Monat: Juli 2025

Heimreise

Wie schon bei der Anreise teile ich die knapp über 1000km in zwei Etappen auf.

Heute morgen hatte ich noch kurz etwas Hektik. In der Nacht hatte es geregnet und um 1:15 Uhr hatte die Wettervorhersage auch für den Morgen nochmal Schauer angekündigt. Als ich aufgestanden bin, gab es auch ziemlich schwarze Wolken über mir. Also habe ich in Windeseile das Zelt abgebaut, bevor es wieder nass werden konnte.  Das Wetter fand das wohl recht lustig,  denn währenddessen verschwanden die schwarzen Wolken, die Sonne kam raus und es wurde wieder ziemlich heiß.

Also habe ich mich danach ohne Zelt noch einmal häuslich niedergelassen und gefrühstückt.

Letzter Blick über den leergeräumten Platz Richtung Meer

Ich habe mir nach dem Checkout noch die kleine Kapelle von Kervoyal (Teil von Damgan) angesehen und bin ein letztes Mal am Strand durchs Meer gewatet. Bei Flut sah der Strand deutlich hübscher aus, als bei Ebbe.

Kapelle, die nach dem Krieg in Kervoyal von einer lokalen Anwaltsfamilie gebaut worden ist.
Plage de Kervoyal, bei Flut ganz hübsch

Dann wurde es Zeit, mich endlich auf den Weg zu machen. Die Hitze hat mir sehr zu schaffen gemacht, selbst ruhig auf einer Bank sitzend hatte ich über 100 Puls. Und im Landesinnern sollte es noch 10 Grad heißer sein. Aber es half alles nichts. Nächste Woche muss auch ich wieder arbeiten und dazu muss ich mich der Hitze stellen.

Ich hatte mir vor der Reise eine ADAC-Mautbox bestellt,  um mir die lästige Warterei und Zahlerei an den Mautstellen zu ersparen. Bisher kam sie aber nicht zum Einsatz. Auf dem Heimweg wollte ich nicht mehr den gemütlichen,  aber langen Weg über Land nehmen. An der ersten Mautstelle zeigte sich, dass die Mautbox wohl nicht an einer geeigneten Stelle der Windschutzscheibe angebracht ist, denn sie wurde nicht erkannt.  Zum Glück war wenig los und ich konnte noch einmal zurück fahren. Als ich dieMautbox ca. 50m vor der Schranke aus dem Fenster hielt, öffnete sich auch die Schranke. Also habe ich das den ganzen Tag so gemacht.

Auf etwa halber Strecke zu meinem heutigen Etappenziel habe ich in einem hübschen alten Städtchen eine längere Pause gemacht. Obwohl ich alle Stunde einen kleinen Halt eingelegt habe, war ich sehr erschöpft. Nachdem ich mir mehr Wasser besorgt hatte fand ich einen schattigen Parkplatz am Ufer eines Flusses mit einem kleinen Wasserfall. Es war zwar so schwül-warm, dass der Schweiß ran, wenn man nur irgendwo saß, aber wenigstens ging ein leichtes Lüftchen.  Nachdem ich eine Kleinigkeit gegessen hatte, um den Blutzucker anzuheben, beschloss ich einen kurzen Spaziergang zu machen, um auch den Kreislauf in Schwung zu bringen und wieder etwas wacher zu werden.

Parkplatz am Indre in Arzay

Das Schloss Azay-le-Rideau wurde 1518-1527 an der Stelle einer ehemaligen Burg gebaut, die Anfang des 15. Jahrhunderts von Karl VII geschleift worden war. Es handelt sich um ein Wasserschloss im Renaissancestil. Seit 1906 ist es Staatseigentum.

Schloss Azay-le-Rideau

Zum Schloss gehört neben einem großen Park ein ehemaliger Obst- und Gemüsegarten,  der heute nachhaltig bewirtschaftet wird und einige Insektenhotels beherbergt.

Jardin des secrets
Jardin des secrets
Azay-le-Rideau

Nach einigen weiteren Stunden Fahrt bin ich gegen 19:30 Uhr an meinem heutigen Etappenziel angekommen.  Ich übernachte wieder auf dem schönen Wohnmobilstellplatz am Teich in Lurcy-Lévis wie bei der Anreise. Es gibt heute jede Menge Insekten und Ameisen hier, die mich heiß und innig lieben.  Letztes Mal  war es schon spät am Abend,  da war mir das nicht aufgefallen oder es war nicht so schlimm. Aber damit war an einem Fischteich zu rechnen.

Aussicht von meinem Stellplatz

(Heim-)Reisevorbereitungen

Mein Freund ist heute Vormittag abgereist. Er muss morgen leider wieder arbeiten. Zuvor hat er mir noch geholfen,  das Tarp so aufzustellen,  dass ich am späten Nachmittag einen Schattenspender habe, wenn die großen Bäume links und rechts des Stellplatzes keinen Schatten mehr spenden.

Der Tag heute steht ganz im Zeichen der Reisevorbereitungen, denn morgen muss auch ich mich auf den Heimweg machen.  Mein einziger Trost ist, dass ich am Freitag und Sonntag jeweils einen meiner Pflegehunde haben werde. Ich habe das Leben auf Reisen und im Auto sehr genossen und die Bretagne und die Menschen hier haben mein Herz im Sturm erobert. Auf meiner Reise habe ich eine Frau kennengelernt,  die ursprünglich aus Deutschland stammt und seit 10 Jahren mit ihrem Wohnmobil durch die Bretagne reist. Ein bisschen bin ich neidisch.  Ich könnte mir so ein Leben durchaus vorstellen. Auch Travel and Work könnte ich mir vorstellen.  Ich habe vor der Reise Bedenken gehabt, ob ich es überhaupt schaffe, sowohl gesundheitlich als auch überhaupt unter so minimalistischen Bedingungen zu leben. Aber ich muss sagen, es geht mir gesundheitlich nicht schlechter als vor der Reise. Ich muss genauso aufpassen und auf meine Grenzen achten, aber es fällt mir leichter als in meinem normalen Alltag, wenn ich nur auf mich achte und nach einem Rhythmus lebe, den mir mein Körper vorgibt.

Das ist auch der Grund, warum ich noch eine zweite Nacht hier auf dem Campingplatz verbringe. So habe ich genug Zeit und Ruhe, mich auf den weiten Rückweg vorzubereiten und auch wenn wenig Zeit bleibt,  um auszuruhen und zu entspannen,  wird mir der „Stillstand“ gut tun. Denn ehrlich gesagt,  bin ich schon wieder ziemlich am Limit. Kreislauf und Verdauungsapparat machen nicht das was sie sollen und ich bin auch ziemlich schwach. Obwohl wir immer wieder ruhige Tage in den letzten 1,5 Wochen eingebaut haben,  ist es scheinbar anstrengender für mich, die ganze Zeit Menschen um mich zu haben,  egal wie rücksichtsvoll sie sind und wie sehr ich sie liebe.

Heute morgen hatten wir Besuch von einer kleinen Katze. Eine Zeitlang machte es den Eindruck,  als wolle sie uns adoptieren. Sie konnte gar nicht genug geschmust werden. 4 Hände waren ihr fast zu wenig. Nur als wir sie wieder aus dem Yoggi gejagt haben,  war sie kurzzeitig beleidigt. Sie hätte am liebsten mit uns gefrühstückt. Da sie sehr dünn war, hätte ich ihr auch gerne was abgegeben,  aber wir hatten leider (oder vielleicht auch zum Glück) nichts für Katzen geeignetes.

Besuch schon vor dem Frühstück

Nachdem ich meinen Freund zu seinem Auto gebracht hatte, wollte ich die Waschmaschinen hier beim lokalen Supermarkt nutzen. Die rund zwei Kilometer waren wieder mal eine Herausforderung. Erst wollte das Navi mich dauernd in Straßen schicken, in die ich nicht einfahren durfte, dann war die Zufahrt zum Supermarkt gesperrt bzw. heute nur Fußgängerzone. Also habe ich einen anderen Weg gesucht und dabei festgestellt,  dass man da heute gar nicht mit dem Auto hinkommt,  weil auf allen Straßen und Plätzen um den Supermarkt Markt ist. Ich hatte keine Lust mit meiner schmutzigen Wäsche über den Markt zu gehen. Daher habe ich mir einen Supermarkt in der nächsten größeren Stadt gesucht. Dort konnte ich, während die Waschmaschine gelaufen ist, gleich tanken und noch den gestrigenBlog fertigschreiben.

Zurück auf dem Campingplatz, war es bereits 13:15 Uhr. Ich habe den Nachmittag damit verbracht, die Wäsche aufzuhängen,  die Dachbox und die Kisten im Yoggi wieder ordentlich einzuräumen und zu putzen, Müll wegbringen,  die Rechnung für den Campingplatz zu begleichen und zu kochen.  Gleich gehe ich abwaschen und dann werde ich die ersten Sachen aus dem Zelt wieder in den Yoggi umräumen. Dann neigt sich der Tag schon wieder dem Ende zu. Zum Glück ist es heute nicht mehr ganz so heiß. Seit ca. 11 scheint zwar wieder die Sonne von einem wolkenlosen Himmel,  aber mittlerweile geht wieder ein angenehmer Wind und hinter meinem Tarp-Schutzschild kann man es gut aushalten.

Besuch bekomme ich auch immer wieder