Gestern haben wir es wieder ruhiger angehen lassen. Ich habe den Innenraum des Yoggis und ein paar Reiseutensilien etwas geputzt und danach sind wir nach Erquy zum Eisessen gefahren. Auf dem Weg zurück zum Parkplatz haben wir einen Schlenker über einen der dortigen Strände gemacht.


Im Anschluss haben wir einen kleinen Hafenbummel gemacht. Als wir ankamen, brannte die Sonne, aber nach einiger Zeit zog es ganz plötzlich zu. Wir haben es gerade noch zum Auto geschafft. Auf dem Heimweg fing es schon an zu regnen.




Zuhause haben wir uns über die Austern hergemacht. Ich habe aber nur eine herunterbekommen und dann hat mein Vegetarierherz die Oberhand übernommen und meinem Magen gesagt, dass er keine weitere annehmen soll. Aber im Öffnen der Austern war ich für einen Anfänger recht gut.
Am späteren Abend hat es aufgehört zu regnen und wir sind zum Strand gegangen, um den Überresten der Austern eine würdige Seebestattung zukommen zu lassen. Da es kurz vor Sonnenuntergang war, sind wir schnell noch auf die Klippe gelaufen und wurden mit einem traumhaften Sonnenuntergang belohnt.







Heute waren wir wieder richtig unterwegs. Ursprünglich hatten wir geplant Saint-Malo und Dinan an einem Tag zu erkunden. Aber uns wurde schnell klar, dass es in beiden Städten so viel Interessantes gibt, dass wir uns für eine entscheiden müssen. Da in Dinan noch mehr mittelalterliche Bauten erhalten sind und heute Markttag war, sind wir dorthin gefahren. Saint-Malo wurde im 2. Weltkrieg fast vollständig zerbombt. Es wurde zwar wohl sehr hübsch wieder aufgebaut, soll aber auch im Vergleich zu Dinan sehr touristisch sein. Für uns waren es in Dinan schon mehr als genug Touristen. Dinan ist die am besten erhaltene historische bretonische Stadt. Und das Städtchen ist so schön und vielfältig, dass man auch locker zwei Tage dort verbringen können hätte. Bereits auf dem kurzen Weg vom Parkplatz zum Markt sind uns einige sehr schöne alte Fachwerkhäuser aufgefallen. Der Markt hatte zwar relativ wenig an Fisch, Meeresfrüchten und Schalentieren, aber dafür alles andere, was man sich vorstellen kann, zu bieten. Von Klassikern wie Obst, Gemüse, Brot, Molkerei- und Fleischereiprodukten über Schmuck, Messer, bis zu Schuhen und Kleidung war alles dabei.





Mit unserer Beute (verschiedene Nuss und Trockenfruchtprodukte und ein Brot) im Gepäck ging es dann zum Hafen. Dabei passierten wir das Chateau de Dinan – eine Festungsburg aus dem 14. Jahrhundert. Um sie zu besichtigen, hatten wir schon nicht genug Zeit (und Energie).

Zum Hafen ging es ziemlich weit und steil bergab. Da Dinan etwas weiter im Landesinnern an der Rance liegt, ist der Hafen relativ klein. Neben ein paar Elektrobooten, die man stundenweise mieten kann, gibt es einige kleinere Yachten und als wir dort waren ankerten 2 Ausflugsschiffe. Aber das 250m lange und 40m hohe Viadukt (Bauzeit 1846-1852) und die kleine alte Brücke davor, sind sehr hübsch. Auch die alten Fachwerkhäuser entlang des Hafens sind schöne Fotomotive.



Vom Hafen geht es über eine kleine, gepflasterte Straße steil hinauf zur noch fast vollständig erhaltenen Stadtmauer. Die Stadtmauer ist begehbar und man soll von dort eine gute Aussicht haben. Die Rue de Petit Fort ist eine der ältesten Straßen Dinans und verbindet den Hafen bzw. die Unterstadt mit der Oberstadt.



Wenn man die 40 Höhenmeter überwunden hat, betritt man durch die die Porte du Jerzual die Oberstadt. Leider war diese gerade wegen Renovierungsmaßnahmen fast vollständig eingerüstet. Das Bild des historischen Stadtzentrums wird dominiert von alten Fachwerkhäusern (teils aus dem 12./13. Jahrhundert) und pittoresken Gassen.




Sehenswert ist auch die Basilika Saint-Saveur. Neben dem prunkvollen Hauptaltar gibt es viele kleinere Altäre in Seitenkapellen. Die Erbauer haben nicht nur architektonisch eine Meisterleistung vollbracht, sondern auch künstlerisch. Überall an den Säulen und den Spitzen der Kreuzrippengewölbe kann man wunderschöne Steinmetzarbeiten bewundern. Und auch in dieser Kirche gibt es wieder schön gestaltete, farbenprächtige Buntglasfenster. Leider war der Handyakku leer, so dass ich nur mit der Kamera fotografieren konnte und noch keine Bilder für den Blog habe.
Um die Kirche Saint-Malo zu besichtigen, hat uns leider auch die Zeit gefehlt. Aber wir konnten vom Dach des Tour de l’Horloge einen Blick darauf werfen. Wenn sie innen nur halb so schön ist, wie von außen, dann ist sie sicher auch sehr sehenswert.
Der Tour de l’Horloge ist ein 43m hoher Uhrenturm aus dem 15. Jahrhundert. In seinem Inneren kann man in einem Raum im Erdgeschoss noch das ursprüngliche Uhrwerk von 1498 bewundern. Wenn man die 158 Stufen zum Glockenturm bewältigt hat, bietet sich einem ein grandioses Panorama über die Altstadt und weit darüber hinaus. Den Aufstieg kann man in mehrere Etappen unterteilen, denn auf den verschiedenen Ebenen kann man sich mittels Informationstafeln über die gesellschaftliche Entwicklung und den Turm informieren.




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