Mein Freund ist heute Vormittag abgereist. Er muss morgen leider wieder arbeiten. Zuvor hat er mir noch geholfen, das Tarp so aufzustellen, dass ich am späten Nachmittag einen Schattenspender habe, wenn die großen Bäume links und rechts des Stellplatzes keinen Schatten mehr spenden.
Der Tag heute steht ganz im Zeichen der Reisevorbereitungen, denn morgen muss auch ich mich auf den Heimweg machen. Mein einziger Trost ist, dass ich am Freitag und Sonntag jeweils einen meiner Pflegehunde haben werde. Ich habe das Leben auf Reisen und im Auto sehr genossen und die Bretagne und die Menschen hier haben mein Herz im Sturm erobert. Auf meiner Reise habe ich eine Frau kennengelernt, die ursprünglich aus Deutschland stammt und seit 10 Jahren mit ihrem Wohnmobil durch die Bretagne reist. Ein bisschen bin ich neidisch. Ich könnte mir so ein Leben durchaus vorstellen. Auch Travel and Work könnte ich mir vorstellen. Ich habe vor der Reise Bedenken gehabt, ob ich es überhaupt schaffe, sowohl gesundheitlich als auch überhaupt unter so minimalistischen Bedingungen zu leben. Aber ich muss sagen, es geht mir gesundheitlich nicht schlechter als vor der Reise. Ich muss genauso aufpassen und auf meine Grenzen achten, aber es fällt mir leichter als in meinem normalen Alltag, wenn ich nur auf mich achte und nach einem Rhythmus lebe, den mir mein Körper vorgibt.
Das ist auch der Grund, warum ich noch eine zweite Nacht hier auf dem Campingplatz verbringe. So habe ich genug Zeit und Ruhe, mich auf den weiten Rückweg vorzubereiten und auch wenn wenig Zeit bleibt, um auszuruhen und zu entspannen, wird mir der „Stillstand“ gut tun. Denn ehrlich gesagt, bin ich schon wieder ziemlich am Limit. Kreislauf und Verdauungsapparat machen nicht das was sie sollen und ich bin auch ziemlich schwach. Obwohl wir immer wieder ruhige Tage in den letzten 1,5 Wochen eingebaut haben, ist es scheinbar anstrengender für mich, die ganze Zeit Menschen um mich zu haben, egal wie rücksichtsvoll sie sind und wie sehr ich sie liebe.
Heute morgen hatten wir Besuch von einer kleinen Katze. Eine Zeitlang machte es den Eindruck, als wolle sie uns adoptieren. Sie konnte gar nicht genug geschmust werden. 4 Hände waren ihr fast zu wenig. Nur als wir sie wieder aus dem Yoggi gejagt haben, war sie kurzzeitig beleidigt. Sie hätte am liebsten mit uns gefrühstückt. Da sie sehr dünn war, hätte ich ihr auch gerne was abgegeben, aber wir hatten leider (oder vielleicht auch zum Glück) nichts für Katzen geeignetes.

Nachdem ich meinen Freund zu seinem Auto gebracht hatte, wollte ich die Waschmaschinen hier beim lokalen Supermarkt nutzen. Die rund zwei Kilometer waren wieder mal eine Herausforderung. Erst wollte das Navi mich dauernd in Straßen schicken, in die ich nicht einfahren durfte, dann war die Zufahrt zum Supermarkt gesperrt bzw. heute nur Fußgängerzone. Also habe ich einen anderen Weg gesucht und dabei festgestellt, dass man da heute gar nicht mit dem Auto hinkommt, weil auf allen Straßen und Plätzen um den Supermarkt Markt ist. Ich hatte keine Lust mit meiner schmutzigen Wäsche über den Markt zu gehen. Daher habe ich mir einen Supermarkt in der nächsten größeren Stadt gesucht. Dort konnte ich, während die Waschmaschine gelaufen ist, gleich tanken und noch den gestrigenBlog fertigschreiben.

Zurück auf dem Campingplatz, war es bereits 13:15 Uhr. Ich habe den Nachmittag damit verbracht, die Wäsche aufzuhängen, die Dachbox und die Kisten im Yoggi wieder ordentlich einzuräumen und zu putzen, Müll wegbringen, die Rechnung für den Campingplatz zu begleichen und zu kochen. Gleich gehe ich abwaschen und dann werde ich die ersten Sachen aus dem Zelt wieder in den Yoggi umräumen. Dann neigt sich der Tag schon wieder dem Ende zu. Zum Glück ist es heute nicht mehr ganz so heiß. Seit ca. 11 scheint zwar wieder die Sonne von einem wolkenlosen Himmel, aber mittlerweile geht wieder ein angenehmer Wind und hinter meinem Tarp-Schutzschild kann man es gut aushalten.



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