Meditation bei angenehmen 12 Grad und Sonnenschein mit wenig Wind vom Plage de Kervel begrüßt worden.

Plage de Kervel am frühen Morgen

Da auch die Luftfeuchtigkeit deutlich abgenommen hat, habe ich den morgen genutzt um das Auto ordentlich durchzulüften und die klammen Decken, Handtücher und Klamotten in Wind und Sonne zu trocknen. Da ich am späten Abend doch noch entdeckt habe, dass es an diesem Parkplatz nicht nur eine richtige Toilette, sondern auch ein geradezu luxuriöses Waschbecken gibt, konnte ich mich heute wieder mit fließend Wasser waschen und mein Geschirr ordentlich spülen.  Das ist beim Freistehen auf Parkplätze nicht immer möglich. Es sei denn man will das Spülwasser in die Natur Kippen, was für mich nicht in Frage kommt. Daher bin ich sehr dankbar für den Tipp einer Youtuberin, immer eine Sprühflasche mit Spülmittel-Wassergemisch dabeizuhaben. Damit kann man zwischendurch Tassen, Teller und Besteck wenigstens rudimentär reinigen. 

Mein „Badezimmer“

Nach einer ausgiebigen Knuddelrunde mit dem Hund einer Foodtruckbesitzerin, die am Morgen ihren Truck neben mir aufgebaut hat, bin ich ins wenige Kilometer entfernte Dorf Locronan gefahren. Im Internet streiten sich die Geister darüber,  ob es gerechtfertigt ist, 5€ fürs Parken pro Tag zu verlangen. Ich bin mir noch nicht sicher. Das Dorf ist in jedem Fall sehr hübsch und gepflegt, die Toilette in der Nähe des Rathauses war es weniger. Das lief schon eher unter Zumutung.

Chapelle Notre-Dame-de-Bonne-Nouvelle und ihr Brunnen

Etwas abseits des Kirchplatzes geht es über ein kleines Sträßchen bergab zu einer Kapelle aus dem 15. JH mit einem schönen Kalvarienberg und Brunnen. Urkundlich ist sie  erstmals in einem Testament im Jahr 1439 erwähnt.

Etwas hinter dem Rathaus geht es rechts ca. 500m steil bergauf zum Manoir de Kerguénolé, einem alten Herrenhaus im Besitz der Gemeinde Locronan. Angesichts der vielen schönen alten Häuser in Locronan finde ich es nicht besonders bemerkenswert. Allerdings hat man von einzelnen Stellen durch das dichte Grün eine schöne Aussicht.

Manoir de Kerguénolé und Aussicht

Wenn man über die Zufahrt des Herrenhauses auf der wenig befahrenen Fahrstraße wieder nach Locronan geht, hat man einen schönen Blick auf die Kirche und die daneben liegende Kapelle mit ihren Wasserspeiern, dem filigranen Glockenturm der Kapelle und dem mächtigen Kirchturm. Im Inneren der Kirche findet man im Seitenshiff eine kleine Ausstellung zur Geschichte, insbesondere zur Baugeschichte, der Kirche, deren Anfänge auf das Jahr 1424 zurückgehen. Davor gab es hier schon eine keltische Kultstätte, denn Locronan war ursprünglich Teil eines keltischen Kultweges mit 12 Stationen, bevor es christianisiert wurde.

Kirche St. Ronan

Das Bild von Locronan ist ansonsten geprägt von vielen kleinen touristisch orientierten, liebevoll gestalteten Geschäften und Gastronomien.

Und Hobbits haben hier vermutlich auch gelebt. Bei Dieser Tür müsste sogar ich mich ducken

Der keltische Buchladen hatte leider gerade wegen Essenspause geschlossen,  als ich ihn endlich gefunden habe.

Und während alle anderen heute morgen um die Schattenplätze gekämpft haben,  habe ich für die 5€  Parkgebühr meine Powerstation fast voll geladen 🙂

Am Nachmittag ging es nach Quimper, der Stadt der Kunst und der Geschichte.  Nach einer Ruhepause im Yoggi habe ich mich auf den Weg in die historische Altstadt gemacht und kam gerade zur rechten Zeit um in den Petit Train einzusteigen. Der Fahrer war supernett und hat mir ein deutschsprachiges Transkript der französischen Führung gegeben,  das ich während der Fahrt lesen konnte. Die ca. 40-minütige Rundfahrt gab einen interessanten Überblick über die Geschichte und Sehenswürdigkeiten,  die ich mir im Anschluss noch teilweise zu Fuß näher angeschaut habe.

Kathedrale St. Corentin

Die Kathedrale von St. Corentin mit deren Bau 1240 begonnen wurde und der 300 Jahre dauerte, beeindruckt sowohl von außen mit ihren 80m hohen Türmen als auch von innen mit ihren Buntglasfenstern, den vielen Kapellen,  Fresken,  Statuen,  Reliquien und Sarkophagen. Ich war ganz überwältigt und konnte die ganze Fülle gar nicht erfassen.

Auf dem Platz um die Kahedrale gibt es neben dem berühmten Kaufhaus Erodiff einige schöne alte Fachwerkhäuser, das Rathaus,  das Kunstmuseum und eine Statue von René Theophille Hyazinthe Laennec, dem berühmten Quimperer Arzt, der das Stethoskop erfunden hat.

Die ältesten Häuser stehen in der Rue Kéréon (bretonisch: Schuhmacher). Sie entgingen zum Glück dem Großbrand,  der 1762 Quimper verwüstete.  Ein nettes Detail sind kleine Figuren an einigen Fassaden,  die sich über die Köpfe der Passanten hinweg zu unterhalten scheinen. Auch die umliegenden Straßen sind nach den Berufen der damaligen Bewohner benannt, z. B. Rue des Boucherien, Rue de Sallé, Place au Beurre, …

Die Häuser um den Place Terre au Duc (Herzogenplatz), auf dem sich früher die Tagelöhner auf der Suche nach Arbeit versammelten, stammen aus dem 17. Jahrhundert.

Quimper bedeutet auf bretonisch „Zusammenfluss“. Hier treffen 3 Flüsse aufeinander. Das hat Quimper nicht nur Reichtum,  sondern auch mehrere verheerende Hochwasser beschert.

Zusammenfluss von 2 der 3 Flüsse

Über einen der Flüsse gibt es viele kleine Stege für Fußgänger

Musée Departmal und Kathedrale hinter einem der Fußgängerstege.

Quimper war einst von einer 1500m langen Stadtmauer mit 10 Wehrtürmen umgeben,  von der auch heute noch Teile und Türme stehen.

Auf meinem anstrengenden Weg bergauf zurück zum Parkplatz Tourbie konnte ich im exotischen Garten der Ruhe (Jardin de la Retraite) etwas Abkühlung und Ruhe finden. Es gibt in Quimper mehrere solcher grünen Oasen.

Die Suche nach einem Schlafplatz gestaltete sich heute etwas schwierig.  Die Parkplätze und Sanitäranlagen sind auf meiner weiteren Strecke Richtung Crozon-Halbinsel eher rar gesät und waren alle in sehr unappetitlichem Zustand.  Nachdem ich mehrere angefahren habe, bei denen ich kein gutes Gefühl hatte, bin ich nach Telgruc-sur-mer gefahren und habe mich auf einen Parkplatz der Gemeinde gestellt. Nicht ideal, aber auch das gehört zu einem Roadtrip.  Man kann nicht immer auf einem Premium-Stellplatz direkt am Strand sein. Bisher hatte ich da ja großes Glück.

Ein neuer Tag mit lohnenswerten Planabweichungen

Nach fast 11h Schlaf bin ich heute erst recht spät aus dem Yoggi gekrabbelt. Ich habe Kopfschmerzen,  fühle mich ansonsten aber ganz gut. Ab und zu hat man hier mal ein Auto gehört,  aber meist nur das Rauschen des Windes, die Meeresbrandung und den Regen. Ich war gegen 6 Uhr mal wach und habe überlegt aufzustehen,  aber da es wieder geschüttet hat wie aus Eimern, dachte ich, ich kann auch versuchen nochmal zu schlafen und meinem Körper Gelegenheit zur Regeneration zu geben. Und scheinbar war das die richtige Entscheidung. Es scheint zwar keine Sonne, aber es ist trocken von oben und so werde ich mir jetzt erstmal ein gemütliches Frühstück gönnen. Der Parkplatz hier hat nämlich auch wieder Picknicktische.

Frühstück am Plage de Gored

Und keine Sorge,  das habe ich nicht alles verputzt, sondern auch gleich was zu essen für später gerichtet. Denn wie eine nette Dame beim letzten Roadtrip in Schottland sagte „it’s good to be prepared“. Den Blog dazu, zumindest dem ersten Teil der Reise, findet  ihr unter scotland-ride.de

Ich fahre jetzt weiter Richtung Norden,  aber nicht weit.auf der Suche nach einem Parkplatz für die Nacht bin ich gestern über eine weitere sensationell klingende frühgeschichtliche Fundstätte gestolpert, die ich mir ansehen will.

War mit über 18h länger als geplant hier, aber es ist ja auch schön. Danke an die Gemeinde,  dass sie das möglich macht, sogar eine Toilette zur Verfügung stellt und alles so gepflegt hält.

Die Sites archéologiques de Menez Dregan ist schön gemacht. Auf einem kurzen Spaziergang oberhalb der Klippen wird an mehreren Stellen anschaulich erklärt,  wie die Menschen in der Altsteinzeit gelebt haben und anhand welcher Funde man das nachvollziehen kann. Das Zentrum öffnet zwar erst am 23. Juni, aber die Ausgrabungsstätte auf dem Gelände ist jederzeit zugänglich und sehr gut beschrieben.

Mehr noch als die archäologische Seite dieses Ortes gefällt mir die Landschaft und Natur.  Vor lauter Begeisterung habe ich gar nicht bemerkt,  dass der schneidende Wind mich ziemlich ausgekühlt hat. Da zahlt es sich sicher aus, dass im Auto ein Heißgetränk und für später heißes Wasser für einen Tee warten.  It’s good to be prepared…

Es war überall schön,  wo ich bisher war, aber das hier kommt meinen Vorstellungen und Erwartungen an Bretagne und Atlantikküste bisher am nächsten. Ich vermisse nicht mal sommerliches Wetter, denn auch der Wind und die Bewölkung entsprechen genau dem was ich mir hier erwartet habe. Auch wenn Seeleute die See heute vermutlich als ruhig bezeichnen würden, freue ich mich über die schäumenden Wellen, die sich tosend und spritzend an den Klippen brechen. Endlich ein paar schöne Bilder von Wellen,  Klippen und Möwen im Flug, wenn auch überwiegend mit der Kamera und daher noch nicht im Blog zu sehen.

Die Sites archéologiques de Menez war ja schon eine Planabweichung und so ging es weiter. An der Pointe du Raz habe ich festgestellt,  dass die 8€ „Eintritt“ nicht für das Besucherzentrum sondern bereits fürs Parken und den Zugang fällig sind. Da der Rundweg vom Parkplatz über die Landspitze mindestens 3km gewesen wären und ich mir zu dem Zeitpunkt nicht sicher war,  ob ich das schaffe, die Pointe du Raz darüberhinaus völlig überlaufen ist, war es mir das nicht wert. Ich bin dann kurzerhand in eine benachbarte Bucht gefahren. Von dort hat man bei einem kleinen Spaziergang einen herrlichen Blick auf die Pointe du Raz und die vorgelagerten Inselchen mit den Leuchttürmen und die Besucherströme zur Pointe du Raz ;-). Außerdem konnte ich ein paar Wellenreiter mit dem Teleobjektiv beobachten und ein paar ganz gute Bilder schießen.  Was Flora und Fauna angeht, gab es bestimmt auch keinen Unterschied zu der Klippe, auf der ich gewandert bin. Von daher war die Planänderung ein Glücksfall.

Besucherkarawane auf dem Weg zur Pointe du Raz
Moulins de Trouguer auf dem aweg nach Douarnenez

Durch den späten Start in den Tag und den Besuch der Sites archéologiques de Menez war es schon relativ spät als ich in Douarnenez ankam. Daher habe ich die 4 Schiffe im Museumshafen nicht mehr besichtigt, sondern nur von außen beguckt.

Die Pontonbrücke habe ich auch nicht überquert, sondern bin nur ein Stück gegangen,  um zu fotografieren.

Statt dessen habe ich mir auf dieser Seite des Hafens die Kirche Sacre Coeur und die Kapelle Saint Michel angeschaut. Auf die Ile Tristan, auf der man angeblich neben der Ruine einer alten Burg auch einen vergrabenen Schatz finden soll, konnte ich nicht. Sie ist nur bei Ebbe mit einem Führer zu besuchen.

Sacre Coeur
Kapelle Saint Michel

Auf meiner direkten Route gab es leider keine geeigneten  Schlafplätze, daher habe ich einen kleinen Umweg gemacht und bin an einem schönen Strand mit Blick auf Douarnenez gelandet.  Ein idealer Ort für einen Sonnenuntergang,  leider entpuppte sich die Toilette als typisch französisches (und versifftes) Stehklo. Außerdem war es irre windig, so dass ich kochen schon abgeschrieben habe.

Aber mal ehrlich,  die Lage ist genial

Bei einem Strandspaziergang entdeckte ich, dass ein gutes Stück weiter den Strand runter auch ein Parkplatz ist, der von weitem noch besser aussah. Also bin ich hingelaufen und habe ihn mir angesehen. Der Blick war fast noch besser und der Wind schien günstiger. Also bin ich umgezogen, auch wenn die Toilettensituation dieselbe ist.  Zum Glück habe ich für solche Notfälle geeignete Ausrüstung an Bord.

Blick vom Auto zum Sonnenuntergang über dem Meer 🌅

Ich konnte das Auto so platzieren,  dass ich relativ windgeschützt kochen konnte und dabei aufs Wasser und den Sonnenuntergang schauen. Irgendwann kam noch ein Kitesurfer und hat mir ziemlich lange eine gute Show geboten.

Aussicht beim kochen und essen

Danach habe ich mir meine tolle wind- und regenfeste Jacke angezogen, meinen Tee und meine gefütterte,  ebenfalls wind- und regenfeste Campingdecke geschnappt und mich auf eine Bank am Strand gesetzt. Hier schreibe ich nun und beobachte den Sonnenuntergang über dem Meer.

Trotz 14 Grad Celsius, die sich bei 20 km/h Wind kälter anfühlen,  ist es so relativ gemütlich. Wobei sich die weit über 80% Luftfeuchte unter meiner Decke langsam tropisch und darüber feucht-kalt anfühlen. Kein Wunder dass im Auto   heute morgen auch alles feucht und klamm war. Meine Brillengläser auch schon ganz beschlagen.

On the road again…

Nach dem Ruhetag gestern habe ich mich heute mit einem lachenden und einem weinenden Auge vom Campingplatz „Les Falaises“ am Strand von Kerleven verabschiedet.  Zuvor hatte ich noch ein nettes Gespräch mit meinem neuen Nachbarn aus Hamburg, der mir tags zuvor schon auf einem anderen Stellplatz aufgefallen war. Er hatte ursprünglich auch nur 1 Nacht bleiben wollen,  dann aber spontan entschieden zu verlängern.  Ich war wohl nicht die einzige, der es dort gefallen hat. Aber es gibt ja noch so viel mehr in der Bretagne zu entdecken.

Zuvor habe ich noch versucht, die nassen Sachen von gestern etwas zu trocknen.

So sieht das dann aus, wenn man bei Regenwetter im Atlantik gebadet hat und versucht ein bisschen Feuchtigkeit aus den Klamotten zu bekommen,  bevor man alles einpackt

Mein erster Stop heute war Concarneau. Dank der 2-tägigen Verzögerung hatte ich das Glück, den Markttag in Concarneau zu erleben.  Der Markt dort ist wirklich schön,  groß und bunt.

Natürlich darf bei einem Besuch in Concarneau die Besichtigung der Ville close, der ummauerten Stadt nicht fehlen.  Das ist das historische, auf einer kleinen Insel gelegene Städtchen, das von einer beeindruckendenden Stadtmauer umgeben ist. Man sollte meinen,  eine derartig befestigte Stadt auf einer Insel gut zu verteidigen sei. Aber das Gegenteil war der Fall. Das zeigt sich besonders an der Geschichte der Kirche innerhalb der Mauern. Sie wurde dreimal teilweise zerstört und wieder aufgebaut.

Es gibt nur zwei Zugänge zur Ville Close, einen über eine Brücke vom Land und einen vom Wasser aus.
Bei einem Rundgang über die Remparts (Stadtmauern) und Befestigungstürme hat man tolle Aussichten und kann sich einen guten Überblick verschaffen

Kaum zurück im Auto fing es an zu schütten. Während meiner Weiterfahrt nach Pont L’Abbée, regnete es immer wieder. Vor Ort habe ich eine Rundfahrt mit dem Petit Train gemacht.  Vermutlich wegen des schlechten Wetters, war ich der einzige Fahrgast. Der Fahrer war supernett und gut gelaunt. Unterwegs haben wir noch zwei „Anhalter“ mitgenommen.  Da er beim Einsteigen meine Kamera bemerkt hat, hat er darauf geachtet, dass ich immer wieder gut fotografieren konnte während der Rundfahrt und am Ende hat er sich erkundigt,  ob ich gut fotografieren können hätte. Ich habe dann noch einen Spaziergang durch Pont L’abbée gemacht und mir die Kirchen Notre-Dame des Carmes und Saint-Jacques de Lambour.

Notre-Dame hat wunderschöne Buntglas- und Rosettenfenster.

Notre-Dame des Carmes

Saint-Jacques ist nur noch eine Ruine seit der Revolte durch Bonnetts Rote, aber man kann sehen,  dass es einmal eine wunderschöne Kirche war.

Pont L’Abbée hat noch eine große Besonderheit. Es ist eine von 3 Städten in Europa,  in denen es bewohnte Brücken gibt.

Bewohnte Brücke in Pont L’Abbée

Auch dieses Mal hat der Wettergott es wieder gut mit mir gemeint. Kaum saß ich im Yoggi, fing es wieder an zu schütten.

Das nächste geplante Ziel ist Pointe du Raz. Da ich mittlerweile wieder völlig erschöpft war, habe ich mir ungefähr auf halber Strecke dahin, einen Platz für die Nacht gesucht. Ich hatte mir die ganze Zeit einen schönen Sonnenuntergang am Meer gewünscht,  aber die bisherigen Standplätze waren nie richtig ausgerichtet.  Heute habe ich einen Platz direkt am Wasser gefunden,  an den die Einheimischen angeblich kommen,  um den Sonnenuntergang oder Sonnenaufgang zu beobachten.  Aber hier hat der Wettergott es nicht mehr gut mit mir gemeint.  Es regnet seit kurz nach meiner Ankunft durchgängig. Das wird wohl nichts mit schönem Sonnenuntergang über dem Meer.

Der Blick ist trotzdem atemberaubend.

Bei meiner Ankunft konnte ich noch eine Einheimische beim Algensammeln beobachten. Viele Menschen aus der Region verdienen damit auch heute noch  Geld und ich vermute, die zwei großen Kübel waren nicht für den Eigenbedarf.

Ruhetag mit Aufregung

Nach einer langen Nacht bin ich heute etwas erholter aufgewacht. Da es den ganzen Tag regnen soll und ich hier die Möglichkeit einer Dusche habe, bietet es sich an,  endlich einmal in den Atlantik zu hüpfen. Anscheinend hat sich heute Nacht der 12V-Anschluss der Powerstation abgeschaltet. Ich habe keine Erklärung dafür. Was mir erst später bewusst wurde, dadurch hat auch die Kühlbox wieder keinen Strom gehabt :-(.

Nachdem ich in einer Phase mit weniger Regen im Badeanzug das Ladegerät an die Autobatterie angeschlossen hatte, habe ich eine Tasche gepackt und bin erst an den Strand und dann unter die Dusche gegangen.  Zugegeben,  der Wind ist etwas frisch und lässt einen die knapp 15 Grad Lufttemperatur noch kühler wahrnehmen,  aber nachdem ich im noch etwas kühleren Atlantik war, kam es mir draußen gar nicht mehr kalt vor und ich bin noch etwas am Strand entlang gegangen,  bevor ich mich unter die heiße Dusche gestellt habe. Das tat wirklich gut. Die Tür zum Sanitärgebäude ist immer offen, weshalb  dort Vögel im Gebälk nisten. Das war fast wie in der Regenwalddusche. Von oben in sanftem Strahl warmes Wasser bei Naturgeräuschen und leichter Brise. Als ich meine Sachen wieder zusammen gepackt habe und eigentlich noch die Haare föhnen wollte, zumal es wieder angefangen hatte zu schütten, habe ich bemerkt dass das Etui für den elektrischen Autoöffner leer ist. Auch ein entleeren des kompletten Tascheninhalts hat ihn nicht zutage gefördert. Nach und nach wurde mir bewusst,  dass Ersatzschlüssel, Handy und Geld,… einfach alles im abgeschlossenen Fahrzeug lagen und ich so weder Hilfe holen,  noch wetterfeste Kleidung anziehen könnte.  Also bin ich die Wege,  die ich seit verlassen des Autos zurückgelegt habe in strömenden Regen abgegangen und habe danach gesucht. Das Adrenalin hat dabei die komplette Entspannung aufgefressen, erschöpft war ich nach der Dusche sowieso wieder gewesen.  Zum Glück habe ich den Türöffner am Strand wieder gefunden und trotz Nässe hat er auch funktioniert. Um nicht unnötig Feuchtigkeit ins Auto zu schleppen,  habe ich die nassen Klamotten und Handtücher in der Dachbox verstaut,  die sich dann nicht mehr verriegeln ließ. Die nächste Stresswelle. Dabei wollte ich heute doch nur ausruhen und Kraft tanken. Nach einigen langen Minuten und Versuchen,  konnte ich die Dachbox dann endlich wieder verriegeln. Die Aktion hat allerdings auch dafür gesorgt,  dass es mir ins Auto geregnet hat. Soviel dazu, nicht unnötig Feuchtigkeit ins Auto zu bringen 🙂

Es war mittlerweile Mittag und ich wollte nur endlich frühstücken und einen Kaffee. Normalerweise bereite ich mir Mahlzeiten auf der aufgeklappten Fläche der Sleepbox am Kofferraum zu. Darin habe ich mittlerweile auch eine gewisse Routine.  Das im Fahrzeug bei geschlossenen Türen zu machen erfordert doch einiges an Geschick. Bei einer der Kletteraktionen von hinten nach vorne, um das heiße Wasser zum Kaffeefilter zu bringen,  bin ich an die improvisierte „Frühstücksplattform“ auf dem Beifahrersitz gestoßen,  wodurch sie umgekippt ist und der Kaffeefilter durchs Auto flog und dabei das Kaffeepluver im Fahrzeug verteilt hat. So hat sich das Frühstück dann noch etwas verzögert. Außerdem musste ich feststellen, dass ein Teil meiner Lebensmittel das wiederholte ausfallen der Kühlbox nicht gut fanden und verdorben sind. Es ist mittlerweile 14 Uhr und ich hoffe, nun langsam zu der für heute eigentlich geplanten Erholung übergehen zu können.  Gerade ist auch eine kleine Regenpause. Ich verlasse mal das Auto und bringe etwas, sanfte Bewegung in meinen verkrümmten Körper 😉

Die Regenpause hat lange angehalten und ich konnte die Zeit nicht nur für einen kleinen Spaziergang am Strand entlang und um den Campingplatz samt Abstecher bei den netten Damen an der Rezeption nutzen, sondern gleich auch noch ein paar nützliche Dinge tun. Z. B. Tee und eine heiße Milch auf dem Gaskocher kochen,  denn bei Blasenentzündung soll man ja viel trinken. Durch das viele ruhen gestern haben sich Blase und Ausschlag zwar beruhigt,  aber ganz ok sind sie noch nicht wieder. Außerdem habe ich gleich noch heißes Wasser zubereitet, um mir später wenigstens eine Instant-Nudelsuppe machen zu können. Für ausreichend warmes im Bauch ist also auch gesorgt. Mein Reisewasserkocher fürs Auto hat sich nämlich als ziemlich schlecht herausgestellt. Es dauert ewig und der 12V-Stecker wird dabei sehr heiß.  Das Modell ist wohl nicht empfehlenswert.

Außerdem habe ich meinen Frischwassertank aufgefüllt und seine zwar etwas läppische, aber sehr nützliche Ausgußtülle repariert,  die mir bei einem der letzten Campingausflüge eingerissen ist. Seither hat sie nicht mehr richtig gehalten . Dank Panzertape ist sie jetzt wieder tiptop.

Und ich bin jetzt gut vorbereitet für ein paar gemütliche Stunden bis zum Schlafengehen. Camping und Roadtrip ist nicht „nur“ Freiheit und in den Tag leben, sondern erfordert auch einiges an Organisation und Planung. Insbesondere wenn es z. B. schlechtes Wetter gibt und man an manche Stellen bzw. die dort verstauten Dinge nicht rankommt, ohne Wasser im Auto zu riskieren und sich wasserfest einzupacken. Außerdem wird das Leben auf rund 3,5m² sonst ganz schnell das reinste Chaos.

Da es heute keine Bilder von tollen Landschaften u. ä. gibt, will ich euch kurz meine Mitbewohner vorstellen,  mit denen ich den Platz hier teile.

Dieser nette Geselle hüpft hier immer wieder um mich herum
Und über mir baut ein Taubenpaar sein Nest

Man kann der Realität nicht entfliehen.

Tja, was soll ich sagen… ich wollte einen ehrlichen Reisebericht schreiben,  keinen romantisch verklärten, denn davon gibt es genug. Wenige erzählen, dass Vanlife (gibt es auch einen passenden Ausdruck für Mikrocamperlife?), nicht immer nur schön,  frei und umgeben von wilder Natur ist. Und ein Roadtrip mit CFS macht es nicht einfacher. Mein Versuch CFS zu ignorieren und einfach nur eine gute Zeit zu haben,  hat nicht ganz funktioniert. Schlafpuls und HRV waren letzte Nacht ziemlich schlecht,  der Blutdruck ist ziemlich hoch, mir schmerzen die Muskeln,  ich habe Sehstörungen und zu allem Überfluss auch noch eine Blasenentzündung. Erschöpft bin ich sowieso. Auch wenn der gestrige Tag wunderschön war, ist Eustress (Positiver Stress) für den Korper eben doch einfach nur Stress. Er reagiert darauf genauso wie auf den üblichen Stress. Dazu schwankt meine Stimmung alle paar Minuten zwischen total glücklich und Verzweiflung.

Zu den etwas objektiveren Daten: die Powerstation war heute morgen wieder leer, die Kühlbox trotz kühler Umgebungstemperatur nicht mehr wirklich kühl, alles ist klamm und voller Sand. Ich war davon ausgegangen,  dass die Powerstation bei den 30 Minuten Fahrt nach Quiberon und dann den 1,5h hierher gut geladen sein müsste. Als ich vorher das Solarpanel angeschlossen habe,  in der Hoffnung trotz Bewölkung wenigstens ein bisschen Strom zu bekommen,  habe ich bemerkt, dass sich wohl der Verbindungsstecker von Autoladekabel zum Kabel der Powerstation unbemerkt gelöst hatte. Somit kam wohl gar kein Strom während der Fahrt an der Powerstation an. Ich überlege,  ob ich mir für heute Abend doch einen Campingplatz mit Stromversorgung suche, zumal auch eine Dusche sicher nicht schaden würde.  Ich habe bisher zwar immer Möglichkeiten gefunden,  mich morgens und abends ordentlich zu waschen,  aber ich habe seit 4 Tagen einen zunehmenden juckenden Ausschlag ausgehend von den Schultern über Nacken, Ohren,phasenweise Gesicht, Decolté und oberen Rücken. Ich vermute eine Allergie,  auch wenn ich keine Ahnung habe worauf. Aber auch Allergien und Ausschläge habe ich seit der Erkrankung öfters,  ohne immer sagen zu können,  woher. Da ich hier aber so gut wie kein mobiles Netz habe, kann ich nicht schauen,  wo ein passender Campingplatz wäre bzw. wie weit es Sinn machen würde,  heute zu fahren.  Die nächsten Ziele liegen eigentlich relativ dicht beieinander. Da wird nicht viel geladen. Daher schwanke ich zwischen einfach losfahren und später schauen und noch ein wenig hierzubleiben und mich nochmal hinzulegen. Das Frühstück richten, war sehr anstrengend, zumal ich immer wieder die paar Meter zwischen Auto und Tisch hin und herlaufen musste. Aber das erste Frühstück in Ruhe und im Sitzen, seit ich losgefahren bin, tat gut. Außerdem ist für morgen viel Regen vorhergesagt. Ich habe ehrlich gesagt auch keine Lust bei Dauerregen auf einem Campingplatz festzuhängen. Ich kann ohne Internet gerade aber auch nicht nachsehen,  wie  die Aussichten auf den nächsten geplanten Streckenabschnitten sind, oder ob sich vielleicht ein Richtungswechsel anbieten würde. Mal sehen.

Ich glaube,  ich habe noch gar nicht erwähnt,  wo ich hier gelandet bin. Dieses hübsche Fleckchen Erde nennt sich Kerphany les Pines und befindet sich am äußersten Zipfel eines kleinen Fjords. Es ist zumindest am Morgen noch ziemlich friedlich und ruhig hier. Man hört meist nur Meeresrauschen und Vogelgezwitscher.

Es ist mittlerweile mehr als ein Tag vergangen. Gestern war nicht gut. Obwohl ich noch bis kurz nach Mittag in Kerphany geblieben bin und mich noch einmal hingelegt hatte, hat mich die ca. 20 Minütige Fahrt nach Pont-Aven so erschöpft,  dass ich erstmal wieder eine Pause gebraucht habe. Ein kleiner Spaziergang durch den historischen Ortskern im Zeitlupentempo hat mich völlig ausgelaugt.

Ich hatte bereits bei meiner Ankunft in Pont-Aven eingesehen,  dass Vernunft und Pacing jetzt Vorrang haben müssen und eine Buchungsanfrage für 2 Nächte bei einem Campingplatz kurz hinter Concarneau bei Forêt-Fouesnant gestellt. Der Eingang der Buchungsanfrage wurde auch umgehend bestätigt, aber die Buchung nicht. Nach einer weiteren Pause und einer kleinen Stärkung bin ich weitergefahren und habe in der Nähe des Campingplatzes auf einem Parkplatz mit Toilette bis 17:00 Uhr gewartet. Unterbrochen von gelegentl. Toilettengängen habe ich dort geschlafen.  Das hat wieder etwas Energie gegeben. So bin ich ohne Buchungsbestätigung zum Campingplatz und habe nachgefragt. Die Erklärung war dann ziemlich süß. Die jüngere  Mitarbeiterin der beiden an der Rezeption hat sofort meinen Namen erkannt und der älteren,  die mich bedient hat, gesagt, dass sie die Buchungsanfrage angenommen, aber die Reservierung nicht abgeschlossen hat, weil ich deutsch sei und sie die Mail nicht in deutsch hinbekommen hätte. Ihre Kollegin meinte, das wäre wohl kein Problem gewesen,  da ich sehr gut französisch spräche. Erstens sehe ich das anders, aber frisch ausgeschlafen geht es wohl wirklich halbwegs, zweitens konnte die junge Frau das ja anhand der Buchungsanfrage und der Adressangabe nicht ahnen. Wäre mein Gehirn in dem Moment etwas fitter gewesen,  hätte ich sie auf die Möglichkeit von online-Ubersetzungstools hingewiesen. Wir haben jedenfalls alle 3 sehr herzlich darüber gelacht und ich durfte mir einen von ca. 10 möglichen Plätzen aussuchen. Als ich zurückkam, um die Platznummer mitzuteilen,  gab es nochmal Gelächter, weil ich natürlich den besten ausgesucht hatte. Nur 1 Platz zwischen meinem und dem Pfad zum Strand (direkter Strandzugang) und Ausblick aufs Wasser, trotzdem durch Büsche etwas geschützt vor dem von der See kommenden Wind.

Da der Campingplatz mit 2,4ha und ca. 120 Parzellen recht überschaubar ist, ist trotzdem der Weg zu den Sanitärgebäuden nicht allzu weit. Ich habe die frisch gewonnene Energie genutzt, um das Auto auszuräumen und Bett, Mittelkonsole und die Einstiege vom Sand zu befreien und das Auto neu einzuräumen. Nach den ersten 5 Nächten hatte sich doch das ein oder andere herauskristallisiert,  was noch geschickter eingerichtet werden könnte. Die Powerstation und diverse Akkus hingen mittlerweile auch am Landstrom.

Danach habe ich mir den Platz und den Strand angeschaut. Es ist wie gesagt sehr überschaubar und daher auch nicht zu energieraubend gewesen. Dabei habe ich eine Knuddelpause bei einem bärengroßen Hund eingelegt und mir von ihm noch etwas Energie spenden lassen.

Damit konnte es langsam ans Abendessen kochen gehen. Das erste „richtige“ kochen, seit ich unterwegs bin. Beim Freistehen sollte man ja nicht groß seine Campingutensilien auspacken.

Bei Essen habe ich den Ausblick auf den Strand und das Meer genossen, bevor ich dann völlig erschöpft 10 Stunden mehr oder weniger durchgeschlafen habe. Ich bin wirklich positiv überrascht,  wie gut ich im Auto schlafen kann.

Beim Schlafengehen hat mein Auto mich noch darauf hingewiesen, dass die 12V-Batterie fast leer ist und dringend geladen werden muss. Der Nachteil bei den Kurzstrecken ist, dass die Fahrt nicht ausreicht, um die Starterbatterie aufzuladen,  zumal ich während der Fahrt mit Powerstation, Kühlbox und USB-Ladegeräten zusätzliche Verbraucher angeschlossen habe. Da bei jedem Türöffnen (und das ist fast dauernd während man irgendwo steht) die Lichter im Auto angehen und auch die sonstige Elektronik wie Bordcomputer etc. wird auch dabei unnötig Strom verbraucht.  Es ist eben ein PKW und kein aufs Camping ausgelegtes Fahrzeug. Dafür habe ich noch keine Lösungen gefunden. Aber ich werde morgen wohl icherheitshalber de Batterie laden, zumal ich hier auf dem Campingplatz Strom zur Verfügung habe.

Was für ein ereignisreicher, eindrucksvoller Tag!

Der Morgen hat tierisch angefangen mit einer vermissten 19 jährigen katze und einem großen schwarzen Hund,  der nach einer ausgiebigen Begrüßung neben meinem Yoggi lag, als gehörte er zu uns. Der Tag sollte im Zeichen der Megalithkultur stehen, dabei aber möglichst reizarm sein. Also direkt nach Carnac zu fahren schied aus. Ich habe mich erstmal auf den Weg gemacht,  um bei einer kleinen Wanderung die Dolmen von Kerdaniel zu suchen. Was soll ich sagen? Ich habe nicht nur die drei relativ hut zugänglichen Dolmenvon Kerdaniel,  sondern noch 2 weitere, etwas unzugänglichere gefunden,  von denen ich noch nicht gehört hatte.  Den Weg musste ich mir in vielerlei Hinsicht erkämpfen. Nicht nur gegen Brombeerranken, sondern auch einen Bauern, über dessen Land ich meine Tour unwissentlich geplant hatte. Nach einem kurzen Gespräch,  das mit „sie können hier nicht langgehen, das ist Privatbesitz“ begann und der Erlaubnis meinen Weg fortzusetzen und noch ein paar Tips zur Unwegsamkeit und möglichen Alternativrouten endete, konnte ich meine Suche beginnen. Spätestens als ich 5 Minuten später unter einem Elektrozaun durchkrabbeln musste, wäre mir wohl klar geworden,  dass das kein offizieller Weg ist.  Die Strecke hatte dadurch aber den Vorteil,  dass ich lange keine Menschen traf. Nur Frösche, Vögel,  Schmetterlinge, Spinnen und Insekten haben mir Gesellschaft geleistet. Am Ende der Runde gab es noch einen relativ großen Menhir und den ersten eingezäunten Dolmen. Ich war schwer beeindruckt. Da habe ich auch noch nicht geahnt, was mich heute noch alles erwartet.

Offizielle Dolmen von Kerdaniel: 1 großer (ich kann darunter fast aufrecht stehen) und 2 kleine
Die riesigen, schweren Steinbrocken sind ehrfuchtgebietend.  Was sie den damaligen Menschen wohl bedeutet haben, dass sie sich die unglaubliche Mühe gemacht haben, sie so anzuordnen? Es muss ihnen jedenfalls sehr wichtig gewesen sein.

Nach einem kurzen Zwischenstopp im Supermarkt,  un meine Trinkwasservorräte aufzustocken und etwas frische Lebensmittel zu besorgen,  ging es ein paar Kilometer weiter. Die Kassiererin war übrigens auch sehr nett. Mein Französisch ist mittlerweile wirklich fast nicht mehr vorhanden,  habe ich heute festgestellt. Ich kann zwar einem Reiseführer, der sehr sauberes Französisch spricht, relativ gut folgen,  aber im Gespräch wird es doch schwierig. Zumal dann auch noch Dialekt dazukommt. Umso dankbarer bin ich den Menschen hier, dass sie so viel Geduld und Verständnis aufbringen. Die Kassiererin hat sich sehr gefreut, dass ich Französisch lernen will. Sie wollte mir entgegenkommen und hat es auf englisch versucht,  aber nachdem wir festgestellt haben,  dass ihr Englisch so schlecht ist, wie mein Französisch,  blieben wir bei Französisch und haben gut gelacht dabei.

Mein nächstes Ziel war der Tumulus von Kerkado. Und weil es auf der Karte so aussah,  als wären einige andere Megalithen relativ dicht dabei, habe ich nochmal eine kleine Wanderung gemacht. Bereits auf dem Weg dahin, kam ich aus dem Staunen nicht mehr raus. Plötzlich kam ein Steinfeld nach dem anderen direkt entlangder Fahrstraße.  100te oder 1000e in Reihen aufgestellte Menhire, teilweise mehrere Meter hoch. Wieder Gedanken dazu wie und warum die Menschen das gemacht haben. Es gibt hier in der Region um Carnac ungefähr 3000 Menhire, deren Formationen um 7000 Jahre alt sind.

Ich musste dann einfach kurz anhalten und mir das ansehen… unglaublich.  Und das war nur das kleine Feld.

Meine Wanderung führte mich auf teils einsamen,  verwilderten Pfaden zum Tumulus. Dieser ist nicht ganz so bekannt und daher nicht so frequentiert, aber sehr beeindruckend. Man kann auch hineingehen. Ich hatte richtig Herzklopfen als ich drinnen stand und das lag mal nicht am Nervensystem.

Wer hätte erkannt, dass dieser unscheinbare Erdhügel,  etwas so besonderes ist? Ich nicht, wenn es nicht ausgeschildert und freigelegt gewesen wäre.

Der weitere Weg führte mich vorbei an Steinfeldern zum Géant du Manion und zurück zum Auto. Nach kurzer Fahrt, habe ich mir noch die Dolmen von Mané Kerioned angesehen. Ich hätte am liebsten noch x andere Stellen mit Zeugnissen der Megalithkultur besichtigt, aber dann wäre ich in einer Woche vermutlich noch da und es gibt noch soviel zu erkunden.

Auf dem Weg an die Spitze der Quiberonhalbinsel habe ich spontan an einer Benediktinerabtei Halt gemacht und mich dort etwas ausgeruht. Dieses Mal war mir in der Kirche Ruhe vergönnt 🙂

Am Kap du Conguel habe ich einen Spaziergang gemacht, Vögel und Algentaucher beobachtet und viele schöne Bilder gemacht. Zumindest fanden andere Touristen,  dass diese „très magnifique“, „grandios“ und „formidable“ wären. Der Wind dort hat mir so um die Nase geweht, dass mein Körper jetzt eigentlich mit Sauerstoff geflutet sein müsste. Hoffentlich kam er auch in die Zellen. Besonders lustig fand ich die tausenden kleinen Schnecken,  die dort an allem hängen.

Leuchtturm
Schnecken überall

Nach 1,5h Fahrt bin ich an meinen heutigen Übernachtungsplatz angekommen. Ich habe einen riesigen Parkplatz mit Picknickbänken direkt am Steand nur für mich.

Nur das WC ist etwas weiter weg

Die Aussicht wäre atemberaubend,  wenn nicht kurz nach meiner Ankunft innerhalb von Minuten erst Nebel/Gischt und dann Regen über mich heteingebrochen wären.  Da nützen die schönsten picknicktische nichts. In Windeseile habe ich alles mögliche, was ich die nächsten Stunden brauchen könnte (z. B. Essen, Geschirr, was um die sandigen Füße zu reinigen) aus der Box unter dem Bett und anderen unzugänglicheren Stellen auf das Bett geworfen. Totales Chaos. Dennoch wurde es im Yoggi und auch ich naß und Dand habe ich beim reinklettern auch noch hereingeschleppt.

Danach musste ich erstmal alles herumsortieren um dann halb liegend im Bett zu Abend zu essen und den  Blog zu schreiben. Bei Regen ist das Leben im Mikrocamper schon herausfordernd. Aber ich wollte es ja so. Und wer in die Bretagne fährt,  muss mit solchem Wetter rechnen.

Jetzt werde ich versuchen noch etwas Ordnung hier hereinzubekommen,  die Fenster zu verhängen und dann schnell unter die Decke kriechen,  den langsam wird mir kühl. 


							
	

Powerless und restless in Morbihan

Nach einer etwas unruhigen Nacht, war ich früh wach. So konnte ich, nachdem die Sonne endlich über Bäume und Hügel kam, wenigstens 1/2h Solarstrom für meine Powerstation tanken, bevor ich mich auf den Weg Richtung Vannes machte. Die Powerstation war mittlerweile nämlich komplett leer. Und dazu hatte ich beide Powerbanks für Handy und Kameraakkus aufgebraucht. Somit war heute morgen sowohl ich als auch die Technik etwas powerless.

In Vannes gab es kurz etwas Aufregung,  weil keine der Parkplatz-Apps mir heute Tickets für die Parkplätze in der Nähe der Kais verkaufen wollte. Nachdem ich von einem Parkplatz zum anderen gegurkt bin und versucht habe Tickets zu kaufen (ging nur online, bzw. ging eben nicht), wurde die Zeit langsam knapp, denn ich hatte am Morgen kurzfristig eine Kreuzfahrt im Golf von Morbihan gebucht und das Boot hätte wohl nicht ausgerechnet auf mich gewartet.

Zumindest hat das die Powerstation auf satte 7% gebracht, bevor ich auf einem etwas entfernteren, aber kostenlosen Parkplatz den Yoggi in der Sonne schmoren lassen habe, während ich bei angenehmen 16 Grad im Stechschritt zum Kai geeilt bin. Die Kreuzfahrt war wirklich schön, aber weil der Handyakku mittlerweile auch schon ziemlich leer wurde, habe ich das Handy während der Kreuzfahrt ausgeschaltet und nur mit der Kamera fotografiert. Bilder folgen,  wenn ich sie von der Kamera aufs Handy gezogen habe.

So leben die Reichen auf den Inseln im Golf von Morbihan. Oft stehen auf einer Insel nur 1 oder 2 Häuser.

Die ersten Spuren derSteinzeit.

Ein Hügelgrab und die ersten Megalithen. Am Fuß des großen (an Land) stehen im Wasser etliche kleinere. Man kann nur einen Bruchteil davon aus dem Wasser ragen sehen. Die ganze Formation der im Wasser stehenden Steine bildet eine große „8“.

 

 

 

 

Auf dem Golf von Morbihan kann man viele schöne alte Segelboote.

Und natürlich darf auch ein Foto eines der beliebtesten Postkartenmotive der Bretagne und Wahrzeichender Seefahrt nicht fehlen, das Maison rose. 1879 für einen Austernbauern und Muschelhändler erbaut, dient es noch heute dank seiner unverwechselbaren Farbe als Sichtmarke für die Seeleute. Der Kai von 1880 ist noch immer in sehr gutem Zustand

Im Anschluss bin ich Richtung Altstadt gefahren und habe bereits bei der 2. Runde auf einem kostenlosen Parkplatz, eine knappe Viertelstunde vom Zentrum entfernt,  eine Parklücke ergattert. Mit dem Petit Train habe ich eine Stadtrundfahrt (40 Minuten) gemacht und anschließend noch einen Spaziergang durch den alten Stadtkern. Vannes wäre mit ausreichend Zeit und zu einem anderen Zeitpunkt sicher schön zu besichtigen. Im Moment sind sehr viele der Sehenswürdigkeiten in Restauration und daher eingerüstet und/oder gar nicht zugänglich. Aber es gibt auch viele häßliche 60er-Jahre/Nachkriegsbauten.

Da mein Nervensystem mittlerweile Samba getanzt hat (Kreislaufdysregulation, Herzklopfen, Atemprobleme, Sehstörungen, Orientierungsverlust, Konzentrationsprobleme,…), dachte ich, die Basilika Sainte-Anne d’Auray wäre ein guter Ort, um etwas zu meditieren und runterzukommen. Unter anderen Umständen hätte das sicher geklappt. Aber da ich scheinbar ein unschlagbares Talent für „zur falschen Zeit am falschen Ort“ entwickelt habe, wurde da heute nachmittag mit hämmern und klopfen vorm Altar eine Bühne aufgebaut, weil am Wochenende ein großes Event im Rahmen der 500-Jahrfeier stattfindet. Dennoch ein beeindruckendes Bauwerk und Gelände.

Ich bin dann ca. 20 Minuten zu meinem heutigen Übernachtungsplatz gefahren. Zeitlich hätte ich wohl noch ein wenig was unternehmen können,  aber ich wollte keinen Crash riskieren. Außerdem brauchte ich Sonne für die Powerstation. Die Kühlbox ist seit mittags aus, denn da hatte sie das bisschen was die Powerstation am Morgen geladen hatte schon verbraucht. Ich bin wirklich froh, dass ich mir eine gute Kühlbox gegönnt habe, die auch bei diesen Temperaturen die Kälte halbwegs hält.

So stehen mein Yoggi und ich  seit ca. 2h auf einem Parkplatz bei einer Bouleanlage mit Toilette und ruhen uns aus. Anfangs konnte ich noch ein paar Einheimischen auf mehreren Bahnen beim Spielen zusehen, aber irgendwann hat die wohl der Hunger nach Hause getrieben. Ich habe noch etwas Pläne für morgen geschmiedet und lasse den Abend nun gemütlich auf einer Bank in der Abendsonne ausklingen. Zwischenzeitlich hat sich noch ein Camper dazu gesellt, aber die bleiben wohl lieber unter sich. Man soll sich ja auch ruhig und möglichst unsichtbar verhalten beim Freistehen.

Erkenntnis des Tages: auch wenn ich manchmal denke, ich benehme mich im französischen Straßenverkehr wie ein Fahranfänger… Es gibt immer wieder einen Franzosen, der so schlimm fährt,  wie ich es mir in meinen schlimmsten Phantasien nicht ausmalen könnte;-)

Pointe Sainte-Gildas, Guérande und Märchenwald

Trotz 22 weiterer „Camper“ auf dem Parkplatz und Betrieb bis nach Mitternacht,  habe ich so gut und lange wie seit 2 Wochen nicht mehr geschlafen und bin heute morgen gut gelaunt und etwas planlos aufgebrochen,  weil ich dort am Strand kein Internet hatte und daher auch nicht so recht wusste, wohin als nächstes. Ganz oldscool habe ich meine Landkarte ausgepackt und beim Frühstück geschaut, wo es nett sein könnte. So bin ich erstmal an der Pointe Sainte-Gildas an der Jadeküste gelandet.

 

Da meine Powerstation dank Wackelkontakt am Ladekabel irgendwann in der Nacht leer wurde, teste ich hier, ob mein Vertrauen in die Menschheit gerechtfertigt ist.

Wenn man sich über die Bretagne und Normandie informiert, stolpert man zwangsläufig über die Rolle der Region im 2. Weltkrieg. Überall an den Küsten findet man „häßliche“ alte Betonbauwerke, die ich mir eigentlich nicht ansehen wollte. Nun bin ich ungeplant gleich am 2. Tag an so einem Fleck gelandet. In der Nähe von Préfailles gibt es die Semaphore de la Pointe Saint-Gildas, ein kleines Museum in und um einen Semaphore mitten im Naturschutzgebiet. Als ich am Morgen ankam,  war noch niemand hier.

Semaphore de la Pointe Saint-Gildas

Hier zu stehen,  mir vorzustellen, wieviel Blut völlig sinnlos in dieser Erde versickert ist, wieviel tausende Menschen auf der Flucht bzw. bei der Evakuierung (z. B. allein beim Untergang der „Lancastria“ mehr als 3 mal so viele wie beim Untergang der „Titanic“) gestorben sind… das treibt mir die Tränen in die Augen.

 

Auch wenn die Natur sich dieses traurige Stück Geschichte langsam zurückerobert, dürfen wir so etwas nie wieder zulassen!

Aber abgesehen davon ist es hier wunderschön und die Flora und Fauna entschädigen für die Menschen 😉

Nachmittags habe ich einen Spaziergang durch das mittelalterliche Guérande gemacht.

Da mich dort plötzlich wieder die Erschöpfung zu übermannen drohte, habe ich die Flucht von der überfüllten Küste weg in ein kleines Dorf ca. 45Min entfernt angetreten. Dort gibt es einen befestigen Parkplatz mit Toilette direkt am Rand eines Wäldchens. Da es bei meiner Ankunft noch recht früh war, habe ich eine Miniwanderung durch den Märchenwald und auf den Spuren der Templer unternommen.

Ob hier Hobbits leben…
… und hier mitten im Wald ihr Gemüse anbauen?
Dieser „Trailerpark“ ist wohl selbst für französische Standards etwas heruntergekommen:-)

Pornic

Nach einer recht anstrengenden Fahrt, hatte ich es gegen 17 Uhr geschafft. Ich war am Atlantik – genauer in Pornic – angekommen. Dort hätte ich am liebsten wieder umgekehrt. Die halbe Stadt gesperrt… Unmengen Menschen… scheinbar fand dort heute am Vieux Port irgendeine wahnsinnig attraktive Veranstaltung statt.

Daher bin ich auch nur kurz am Vieux Port geblieben und habe mich zu Fuß auf den Weg Richtung Leuchtturm gemacht.

Abgesehen vom Trubel,  war es aber ein sehr malerisches Städtchen mit einem Schloss direkt am Hafen.

Dann bin ich weitergefahren zu einem Parkplatz direkt am Strand…. alles andere als ein Geheimtipp musste ich feststellen.  Aber zumindest braucht man bei so vielen Vanlifern nicht fürchten, nachts verjagt zu werden.

Nach einem ausgiebigen Abendspaziergang und ein wenig am Strand den Wellen lauschen und zusehen,  habe ich den Abend mit leckerem Käse und Oliven ausklingen lassen.

Und mit diesem tollen Ausblick,  darf ich schlafen gehen
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